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Nov 25

3-Fache Review zu “The Thing” (1951, 1982, 2011)

 

Letzte Woche lief mit „The Thing“ das Prequel zum gleichnamigen Horrorschocker aus dem Jahre 1982 an, da der Streifen einer meiner Lieblinge ist, habe ich mich hier etwas über die Originalgeschichte, der ersten Verfilmung von 1951, John Carpenters „The Thing“ von 1982 und dem Streifen der jetz gerade im Lichtspieltheater gezeigt wird ausgelassen! Das sind 3 Filmreviews und eine Buchreview in einem! Wenn das kein Schnäppchen ist?!

 

“Wer geht da?” bzw. “Who goes there?” fragte sich John W. Campbell 1938 im Magazin ‘Astouning Storys’. Und mit der so betitelten Kurzgeschichte schrieb er sich in die Science Fiction Hall of Fame. In der Story findet ein Forschungsteam im ewigen Eis ein eingefrorenes, außerirdisches Wesen. Und als dieses auftaut bricht in der Forschungs die Hölle los! Der Alienorganismus kann nämlich jede Lebensform absorbieren und kopieren! Es infiziert einen und ersetzt dich Zelle für Zelle durch deinen eigenen Aliendoppelgänger. Jeder in der Station könnte bereits so ein ‘Ding’ sein. Campbell schuf eine Lektüre voller Spannung und Paranoia, die 1970 von den Science Fiction Writers Of America als beste SF-Kurzgeschichte aller Zeiten ausgezeichnet wurde!

(Das ZDF hat mal eine Kurzgeschichtensammlung rausgebracht ISBN:3932234375 die man jetzt nachgeschmissen kriegt. Da sind auch noch andere “Vorlagen” für Sience-Fiction-Filme drin – kann ich nur empfehlen!)

 

In den 50ern, als der Hype um die fliegenden Untertassen in den USA ausbrach wollte man schließlich “Who goes there?” verfilmen – Der Titel lautete nun “The Thing” ein ziemlich willkürlicher, hedoch passender Name, da sowohl in Buch und Film immer von ‘dem Ding’ gesprochen wird. Am Skript wurde viel geschraubt und gedreht. Am Ende waren noch die Eisumgebung und die Außerirdische Bedrohung (jedoch in andere Gestalt) übrig geblieben. Andere Charaktäre mit anderen Motiven und ein Alien, dass nicht als amorpher Gestaltenwandler, sondern als nachwuchs ausbrühtende Ein-Mann-Armee auftrat. Trotz der vielen Änderungen ist der Film keinesfalls schlecht! Die Besatzung der Arktisstation ist durch und durch symphatisch und die vielen Dialoge sind saugut geschrieben. Es ist beispielsweise ein Reporter in der Crew, dessen bissige Kommentare dem Film einiges an Witz verleihen. Eindeutig meine Lieblingsszene ist die, in der das Ding einen dunklen Raum betritt, in dem die Protagonisten schon auf es lauern. Sie überschütten das Wesen mit Benzin und zünden es an. Die einzige Beleuchtung der Szene geht also von dem brennenden Stuntman aus, der das Monster mimt – cooler Effekt. Ein Kritikpunkt liegt mir jedoch schwer im Magen: Das Monster! Bzw. Das Aussehen des Monsters, denn dieses hat eine verdammt große Ähnlichkeit mit dem Frankensteinmonster! Es wirkt schon etwas seltsam, wenn die Leute vor dem entsetzlichen ‘Ding’ zurückschrecken, dass fast genauso aussieht wie ein Typ – ich hab schon Kerle in der Fußgängerzone gesehen, die mehr wie Aliens ausehen wie das ‘Ding’ ;)

Abgesehen von diesem Manko ist der Film echt genial und eine Perle des 50er Jahre Horrorkinos.


Meine Wertung:

7,5 von 10 Frankensteinverschnitte

Hier der (ziemlich schlechte^^) Trailer von Das Ding aus einer anderen Welt (1951)

 

1982 kam dann das Remake von John Carpenter (Halloween, Die Klapperschlange, Christine) in die Kinos. Carpenter ist ein riesen Fan des Originalfilms – das merkt man schon bei ‘Halloween’, in dem er auf jedem Ferseher der im Fim auftaucht ‘The Thing’ laufen lässt, aber für seine Fassung wollte er sich wieder mehr an die Kurzgeschichte halten. Was soll ich sagen, es ist hier eine der seltenen Ausnahmen, bei denen das Remake besser ist als das Original! Die Atmosphäre ist gespannt wie ein Drahtseil, die Schauspieler sind überzeugend – vor allem Kurt Russel, der hiermit seinen Durchbruch feierte – und die Effekte, Leute, die Effekte hauen einen vom Hocker! Die ekelhaften und bizarren Verwandlungen und Zwischenstufen des ‘Dings’, dass ja hier wieder der absorbierende Gestaltenwandler ist, sind grandios gemacht. Die animatronischen Effekte suchen echt ihres gleichen. Und ich als großer Special Effekt-Fan (also klassische, nicht die doofen Computeranimationen) komme hier auf meine Kosten. Geiles Monster, packende Atmosphäre und cooler Kurt Russell – das sind ja gleich 3 Wünsche auf einmal! Und in diesem John Carpenter-Überraschungsei funktioniert das!

Meine Wertung:

8 von 10 amorphe Gestaltenwandlern

Hier der Trailer zu John Carpenter’s Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

Und wenn es jemanden interessiert: Hier gibts noch ein Making of des Films!

 

Gestern Abend war es dann soweit: Ich ging mit zwei meiner Kumpels im Rahmen unseres wöchentlichen Filmabends ins Kino um uns “The Thing” anzusehen. Irgendwo zwischen großen Zweifeln und großer Vorfreude ließen wir uns in die roten Samtsessel plumpsen, sahen noch ein paar Werbespots für Tierfutter und Speiseeis an und nachdem die einzige Dame im Saal ihr Capri gekauft hat begann die Vorführung. (Auf dieses Mädchen und ihren Freund, neben denen der Dommi sitzen durfte komme ich später nochmal zurück). Wie bereits zu Beginn erwähnt geht es hier um die Ereignisse, die sich vor Carpenters “The Thing” abspielten. Denn das eingefrorene Alien samt Raumschiff wurde von einem norwegischen Forschungsteam entdeckt und hat deren Station ordentlich auf den Kopf gestellt. Und tatsächlich hält sich der Film schön brav an alle Vorlagen, die ihm der Klassiker gibt. Anno 1982 stapften Kurt Russell und seine Kollegen schon durch die verwüsteten norwegischen Räume. Matthijs van Heijningen, der im Regiestuhl saß hat sich mühe gegeben jedes Detail, was in Carpenters Film über die vorangegangenen Ereignisse gezeigt wurde anzusprechen und zu erklären: Warum steckt da eine blutige Axt in der Wand? Warum ist in diesem Raum die Decke durchgebrochen und warum liegt hier Stroh rum? Scherz am Rande XD. Der Holländer hält in diesen Streifen die Flaggen seiner beiden Lieblingsfilme “The Thing” aber auch “Alien” hoch. Tatsächlich erinnert doch so manche Einstellung an Ridley Scotts Raumschiffschocker. Nicht zuletzt weil auch hier dir Hauptrolle weiblich ist. Mary Elisabeth Winstead spielt eine amerikanische Paläontologin, die von den Norwegern gerufen wird, da sie auf das bergen von eingefrorenen Kadavern ist. Keine Angst, es wurde hier keine Frau als Hauptrolle ausgesucht, damit man einige Bikiniszenen oder eine unnötige Liebesgeschichte einbauen kann. Im laufe des Films übernimmt sie dann immer mehr die Kontrolle über die kleine Gruppe von Paranoiden. Man kann nicht über einen Film reden, der mit „Das Ding“ zu tun hat, ohne über Monstereffekte zu reden: Die Effekte sind echt nett und erfüllen ihren Zweck, aber für meinen Geschmack wars wieder einmal zuviel CGI. Zwar hat man hier Stunman in Anzüge gequetscht und diese (dank besonderer Schutzkleidung) auch mal ganze 5 Minuten brennen lassen, aber es wurden im Nachhinein noch zusätzliche Strukturen, Tentakel, Mäuler, etc. auf die Monsterkörper gelegt, dass es fast komplett computeranimiert aussieht. Jedoch konnte man hier durch Gebrauch von Bits und Bytes das Ding um einiges agiler machen. 1982 zeigte es immer erst seine wahre Gestalt wenn es mit jemanden unter 4 Augen war, oder enttarnt wurde – hier hingegen jagt der Außerirdische schon richtig seine Opfer! Teilweise fand ich das etwas übertrieben, da es so etwas ja dann im anderen Film nicht mehr macht, andererseits kann man davon ausgehen, dass es da die Strategie geändert hat ;)

Alles in Allem gingen wir alle sehr zufrieden aus dem Vorführsaal. Wir haben ein Prequel gesehen, dass so war wie es sein sollte und obwohl es natürlich nicht an Carpenters Schinken heranreicht gut unterhielt und die Geschichte um „Das Ding“ nicht befleckte sondern um ein Kapitel erweiterte.

Meine Wertung:

7,5 von 10 Elizabeth Winsteads

Hier der Trailer zu The Thing (2011)

Was haltet ihr von den Filmen? Habt ihr schon einen oder mehrere gesehen? Ich freu mich auf eure Kommentare!

 

PS:

Um nochmal auf das Pärchen vom Anfang zurück zu kommen. Folgender Dialog wurde während des Films vernommen:

Er: “Was reden die da für eine Sprache? Ist das Englisch? Ich versteh kein Englisch” (gemeint sind natürlich die Norweger)

Sie: “Ich glaub das ist die Sprache, die man am Südpol spricht.”

Werden die Leute eigentlich immer dümmer?


6 Pings

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