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Mai 26

4 wahre Geschichten die verfilmt werden müssen

Es wird doch ständig jeglicher Mist verfilmt, nicht wahr? Was sich immer gut verkauft, sind Geschichten, die das Leben geschrieben hat. Nicht nur, dass diese meistens gute Karten bei den Oscars haben, wir fühlen auch ganz anders mit, wenn das im Film gezeigte auf einer wahren Begebenheit beruht. Dramatische Geschichten werden so noch trauriger und Horrorfilme noch gruseliger, wenn im Vorspann „Based on a true Story“ steht. Darum kommen hier 4 echte Geschichten, die dringendst auf die Leinwände unserer Kinos gehören! Ich garantiere euch, dass für jeden etwas dabei ist!

 

TheSeaBitchMax Hardberger aka The Sea Bitch
Aus der vielseitigen Laufbahn von diesem Kerl könnte man einen wirklich interessanten Streifen drehen. Der 48 geborene Hardberger hat zuerst als Lehrer in Amerika gearbeitet und war nebenbei noch Drummer in ein ein paar Blues Bands, danach arbeitete er eine Zeit lang auf Versorgungsschiffen für Bohrinseln, bis er anfing als Pilot zu arbeiten. Aber nicht als stinknormaler Pilot. Er flog zuerst Luftbanner und oder besprühte Felder mit Pestiziden, aber er flog auch verstorbene zurück in ihre Heimatorte um sie da Begraben lassen zu können. Dies war nicht immer legal, so dass ab und zu einen Leichnam neben sich auf den Kopilotensitz setzte und ihn wie bei „Immer Ärger mit Bernie“ eine Sonnenbrille aufsetzte. Wenn euch das noch nicht verrückt genug ist, dann wartet ab, seine Story geht noch weiter. Max Hardberger fing wieder an auf hoher See zu arbeiten und wurde bald Kapitän eines Frachtschiffes. Dies ging so lange gut, bis ihn mal bewaffnete Gangster sein Schiff abluchsten. Max fand dies gar nicht lustig und stiehlt in einer Nacht und Nebel Aktion seinen eigenen Frachter von den Ganoven zurück. Dies war ein wichtiger Wendepunkt in seinen Leben, denn aus diesem „Zurückstehlen“ machte er eine Karriere. Wann immer kriminelle Elemente oder korrupte Regierungen dir das Boot streitig machen, rufst du Max Hardbergers Firma „Vessel Extractions“ an und er holt dir das Ding zurück, während man im Hintergurnd die Titelmelodie vom A-Team hören kann. Es gibt zahlreiche abenteuerliche und lebensgefährliche Geschichten, die der Teufelskerl bis heute erlebt hat, die von Kämpfen gegen die Mafia oder Piraten, bis hin zum Leute aus der DDR schmuggeln gehen. Hardberger, der den Spitznamen „The Sea Bitch“ bekommen hat, macht einen auf Robin Hood und zieht mehr verrückte Pläne durch als alle Ocean’s Filme zusammen – Ein Biopic über ihn wäre sicher ein klasse Streifen!

 

EMU WARSEmu Wars
In Westaustralien siedelten sich nach dem ersten Weltkrieg einige ehemalige Soldaten an, die dort mit Hilfe von staatlichen Subventionen Getreide anbauten. Das Leben war hart für die Veteranen, nicht zuletzt wegen der großen Depression, doch was sie wirklich überhaupt nicht brauchen konnten, war diese Herde aus zwanzigtausend Emus, die ihre Felder zerstört!  Ähnlich dem afrikanischen Strauß ist der Emu ein großer, flugunfähiger und eigentlich recht friedfertiger Vogel. Doch auf Grund von Trockenheit und Nahrungsmangel kommt es alle paar Jahre zu einer Herdenbildung und damit verbundener Massenwanderungen der Tiere. Die australischen Farmer mussten ihre Felder gegen die Heerscharen an Vögel verteidigen und da sie ja Soldaten waren, fingen sie an die Tiere abzuknallen, was schwerer als gedacht ist, denn Emus haben eine dicke Fettschicht, die die eine oder andere Kugel durchaus abhält, zudem sind sie relativ schlau und können 50 km/h schnell laufen. Die Farmer waren am Ende und forderten Hilfe vom Militär an, dass ihnen ein kleines Einsatzkommando bewaffnet mit automatischen Maschinengewehren entsendete. Obwohl die Soldaten es mit Hinterhalten und Anschleichen versuchten, ihre Erfolge gegen die Emus wahren eher ernüchternd. Nach den ersten sechs Tagen und über 2500 abgegebenen Schüssen konnte niemand genau sagen wieviele Tiere man wirklich erwischt hat. Die Zahlen variieren von 50 bis zu 500 abschüssen. Die Vögel lernten und passten mit der Zeit ihr verhalten den Soldaten an. So gab es Späheremus, die nach den Militärs Ausschau hielten und ihre Artgenossen warnten. Wäre das noch so weiter gegangen hätten sie wohl versucht die Elektrozäune auf Schwachstellen zu untersuchen oder Türen zu öffnen. Der Krieg gegen die Laufvögel war ein Disaster und eine Blamage für die australischen Truppen, die anscheinend nicht mal ein paar zu groß geratenen Hühnern Einhalt gebieten konnten. In den darauf folgenden Jahren lehnte das Militär immer wieder ab den Bauern zu helfen. Der große Emu Krieg wäre bestimmt ein toller Film, der die Geschichte etwas auf die leichte Schulter nimmt und eine ähnliche Richtung einschlägt wie “Männer die auf Ziegen starren“.

 

WojtekWojtek der Bär
Gibt es herzzerreißendere Geschichten wie die von einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier? Free Willy, Wolfsblut oder Warhorse, Serien wie Flipper, Lassie oder Unser Charlie, sind doch generell gern gesehen und bewegen Jung und Alt. Doch eine der besten, wahren Geschichten über eine Freundschaft von Mensch und Tier ist die von Wojtek (oder Voytek) dem Bären, der zusammen mit der polnischen Armee im zweiten Weltkrieg kämpfte. Der gerade mal ein Jahr alte, kleine Bär wurde 1942 im Iran von dort stationierten, polnischen Soldaten aufgenommen und wurde mit der Zeit zu ihrem Maskottchen. Wojtek wurde von den Truppen der 22. Kompanie aufgezogen und war darum sehr auf die Menschen fixiert. Die Jungs liebten ihren Bären, der leidenschaftlich Bier trank, Zigarettenstummel fraß und auch ab und zu mit den Soldaten auf freundschaftliche weise raufte. 1944 sollten die Polen nach Neapel versetzt werden, was eine Katastrophe war. Weder die Hafenbehörden in Kairo, noch das britische Oberkommando erlaubten den Soldaten Haustiere, geschweige denn einen Bären! Die Soldaten tricksten die Behörden also aus um ihren inzwischen zur stattlichen Größe herangewachsene Wojtek behalten zu können. Ihm wurde kurzerhand der militärische Rang eines Unteroffiziers samt Dienstnummer und Soldbuch verliehen, wodurch er offizielles Mitglied der Armee wurde. So wurde Wojtek nicht nur Maskottchen, sondern wahrer Kriegskamerad der 22. Kompanie! Es wollte einmal ein arabischer Spion in die Baracken der Polen eindringen, er suchte sich jedoch wohl das falsche Fenster aus und stand vor dem riesigen Bären, der den Spion wohl für einen neuen Spielkameraden hielt und diesen so unfreiwillig stellte. Sein größtes Abenteuer war aber wohl die Schlacht um Monte Cassino, in der Wojtek riesige Munitionskisten über unwegsames Gelände mitten durch das Schlachtfeld transportierte. Wojtek war immer tapfer und half seinen Kameraden durch diesen grausamen Krieg. Nach der Schlacht änderte die 22. Kompanie ihr Emblem, das fortan Wojtek den Bären mit einem Artilleriegeschoss unter dem Arm zeigt. Seinen Lebensabend verbrachte der Bär dann im Zoo von Edingurgh, wo er immer aufhorchte, wenn jemand polnisch sprach und er immer wieder mal von seinen Veteranenkumpeln besucht wurde, die ihn auch mal ein Bier auf der alten Zeiten willen ins Gehege warfen. In Polen gilt Wojtek als Kriegsheld und wird mit Statuen geehrt, aber in Hollywood ist das noch nicht angekommen. Dort dreht man lieber den X-ten Film über ein pferdeliebendes Kind, dessen Eltern leider den Gaul verkaufen müssen.

 

Karl DenkeKarl Denke der Kannibale von Münsterberg
Ich glaube kein Genre benutzt die Floskel „based on a true story“ lieber als das der Horrorfilme! Doch meist ist dieser Wahrheitsgehalt erschreckend gering, oder es handelte sich schon von vorn herein um eine große Flunkerei. Wie dem auch sei, eine Geschichte, aus der man ohne Probleme einen gruseligen Horrorthriller ala “Sieben” zaubern könnte, ist die des Karl Denke, eines Mannes, der Anfang des letzten Jahrhunderts in Niederschlesien sein Unwesen trieb. Am 21. Dezember 1924 flog die Tür zu Karl Denkes Wohnung auf und ein schreiender, blutüberströmter Obdachloser lief herraus. Ein Nachbar bekam den Krawall mit und kam dem Verletzten zur Hilfe. Seine verwirrten Geschichten darüber, dass Denke ihn mit einer Spitzhacke angegriffen hat, glaubte ihn jedoch niemand. Schließlich war Karl als Wohltäter bekannt, der den Armen Essen spendet und sich auch sonst um das Wohl der Allgemeinheit kümmert. Anstatt dem verwundeten, obdachlosen Wanderarbeiter zu glauben, wurde der wegen Landstreicherei verhaftet. Erst der Haftrichter, dem der Obdachlose vorgeführt wurde, wurde stutzig. Er ordnete an auch Denke vorläufig festzunehmen um der Sache auf den Grund zu gehen. Ein großes Raunen ging durch die Gemeinde. Sollte doch Denke, der Gutmensch und unbescholtene Nachbar verhaftet werden. Als man dann Karl Denke einen Tag später zur Vernehmung abholen wollte, fand man ihn Tot vor. Er hat sich in der seiner Zelle erhängt. Nach Denkes Suizid wurde von der Polizei dessen Wohnung durchsucht, wodurch man auf ein wahrhaftes Gruselkabinett stieß. Man fand Hunderte von menschlichen Knochen und Zähnen, Mahlzeiten aus Menschenfleisch, teilweise zur längeren Lagerung konserviert und sogar Hosenträger und Schnürsenkel die aus Menschenhaut gefertigt waren. Denke hat mit äußerster Präzision gearbeitet. Er brachte alle möglichen Details seiner Opfer zu Papier, vom Namen bis hin zum „Schlachtgewicht“ führte er alles fein säuberlich in Tabellen auf. Es kam auch zutage, dass Denke seine Opfer nicht nur selbst verarbeitet und gegessen hat, sondern auch auf dem Breslauer Wochenmarkt Teile des Menschenfleisches verkauft hat. Die Polizei stellte fest, dass mindestens 42 Morde im laufe von über 20 Jahren auf Denkes Kappe gehen. Die grausamen Taten von Karl Denke, seine „Maske“ die er vor der Öffentlichkeit aufrecht erhielt und die Ermittlungen der Polizei nach seinem Selbstmord würden viele in den Kinosessel fesseln.

 

Und das wären 4 Geschichten mit unglaublichen Potential für witzige, gruselige, spannende und dramatische Filmadaptionen! Welche Story findet ihr am besten? Oder kennt ihr vielleicht selbst die eine oder andere wahre Geschichte mit Spielfilmpotential? Schreibt mir in den Kommentaren, per E-Mail oder auf Facebook!