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Sep 20

“47 METERS DOWN” (2017) Review

Nachdem ich in einer meiner letzten Reviews „47 Meters Down“ erwähnt habe und es zu diesem Streifen auch noch eine Fortsetzung gibt, dachte ich mir, dass ich diesem Hai-Streifen auch eine kleine Review spendiere. Kommen wir zur Handlung:

47-meters-down-2017Die beiden anscheinend gut betuchten Schwestern Kate und Lisa machen Urlaub in Mexiko. Lisa ist allerdings betrübt, da sich ihr Freund von ihr trennte. Um sie auf andere Gedanken zu bringen überredet Kate Lisa zu einer Tauchpartie in einem Haikäfig. Erstens kann sie damit Eindruck auf ihren Ex machen, die ganze Sache wird bestimmt ein cooles Abenteuer und die netten Jungs, die die Tour veranstalten wirken etwas zwielichtig, aber auch heiß. Leider hatte Lisa mit ihren anfänglichen Bedenken recht und die Sache wird für beide Schwestern brandgefährlich. Als diese sich nämlich im Tauchkäfig befinden reißt die Kette und der Käfig zieht beide Schwestern 47 Meter tief ins Hai-Versäuchte Gewässer.

Aufgespürt habe ich diesen Streifen zufällig auf Netflix. Ich dachte mir, die Prämisse wirkt schön klaustrophobisch und selbst wenn der Streifen in eine trashige Richtung ausschlägt könnte er dennoch unterhaltsam sein. Tierhorrorfilme haben in den letzten Jahren immerhin ein kleines Revival gefeiert. Inzwischen kann man selbst mit einem relativ schmalen Budget gut aussehende CGI-Bestien zaubern – positive Beispiele dafür sind „The Shallows“ und „Crawl“. Was dies angeht, bewegt sich „47 Meters Down“ Effekttechnisch auf einem ähnlichen Level. Die Haie sind jedoch das geringste Problem dieses Films. Ich konnte mich mit keiner der beiden Hauptfiguren anfreunden, da beide weder sympathisch noch interessant waren. Der Film erwartet dies jedoch wohl von mir, da das erste Drittel des Film nur die beiden beim Party machen und über den Ex lästern zeigt. Die Aufnahmen der edlen Bars und Hotels in denen sich die Protagonistinnen tummeln kommen einen vor wie aus einem Werbevideo für eben diese, doch mich hat dieser unnötig in die Länge gezogener Abschnitt des Films eher gelangweilt. Da die einzigen nennenswerten menschlichen Figuren Lisa und Kate, gespielt von Claire Holt und Mandy Moore, mich nicht abholen konnten, habe ich gehofft, dass es dann zumindest die Haie machen. Und tatsächlich gibt es in der Mitte des Films ein paar nette, auch recht spannend inszenierte Momente mit den Knorpelfischen. Die meiste Spannung wird allerdings nicht durch die Anwesendheit der Haie, sondern durch den langsam versiegenden Sauerstoff und die bedrückende Dunkelheit des Meeresbodens erzeugt. Rein erzählerisch ist dies alles trashig dämlich und dass die beiden Schwestern jeglichen ihrer Handgriffe kommentieren macht die Sache nicht besser, aber ich weiß diese positiven Momente im Film zu schätzen. Was mir jedoch ordentlich Sauer aufstößt ist das Ende des Films. Ich will den Twist nicht vorweg nehmen, aber ich kann nicht anders als meinem Ärger hier Luft zu machen: Während sich das Finale zu einem wirklich übertriebenen aber unterhaltsamen Crescendo aufbaut sieht man den weit im Voraus bereits mehrfach angedeuteten Twist unaufhaltsam kommen. Wenn dieser Twist in der Mitte des Films offenbart worden wäre und man darauf aufbauend ein Finale gezeigt hätte, hätte „47 Meters Down“ trotz all seiner Schwächen vielleicht eine runde Sache werden können, aber nein. Die Wendung am Ende des Streifens ist einfach nur frustrierend und zerstört, zumindest für mich, die unterhaltsamste Stelle des Films. Da der Film abgesehen davon schon einige Minuspunkte gesammelt hat, war ich als der Abspann lief ziemlich enttäuscht.

daumen-runterMein Fazit: Einen Daumen 47 Meter nach unten

Ein interssant-klaustrophobisches Setting, mit dem man mich vielleicht hätte überzeugen können, doch das nervige, eindimensionale Schwesternduo, der von der mexikanischen Tourismusargentur gekaufte erste Akt, die unglaubwürdigen Trashmomente und das vermalledeite Twistende machen „47 Meters Down“ einfach zu einem weiteren, schlechten Haifilm, wie es sie zu tausenden gibt. Interesse an der Fortsetzung „47 Meters Down: Uncaged“ von 2019 habe ich somit gar nicht.