«

»

Feb 23

“47 RONIN” Review

Keanu Reeves als Halbblütiger Samurai in einen Fantasyfilm, der seeeeeeeehr lose auf einer wahren Begebenheit basiert! Kann das funktionieren? An den Kinokassen floppt “47 Ronin” und die Kritiker verreißen ihn, aber verdient dass der Streifen? Ist er wirklich so mies? Bevor wir darauf weiter eingehen werfen wir erstmal einen Blick auf die Handlung des Films:

 

Der Film spielt in Japan um 1700, als noch Samurai, Monster und Hexen unterwegs waren! Fälschlicher Weise wird einem weiß gemacht, dass der von Reeves gespielte Kai die Hauptfigur des Films ist, doch eigentlich steht Samurai Oishi ebenso, wenn nicht sogar etwas mehr im Rampenlicht. Beide sind Untergebene von Fürst Asano, Oishi aus Loyalität und Kai, dessen Vergangenheit etwas mysteriös ist eher, weil er Mika, die Tochter des Fürsten liebt. Doch der gute Mann Asano fällt einer Intrige zum Opfer, die der böse Kira und seine ihm ergebene Hexe Mizuki ausgeheckt haben. Asano stirbt und Kira nimmt dessen Stelle ein, er wird sogar die Mika heiraten um seine Herrschaft zu legitimieren. Oishi und die anderen Krieger Asanos werden durch diesen Putsch zu Ronin – also Samurai ohne Herren, was als große Schande angesehen wird. Doch einem Verbot des Kaisers zum trotz plant Oishi Blutrache. Er geht auf die Suche um Kai und 45 weitere der ehemaligen Samurai um sich zu sammeln um ganz dem Bushido (was übersetzt „Weg des Samurai“ bedeutet und nicht „assozialer Rapper aus Berlin“) entsprechend Kira den Gar auszumachen und die Ehre ihres Herren wieder her zu stellen.

Was viele nicht wissen ist, dass es die 47 Ronin tatsächlich gab und diese bis zum heutigen Tage in Japan als Helden angesehen werden! Natürlich hatten es die die Original Ronin nicht mit Hexen und Dämonen zu tun. Jetzt kann man natürlich rummotzen, dass der Film alles doof und falsch darstellt, doch das wäre genau so lächerlich, da der Streifen ja eindeutig ein Fantasyfilm ist und kein Historienfilm oder ein Biopic, bei dem man derartige Authentizität verlangt. Und obwohl 47 Ronin sich an die Rahmenhandlung der echten Ereignisse hält ist er durch und durch ein Fantasyfilm, der vom Ton an das Remake von “Kampf der Titanen” und auch an die seriöseren Momente der “Fluch der Karibik”-Filme erinnert. Das feudale Japan wurde für Hollywoodmaßstäbe glaubhaft und farbenfroh dargestellt, was mich vor allem beeindruckte ist dass Regisseur Carl Rinsch den eigenwilligen und strengen Ehrenkodex der Samurai nicht weichngewaschen hat, wie ich es eigentlich von einem amerikanischen Film erwartet hätte! Als Asano bloßgestellt wird, ist die Schande für ihn und seine Untergebenen schlimmer als der Tod selbst und ihm wird aus Großzügigkeit gewährt den rituellen und ehrenhaften Selbstmord Seppuku zu begehen, anstatt wie ein Verbrecher hingerichtet zu werden. Das kann man sich in unserer westlichen Kultur kaum noch vorstellen, aber so tickten die nun mal und das ist auch das Herz dieser Geschichte! Natürlich ist “47 Ronin” jetzt kein Meilenstein des Kinos! Er ist ein simpel gestricktes Fantasyabenteuer dessen Charaktere allerhöchstens 2 Dimensional sind und dass etwas mehr Blut in den Actionszenen vertragen hätte, aber wenn jemand auf Streifen wie den schon genannten “Kampf der Titanen” und ähnliche Filme mag und/oder auf Filme mit Samurais steht darf ohne zu zögern einen Blick auf “47 Ronin” riskieren.

5,5 von 10 herrenlosen Samurai

Nein, 47 Ronin ist kein Meisterwerk, doch für einen unterhaltsamen Abend mit Popcorn genügt der Film und weiß im großen und ganzen zu Überzeugen! Er sieht gut aus und Unterhält! Die Schelte kassiert 47 Ronin zu unrecht, da ganz ehrlich viel größerer Mist im Kino läuft und einfach so davon kommt.

PS: Lasst euch bitte nicht vom etwas wirren Marketing des Films irritieren, das aus irgend einen Grund den ganzkörpertätovierten Rick Genest alias Zombieboy ganz groß auf die Poster klatscht, obwohl dieser nur gerade mal 1 Minute im Film zu sehen ist und den von Hiroyuki Sanada gespielten Oishi, der die 2te Hauptrolle hat dafür komplett vergisst.