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Aug 12

„ALLIGATOR“ (1980) Review

Nachdem sich die letzten Artikel hier auf der Seite ausschließlich um japanische Riesenmonsterfilme drehten, wird es zeit mal wieder ein paar B-Movies aus westlichen Gefilden zu betrachten! Allerdings bleiben wir bei Reptilien mit Riesenwuchs und nehmen uns „ALLIGATOR“ vor, der hierzulande auch unter dem Titel „Der Horror-Alligator“ bekannt ist. Fangen wir ohne weitere Umschweife mit der Handlung des Films an:

alligator-1980Nach einer Alligatorshow kauft sich ein junges, reptilienbegeistertes Mädchen, einen Babyalligator. Zuhause in Chicago angekommen, sind ihre Eltern von dem neuen Familienhaustier nicht sehr begeistert und spülen den geschuppten Zwerg flux die Toilette runter. Anders als geplant ertrinkt das Tier nicht, sondern wächst im Laufe der nächsten 12 Jahre auf eine beachtliche Größe heran, was auch an dem außergewöhnlichen Futter liegt, das er in der Kanalisation findet. Da aber selbst der geschickteste 12-Meter Alligator nicht für immer versteckt bleiben kann – vor allem, wenn er auch hier und da einen Menschen vertilgt – schaltet sich bald der Polizist David Madison ein, der in dem Fall ermittelt. Dieser bekommt auch bald tatkräftige Unterstützung von der Herpetologin Dr. Marisa Kendall die nun gemeinsam dem Geheimnis des Monstergators auf die Schliche kommen und dem Riesenreptil ans Leder wollen.

 

 

„ALLIGATOR“ ist eindeutig einer dieser Tierhorrorfilme, die im Fahrwasser des überragenden Erfolgs von „JAWS“ bzw „Der weiße Hai“ mitfahren wollten. Die Anzahl der Hai-Filme explodierte gerade zu und auch sämtliche anderen Raubtiere, die sich im und um Gewässer tümmeln wurden zu Filmmonstern verarbeitet. Das Ergebnis war eine Flut von billigen, schlechten Streifen und ein paar kleinen, feinen Perlen. Alligator ist eine dieser Perlen. Natürlich kommt dieser Film von Lewis Teague (der später auch Regie für die Stephen King Verfilmung „Cujo“ übernahm) nicht an das Meisterwerk von Stephen Spielberg ran. Doch was, etwas trashige Tierhorrorfilme angeht, liefert „Alligator“ das, was man sehen möchte. Viel Action, ordentlich Gore und ein animatronisches Monsterreptil in Lebensgröße.

alligator-12-dvd

Nette 2-in-1-DVD… Eine Review der Fortsetzung ist also nur eine Frage der Zeit.

Und dieser sieht, wenn man das Budget von gerade mal 1,7 Millionen Dollar betrachtet, nicht mal übel aus. Ein paar Szenen wurden zwar auch mit einem lebendigen Alligator gedreht, der sich durch Miniatursets schiebt, aber im großen und ganzen werden einem hier schön handfeste Effekte geboten, die für die Ära, das Genre und das Budget sehr gut aussehen. Die Story vom Kanalisationsalligator ist natürlich sehr Klischeebeladen. Die urbane Legende, die sich hartnäckig seit den 1930ern hält bietet sich aber grandios für einen Tierhorrorstreifen an. Geschrieben hat den Film John Sayles, der für Kultregisseur Joe Dante auch „The Howling“ und den anderen Jaws-Abklatsch „Piranha“ verfasste. Eine Innovationstrophäe wird „Alligator“ nicht gewinnen. Es ist eine Formel die man schon x-mal gesehen hat. Ein Cop als Hauptfigur, gigantisches Raubtier tummelt sich herum, zuerst glaubt ihn niemand, ein Hund wird verspeist, ein Typ geht drauf, der Cop holt sich Rat von einem Wissenschaftler/in, und so weiter. Allerdings sind die Figuren sympathisch, haben glaubhafte Ecken und Kanten und die Formel wird effektiv umgesetzt. Zusammen mit den charmanten Effekten ergibt das alles einen sehenswerten Killeralligatorstreifen, der auf jeden Fall besser ist als „Lake Placid“.

Mein Fazit: 7,5 von 10 lichten Haaransätzen

Mir ist bisher noch kein besserer Streifen mit einem Killerkrokodil bzw. Alligator untergekommen. Wer beißwütige B-Movie-Action sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen, auch wenn „ALLIGATOR“ das Rad nicht neu erfindet, macht er alles was er anpackt ziemlich gut!