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Mrz 23

“AUSLÖSCHUNG” (2018) Review

Alex Garland hat mit seinem Film „Ex Machina“ nicht nur einiges an positiver Presse geerntet, sondern auch den Oscar für beste Special Effekte nach Hause geholt. Zusammen mit Denis Villeneuve (Arrival und Blade Runner 2049) hat sich Garland in letzter Zeit zu einem der gefragtesten Regisseure im intelligenteren Sci-Fi-Genre gemausert. Dass sein neuester Streich, die Romanverfilmung „Auslöschung“, nicht in deutsche Kinos kommt, sondern hier „nur“ auf Netflix läuft soll seinen Ruf meines Erachtens jedoch nicht schmälern. Schauen wir doch einfach mal, um was es in dem Film geht:

ausloeschung-2018-reviewLena ist Biologin und wartet nun schon ein Jahr auf die Rückkehr ihres verschollenen Gattens. Dieser, ein Soldat einer Spezialeinheit, kehrte nicht von seiner letzten, geheimen Mission zurück. Als Lenas Mann Kane eines Tages jedoch trotzdem wieder erscheint, verhält er sich seltsam und hat schwere gesundheitliche Leiden. Kurz nach seiner überraschenden Rückkehr wird Kane, zusammen mit Lena von der „Southern Reach“-Regierungsbehörde abgeholt und zu einer Vorschungsstation gebracht. Dort lernt Lena, wo Kane, der nun im Sterben liegt, die ganze Zeit war. „Southern Reach“ bewacht eine seltsame, sich ausdehnende Zone in der Naturgesetze auf den Kopf gestellt werden und aus der noch kein Forschungsteam wieder zurückkehrte – außer Kane. Lena möchte wissen was mit ihrem Mann geschehen ist und wie sie ihm eventuell helfen könnte, darum schließt sie sich der nächsten geplanten Expedition die Quarantänezone, die auch „Der Schimmer“ genannt wird an.

„Auslöschung“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Jeff VanderMeer, der den Auftakt zur sogenannten „Southern-Reach-Trilogie“ bildet. Ich muss ehrlich sein, ich habe mich, durch diesen Roman hindurchgequält. Ich fand die Story kühl und leblos erzählt. Anscheinend war das sogar die Intention des Autors und das mag bei einigen Lesern gut räsonieren, ich konnte jedoch wenig damit anfangen. Was nicht heißen soll, dass ich die Konzepte und Ideen des Romans nicht wahnsinnig interessant fand – sie erinnerten mich positiv an „Picknick am Wegesrand“ von Boris Strugazki. Als ich hörte, dass der Roman verfilmt wird fand ich das klasse – noch mehr sogar, als ich herausfand, dass Garland Regie übernimmt. Allerdings hat Garland für die Verfilmung von „Auslöschung“ sehr viel der Handlung geändert. So ziemlich alles was geschieht, nachdem die Expeditionsgruppe den „Schimmer“ betritt unterscheidet sich komplett von der Romanvorlage. Damit will ich nicht sagen, dass ich die Handlung schlechter oder besser als im Buch finde, aber es ist definitiv seine völlig eigene Geschichte. Die Story ist mysteriös und es werden einem Bilder gezeigt die wunderschön bizarr sind. Der „Schimmer“ ist ein furchteinflößender Augenschmaus. Was für verrückte Sachen passieren in dieser Zone und durch was wurde sie erschaffen – das sind das sind die Fragen, die den Zuschauer fesseln. Und obwohl der Film durchaus coolen Kram abliefert finde ich, dass man es sich gerade zum Schluss hin zu einfach gemacht hat. Die Auflösung der Handlung fand ich zu naheliegend und zu konventionell, für einen ansonsten so ambitionierten Film. Trotzdem gefiel mit „Auslöschung“ sehr gut. Garland weiß wie man ein anspruchsvolleres Publikum unterhält und dass er einem nicht dauerhaft Action um die Ohren werfen muss. Das Cast rund um Natalie Portman, Tessa Thompson und Oscar Issac ist auch durch die Bank gut – so gut, dass ich mir auch gerne mehr Charakterinteraktion in der Expeditionsgruppe gewünscht hätte. “Auslöschung” ist eine gute Mischung aus ernster Sci-Fi, schönen Bildern und einer priese Horror.

Mein Fazit: 7,5 von 10 Albinoalligatoren

Tolle Schauspieler, surreale Mutationen, bedrückende Atmosphäre und ein anspruchsvolles Konzept. “Auslöschung” ist ein guter Sience-Fiction-Film, hätte aber bedeutend besser sein können, wenn er sich noch mehr getraut hätte. Ich freue mich schon auf den nächsten Streich von Alex Garland.

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  1. „MIMIC“ (1997) Review » Degl-Toons

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