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Apr 30

“AVENGERS: INFINITY WAR” (2018) Review

2012 drehte sich am Ende des Blockbusters des Jahres ein böse grinsender, lila Koloss Richtung Kamera. Viele der Zuschauer waren ratlos, aber die Comicfans wussten, dass dies nur Thanos sein kann, der in der Nachcreditszene von „Avengers“ auftauchte. Ab diesen Zeitpunkt war klar, dass Marvel mit ihrem „Cinematic Universe“ auf Gold gestoßen war und obwohl dutzende andere Filmstudios versucht haben dieses Konzept zu kopieren, kann niemand mit Marvel mithalten. Seit dem sind nun schon 6 Jahre verstrichen und es sind bereits 10 Jahre seit der Grundsteinlegung des Filmuniversums durch „Iron Man“. Diese lange Wartezeit und das gleichzeitige Jubiläum schreien nach einen gewaltigen Finale und es sieht ganz so aus, als wäre uns mit „Infinity War“ nicht zuviel versprochen worden, denn Thanos ist nun da. Darum möchte ich euch natürlich NICHT SPOILERN – also keine Angst, wenn ihr diese kurze Handlungszusammenfassung lest:

infinity-warDies ist ein Film über Thanos den wahnsinnigen Titan, der die Rettung der Galaxie plant. Überbevölkerung, Hunger und Krieg plagen sämtliche Zivilisationen im weiten Kosmos, und die Lösung all dieser Konflikte ist doch so klar: Die Auslöschung der Hälfte allen Lebens. Überzeugt davon für das allgemeine Wohl zu handeln ist er nun auf der Suche nach den, bereits in zahlreichen Marvel-Filmen in Erscheinung getretenen, Infinity-Steinen. Wenn er alle Sechs dieser Steine besitzt wird er so mächtig sein, dass allein ein Schnippen seiner Finger genügen würde um jeden Zweiten Bewohner unserer Galaxie zu töten. Auf seiner Jagd nach den Infinity-Steinen trifft er auf das Raumschiff in dem sich die Flüchtlinge von Asgard befinden und demonstriert dort seine schon jetzt unglaubliche Macht. Von diesen Angriff aus geht eine Warnung an die Erde, auf der sich in den Händen der Avengers und Dr. Strange zwei der Steine befinden: Thanos wird kommen und der Tod wird ihm folgen.

Wenn ihr meine letzten Reviews zu den Marvelfilmen „Black Panther“ und „Thor: Ragnarok“ gelesen habt, dann wisst ihr, dass ich der typischen Marvelformel langsam müde werde. „Dr. Strange“ und „Guardians of the Galaxy Vol.2“ habe ich zwar damals positiv aufgenommen, aber mit Ausnahme von „Civil War“ und „Spider-Man: Homecoming“ haben mich rückblickend die Marvelfilme der letzten 3 Jahre nicht wirklich vom Hocker gehauen. Ich ging mit der Einstellung ins Kino, dass „Infinity War“ der Film ist, der Entscheiden wird ob ich mir die ganzen Marvelfilme weiterhin regelmäßig im Kino ansehe, oder in Zukunft darauf warte diese Film dann anzusehen, wenn sie auf Netflix oder so zum Streaming zur Verfügung stehen. „Infinity War“ hat es geschafft mich wieder an Bord zu bringen. Das Regisseurduo der Russo Brüder haben bereits mit „Civil War“ bewiesen, dass sie mit einem großen Ensemble umgehen können. Im „Infinity War“ haben wir es zwar mit noch mehr Superhelden zu tun, aber die Russos scheinen mit fast routinierter Hand die gut zwei dutzend Charaktere zu jonglieren. Jeder der Helden und Sidekicks bekommt einen Moment im Mittelpunkt zu stehen. Ihre Strategie dabei ist, die einzelnen Helden in Grüppchen aufzuteilen, die alle einzelne Aufgaben und Geschichten haben, die sich jedoch alle darum drehen Thanos aufzuhalten. Der Kitt zwischen den einzelnen Handlungssträngen ist Thanos auf seiner Quest die Infinitysteine zu sammeln. Dieser Entpuppt sich, wie in meiner Handlungszusammenfassung angedeutet nicht als machtbesessener Eroberer, sondern als Psychopath, der in seiner verdrehten Logik der Held dieser Geschichte ist. Dies macht den von Josh Brolin gespielten Titanen auch zu einer sehr interessanten Figur und einen der besten Comicbösewichte die ich bisher im Kino gesehen habe. Thanos hat außerdem verdammt echt ausgesehen – Die Effekte mit denen Josh Brolins Schauspiel auf den riesigen, lila Weltraumbösewicht geklatscht wurden sind wirklich beeindruckend. Aber zurück zum Film als Ganzen:
Infinity War ist ein sehr kurzweiliger Film, den man seine extreme Länge von über zweieinhalb Stunden kaum anmerkt. Der Streifen geht überraschend schnell zu einem Feuerwerk an Actionszenen über und lässt in der hinsicht kaum nach. Zudem wird so oft zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin- und her-geschwenkt, dass nie Langeweile aufkommt. Trotz all den Figuren, Handlungssträngen voller Wendungen und Überraschungen verläuft der Film in so geordneten Bahnen, ist so strukturiert und ausbalanciert, dass der Überblick nicht verloren geht – zumindest, wenn man die vorherigen Filme auch gesehen hat. “Infinity War” ist deutlich besser als “Avengers: Age of Ultron” und kann sich qualitativ mit den anderen beiden Filmen der Russo Brüder “The Winter Soldier” und “Civil War“, sowie dem ersten “Avengers” messen. Es ist die Art von Film auf den ich gehofft habe.

Mein Fazit: 8 von 10 geworfenen Monden

„Infinity War“ zementiert noch einmal Marvels Erfolg. Egal wie beängstigend die immensen Mengen an Geld sind, die Disney durch diese Filme schöpft und egal wie nervig es ist, dass jeder Blockbuster versucht ihr Konzept zu kopieren – Die MCU-Filme sind größten Teils einfach gut. Und „Infinity War“ liefert den ersten Teil eines bombastischen Finales ab. 2019 kommt die Fortsetzung in die Kinos und anders als zuvor bin ich nun wieder mit Feuer und Flamme dabei.

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