«

»

Jan 13

“BABY DRIVER” (2017) Review

Edgar Wright ist ein cooler Typ. Ich steh auch seine Streifen „Shaun of the Dead“, „Hot Fuzz“ und vor allem „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“. Die letzten Jahre waren seine Projekte jedoch etwas rar gestreut. Er hat gemeinsam mit Marvel an „ANT-MAN“ gearbeitet, stieg aber kurz vor Drehbeginn wegen kreativer Unstimmigkeiten mit dem Superkonzern aus der Produktion aus. 2017 meldete er sich mit „Baby Driver“ zurück. Ein Film, den ich leider im Kino verpasste, den ich aber nichts desto trotz nun nachgeholt haben. Um was könnte es in einem Film, mit einem so lächerlichen Namen wie „Baby Driver“ wohl gehen?

baby-driver-reviewBaby ist ein Musikenthusiast der besonderen Sorte – es gibt kaum eine Gelegenheit, bei der er nicht Kopfhörer trägt und sein Ipod dudelt. Er hört die Musik nicht nur, man hat das Gefühl er lebt sie. Doch seine außergewöhnliche Liebe zur Musik ist nicht das einzige besondere an Baby – ja, sein Name ist etwas komisch – aber er ist der beste Fluchtwagenfahrer überhaupt. Da er Schulden bei einem Gangsterboss abzuzahlen hat, sorgt das Autogenie dafür, dass die von seinem Boss angeheuerten Bankräuber immer sicher mit der Beute davonkommen. Doch Baby hat vor aus diesen Sumpf des Verbrechens endlich zu entfliehen. Nur noch ein Job und er lässt dies hinter sich und beginnt ein neues Leben – vielleicht gemeinsam mit der hübschen Kellnerin, die anscheinden ähnlich musikbegeistert ist wie er selbst. Doch natürlich gestaltet sich dies alles nicht so einfach wie gedacht.

Bereits seit 1995 hat Edgar Wright, der für Baby Driver Drehbuch schrieb und Regie führte, die Idee zu diesem Streifen und feilte stets daran. Baby Driver fühlt sich in fast den ganzen Film hindurch an wie ein verdammt cooles Musikvideo. Und tatsächlich hat Edgar Wright eine Szene, die er seit Jahren für Baby Driver im Kopf hatte bereits 2002 für ein Musikvideo des britischen Musikerduos Mint Royale genutzt. Seht euch das Video an, ist echt recht cool.

Baby Driver ist allerdings noch eine schöne Spur cooler als dieses Video. Der Film ist hoch energetisch und scheint ständig in Bewegung zu sein. Zudem hat Edgar Wright sein möglichstes getan um die Handlungen der Schauspieler mit der Musik des Soundtracks zu timen und auch die Schnitte im Film sind oft im Viervierteltakt. Und obwohl Hauptfigur Baby, gespielt von Ansel Elgort, eine recht wortkarge Figur ist sind die Dialoge im Film sehr stark. Ich fühlte mich bei Zeiten schon etwas an Quentin Tarantinos Filme, wie „Reservoir Dogs“ erinnert. Tarantino hat ja auch eine Vorliebe für älterer, etwas obskure Songs in seinem Filmen, gepaart mit extravaganten Figuren und Spitendialogen. Das gleiche liefert auch Baby Driver ab, nur dass hier auch noch exzellente Autoverfolgungsjagden in den Mix geworfen wurden. Das einzige was einen bitteren Schatten auf den Film wirft sind die sexuellen Belästigungsvorwürfe gegen Kevin Spacey, der in Baby Driver den erwähnten Gangsterboss spielt. Die Spacey Sache ist wirklich nicht schön, aber der Kerl bleibt trotzdem ein phänomenaler Schauspieler, der sich in das grandiose Cast des Films mit John Hamm und Jamie Foxx einreiht.

 

Mein Fazit: 7,5 von 10 Mixtapes

Baby Driver reiht sich wunderbar in die glanzhafte Filmografie Edgar Wrights ein. Der Streifen ist der wohl coolste Streifen von 2017 und bietet etwas für Fans von Autoverfolgungsjagden, guter Musik und einfach gut gemachten Filmen. Ein klasser Heist-Movie mit Romantik, Humor, Style und Action. Dieser Streifen sollte für jeden etwas haben.