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Jan 27

“BATMAN NINJA” (2018) Review

Eigentlich ist diese Idee gar nicht so abwegig. Batman ist im Prinzip ein Ninja. In einigen Inkarnationen von Batman – darunter auch die beliebte Filmtrilogie von Christopher Nolan – wurde er sogar von einer Ninjaorganisation ausgebildet, bevor er anfing in Gotham das Verbrechen zu bekämpfen. Warner Bros gab hier die Marke Batman in die Hände von japanischen Filmemachern um eine Animeversion von Batman zu schaffen. Ob man hiermit versucht Batman für ein Publikum in Fernost attraktiver zu machen, oder dem Caped Crusader, eine neue Facette zu verpassen weiß ich nicht. Aber ich weiß, das „Batman Ninja“ anders ist als die meisten anderen Batmanstorys … wie anders verrät euch meine Handlungszusammenfassung.

batman-ninjaWeil er seltsame Vorgänge im Arkham Asylum, der Psychatrie bzw. dem Gefängnis für Superverbrecher, untersuchen will, begibt sich Batman eben dort hin. Auch Verbündete wie Nightwing, Robin und seine On-Off-Beziehung Catwoman treiben sich in direkter Nähe umher. Anscheinend hat der geniale Affe Gorilla Grodd eine wundersame neue Erfindung entwickelt, die er allen anderen Superbösewichten vorführen will. Als ein Kampf zwischen Grodd und Batman ausbricht startet die Maschine unkontrolliert und Batman findet sich nach einem hellen Lichtblitz im feudalen Japan wieder. Grodds Erfindung war eine Zeitmaschine, die Arkham mit allen Bösewichten wie Poison Ivy, dem Pinguin und auch dem Joker durch die Zeit katapultierte. Anders als Batman, kamen die Bösewichte schon zwei Jahre vor ihm an und haben die japanischen Inseln in diesen von Krieg gebeutelten Zeiten völlig erobert. Als wahnsinnig Herrscher befinden sich nun Joker, Pinguin, Twoface, Deathstroke und Poison Ivy in einem Machtkampf um Japan und Batman versucht ihnen allen das Handwerk zu legen.

Batman als Ninja im feudalen Japan ist ein interessantes Konzept. Doch dieses Potential wird in diesen Film keinesfalls erfüllt. Erstens ist Batman hier weniger ein Ninja, sondern eher ein Feldherr, dem eine Ninjaarmee einfach so in die Hände fällt, und der „feudale“ Anteil wird auch vollkommen untergraben, da man darauf achtete jedes noch so abgedroschene Animekonzept in diesen Film zu packen. Macht euch also darauf gefasst, dass wir putzige Affenmaskottchen haben, Alfred Sushi zubereitet, Catwoman mit einem absurd großen Busen und Festungen die sich zu gigantischen Robotern verwandeln. Das könnte unterhaltsam sein, wenn „Batman Ninja“ diese Komponenten witzig einbauen würde. Doch man wollte dies alles cool, stylisch und ernst erzählen – was garnicht zusammenpasste. Es war einer dieser Filme, bei denen ich irgendwie Fremdscham verspürte. Optisch ist „Batman Ninja“ ebenfalls eine zwiegespaltene Geschichte. Einige Figuren haben ein cooles Charakterdesign und einige Details, wie der Himmel, der stehts ein Muster wie in alten japanischen Gemälden hat, sind cool – andererseits haben wir es wieder mit einem Animationsstil zu tun, der mit 3D-Modellen arbeitet. Vergleichbar mit der Godzilla-Animetrilogie kann dies manchmal cool in großen Actionszenen aussehen, aber bei Charaktermomenten in denen sich Figuren nur unterhalten wirkt es einfach oft zu steril und herzlos. Ein bisschen fühlte ich mich an das Videospiel Okami erinnert, jedoch ohne dessen Charme. Eben habe ich Charakterdesigns gelobt, doch manche Designs in diesen Film schlagen auch in die andere Richtung des Spektrums. So versucht Batman sich relativ früh im Film vor den Schergen des Jokers zu verstecken, indem er sich als christlicher Missionar verkleidet. Wie aus dem nichts ist ihm hierfür ein Vollbart gewachsen. Zudem hat er sich einen klassischen Mönchshaarschnitt verpasst, nur dass er auf seinem Haupt auch das Batsymbol einrasiert hat – das lässt ihn bescheuert aussehen und macht seine Tarnung gleichzeitig nutzlos. Doch das macht nichts, in der nächsten Szene ist der Bart wieder weg und das Haar nachgewachsen. Es ist außerdem ungemein schwer zu deuten wie viel Zeit in diesem Film vergeht. Manchmal kommt es einen vor, als lägen zwischen zwei Szenen Monate, doch der Film wirft einen genau einmal ein „drei Monate später“ entgegen, was impliziert, dass es an den anderen Stellen keinen signifikanten Zeitsprung gab. „Batman Ninja“ ist eine Aneinanderreihung von Animeklischees wie ich sie persönlich nicht brauche. Kämpfe mit Mechas sind megacool, aber in dem präsentierten Setup sind sie einfach lächerlich – vor allem wenn man bedenkt, dass in „Batman Ninja“ noch viel verrücktere Dinge geschehen. Und bei der Gelegenheit möchte ich noch etwas anderes loswerden, was ich leider viel zu häufig Batmanadaptionen sehe: Ein pysischer Kampf zwischen Batman und dem Joker. Ich weiß nicht wo die Spannung ist, wenn der beste Nahkämpfer der Welt, ein gigantischer Muskelprotz, der mit allen Wassern gewaschen ist einen Faustkampf mit einem geschminkten, hageren Mann mit psychischen Problemen austrägt. Konflikte zwischen diesen beiden Figuren sollten eindeutig anderer Natur sein. Natürlich gibt es jedoch in „Batman Ninja“ einen großen, spektakulären Kampf zwischen den beiden.

Mein Fazit: 4 von 10 Affen in Samurairüstung.

„Batman Ninja“ ist als Kuriosität zu betrachten. Batman konfrontiert mit allen möglichen Anime-Tropes, mit einem Animationsstil, der manchmal gut aussieht, jedoch meist gewöhnungsbedürftig ist. Ich als Animefan bin hier nicht begeistert und ich glaube die großen Batman-Fans werden hier auch nicht richtig zufrieden sein. Ich für meinen Teil sehe mir dann doch lieber Adam West an, oder den Lego-Film mit Batman oder „Batman und das Phantom“.