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Mrz 30

„BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE“ Review

BVSWie lange mussten wir auf diesen Film warten? Die beiden berühmtesten Superhelden der Welt sind endlich zusammen auf der großen Leinwand zu sehen. Batman vs Superman ist nicht nur ein heiß erwarteter Film, sondern auch ein heiß diskutierter! Filmkritiker nehmen den Streifen auseinander, während einige Fans ihn Himmelhoch loben. Eine schwierige Situation für jemanden wie mich, der sich da zwischen den Stühlen sieht. Kann Zack Snyder das Kind retten, das ihm bei „Man of Steel“ so spektakulär in den Brunnen gefallen ist? Ich würde es mir herzlichst wünschen, dass wir endlich ein großes, faszinierenden DC-Filmuniversum haben. Mit Batman, Wonder Woman und allen die da so dazu gehören. Aber reden wir erst über die Handlung von „Batman v Superman“:

 

Bruce Wayne alias Batman ist ziemlich angepisst. Er kann Superman überhaupt nicht leiden, was verständlich ist, bei der Zerstörung, die er im letzten Film anrichtete. Ein so mächtiges Wesen, dass bei niemanden Rechenschaft ablegen muss und praktisch machen kann was es will, ist einfach zu gefährlich und bereitet sogar dem alten Batman Alpträume. Er fasst den Beschluss gegen den „Gott“ mit dem roten Cape in den Krieg zu ziehen. Generell scheint auch die Bevölkerung beim Thema zwiegespalten. Die einen sehen in Superman den Retter, die anderen sind da der gleichen Ansicht wie Wayne. Superman indessen hegt einen groll gegen Batman, da dieser so brutal gegen das Verbrechen von Metropolis’ Nachbarstadt Gotham vorgeht. So ist eigentlich jeder schön sauer auf den anderen. Ein Umstand, den der fiese Lex Luthor ausnutzt. Er will Superman umbringen, um jeden Preis und ohne Rücksicht auf Verluste. Während alle so ihre Ränke schmieden schleicht auch eine attraktive, rätselhafte Dame umher, die wohl ein Hühnchen mit Lex zu rupfen hat. Was fest steht ist, dass Batman und Superman aufeinandertreffen werden um ihren Disput mit Fäusten auszutragen, allerdings schleicht sich da auch noch ein großes Problem an, das mehr als einen Superhelden benötigt um gelöst zu werden.

 

Wieso „V“? Wieso „Batman V Superman“? War ein „VS“ zu lang als Abkürzung für VERSUS? Meine Theorie ist ja, dass es “Batman 5″ heißen soll und impliziert, dass es ich um eine Fortsetzung der Burton/Schumacher-Reihe handelt! Das wäre so bescheuert, dass es schon wieder lustig wäre, oder? Spaß bei Seite – das fehlen von Buchstaben im Titel mag zwar etwas verwunderlich sein, aber das ist noch das geringste Problem des Films. Zack Snyder wiederholt nicht nur einige Fehler, die er bereits bei „Man of Steel“ beging, er macht auch noch lauter neue. Der Film ist einfach nur schlecht erzählt. Über die Hälfte des Films werden einfach Szenen aneinandergereiht, die deplaziert und willkürlich ausgewählt wirken. So als hätte Zack Snyder einen „Batman-Solofilm“, einem „Batman-vs-Superman-Film“ und einen „Justice-League-Film“ zerschnipselt und die Einzelteile irgendwie zu einem Film zusammengebastelt. Es wird versucht so viele einzelne Handlungsstränge zu bearbeiten und so viel Kram für kommende Filme zu etablieren, dass der Erzählfluss über seine eigenen Füße stolpert und weder Haupt- noch Nebenhandlung die nötige Zeit eingeräumt wird. Hinzu kommt, dass man auch diffuse und meiner Meinung nach überflüssige Traumsequenzen einbaute. Batman hat eine 5-minütige Zukunftsvision, die nichts zum Film beiträgt. Es kommen eher Fragen auf ob er jetzt plötzlich prophetische Fähigkeiten hat. Auch seltsam ist, das mitten im Film Superman mal auf einen Berg wandert und dort ein Schwätzchen mit seinem verstorbenen Vater hat. Muss man das verstehen? Zack Snyder scheint wohl nicht wirklich zu wissen wie man eine Geschichte richtig erzählt. Nun gut, bei dem überladenen Drehbuch, dass wohl besser auf zwei Filme aufgeteilt worden wäre, wäre wohl auch der beste Regisseur ins schwitzen gekommen. Ob dafür Snyder oder das Studio im Hintergrund die Verantwortung trägt, kann ich nicht sagen.

Ähnlich wie bei „Man of Steel“ werden hier auch hier große philosophische Fragen aufgeworfen. Wie sollte man mit so einem gottgleichen Wesen wie Superman umgehen? Kann man ihm vertrauen? Sollte man ihn kontrollieren? Dies wäre alles interessant gewesen, doch die Handlungsstränge führen wieder zugunsten einer Menge Krach-Bumm ins Leere. Denn wie schon beim bereits erwähnten Man of Steel gipfelt dieser Film natürlich auch in einem vollkommen übertriebenen Actionspektakel, das über die vielen Fehler des Films hinwegtäuschen soll. Batman gegen Superman ist ein nettes Gekloppe, aber das richtige Finale hat eigentlich kaum Schauwerte. Man wirft den Helden gegen Ende noch schnell einen CGI-Troll entgegen, es wird laut, Sachen explodieren und es wird schnell hin und hergeschwenkt, aber eben es ist eben nicht gut. Es ist Action um der Action willen und seelenloses 0815-Blockbustergetöße.

Es ist schade, vor allem um Ben Affleck als Batman. Der dunkle Ritter ist nämlich der größte Pluspunkt des Streifens. Ich mag das neue Design und Irons als Alfred. Die Charakterisierung von Bruce Wayne ist toll und gefällt mir stellenweise besser als bei Nolans Dark Knight Trilogie. Affleck macht seinen Job super. Doch unabhängig von seiner Performance gibt es auch bei Batman Probleme. Diese ältere, von Frank Millers Comic „The Dark Knight Returns“ inspirierte Version von Batman tötet Leute links und rechts. Maschinengewehre an Batmobil und Batwing machen es möglich. Wieso Batman dann nicht gleich mit dem Sturmgewehr auf Verbrecherjagd geht, sondern weiterhin Fäuste und Batarangs benutzt ist nicht ersichtlich. Jemand der Superman kritisiert, weil es wegen ihm Tote und Verletzte gibt, sollte nicht unbedingt rücksichtslos bei Verfolgungsjagden alles in Schutt und Asche legen und in einer Großstadt mit Kampfjets rumballern. Trotzdem hätte ich richtig Lust darauf einen Batman-Solofilm mit Affleck zu sehen. Vielleicht auch einem in dem die Motive der Figuren nicht so erzwungen wirken. Batmans unumstößliche Meinung zu Superman, wirkt recht konstruiert, gerade wenn man berücksichtigt wie einfach dieser Konflikt aufgelöst wird. Und so könnte ich ewig weiter über die vielen Schwächen von “Batman v Superman” schreiben. Über den lächerlichen und nervigen Lex Luthor, die komplette Verschwendung des Bösewichts Doomsday, die unkreative Weise wie die Mitglieder der Justice League etabliert werden, dem Soundtrack oder wie dämlich und unnütz ich Lois Lane fand. Doch wem mach ich etwas vor? Es ist Batman und Superman in einen Film. Nein, Batman, Superman und Wonder Woman in einem Film. Die drei Flagschiffe des DC-Comicverlages und die berühmtesten Comichelden. Wir wollen es alle sehen und wir werden alle ins Kino rennen um uns selbst eine Meinung davon zu bilden. Meine ist wie folgt:

 

 

Mein Fazit: 3,5 von 10 uralten kryptonischen Missgeburten

„Batman v Superman: Dawn of Justice“ ist besser als sein Vorgänger. Vor allem durch die Batmanaspekte des Streifens. Das mag wohl auch daran liegen, dass der düstere, brutale Stil von Snyders Filmen deutlich besser zum Caped Crusader als zum letzten Sohn von Krypton passt. Doch selbst Batman und Wonder Woman können dieses überladene Frankensteinmonster von einem Film nicht retten. BvS soll aus dem Stand ein Filmuniversum gebären, macht dies aber ungeschickt – ohne Herz und ohne Hirn. Ich wollte es wäre anders. Ich wollte ich könnte mich auf die Kinoabenteuer der Justice League und alle ihrer Mitglieder nun mehr freuen. Aber wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für mich persönlich. Aber wir wissen: Es gibt ein Publikum für diese Filme. Es gibt genügend Leute, die Man of Steel gut fanden, und ich glaube, es sind noch mehr, die jetzt Batman v Superman feiern. Ich will es den Leuten nicht übel nehmen, dass sie die Zack-Snyder-DC-Filme mögen, aber nachvollziehen kann ich das beim besten willen nicht.

Wenn “Batman v Superman: Dawn of Justice” etwas geschafft hat, dann ist es für Gesprächsstoff zu sorgen. Und darum könnt ihr mir gerne schreiben! Habt ihr den Film als genau so schlecht empfunden wie ich, oder fandet ihr ihn super, und wieso? Mich interessiert eure Meinung!

1 Kommentar

4 Pings

  1. StevenSegal

    2 von 10 traurige Afflecks von mir… Batman top, der rest so sinnfrei wie ne Diskussion mit einem Veganer über den perfekten Garpunkt eines Steaks.

    Hoffnung auf nen starken Batflek Solofilm sind jedoch jetzt im guten Maß vorhanden ;-)

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