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Jan 02

„BRIGHT“ (2017) Review

Langsam aber sicher versucht sich der Streamingdienst Netflix daran Hollywood Konkurrenz zu machen. Letzten Sommer scheiterte mit „Death Note“ das erste nennenswerte Projekt, die Horrorskomödie „The Babysitter“ ist mal was anderes, aber sicherlich nichts für jedermann. Mit einem 90 Millionen Dollar Budget und Superstar Will Smith in der Hauptrolle ist „Bright“ nun die erste Blockbusterproduktion aus dem Hause Netflix. Hat Netflix nun seinen ersten richtigen Blockbuster geschaffen? Und um was geht es in Bright eigentlich? Das klären wir am besten als erstes:

bright-review„Bright“ spielt in einer alternativen Welt, in der zwar Orks, Elfen, Feen und Zentauren existieren, die aber ansonsten der echten Welt sehr ähnlich ist. Will Smith spielt den Cop Daryl Ward, der von seinem Boss den ersten orkischen Polizisten der Geschichte, Nick Jakoby als Partner zugeteilt bekommt. Ward, der, so wie die meisten Menschen, nicht viel von Orks hält ist nicht gerade begeistert davon und die Partnerschaft zwischen ihm und Nick wird bereits zu beginn einer schweren Probe unterzogen. Gemeinsam patroulieren die Straßen von Los Angeles als sie in eine mysteriöse Verschwörung stolpern, die sich um einen Zauberstab drehen. Zauberstäbe sind in dem Universum des Films nicht nur unglaublich mächtig, sie können auch nur von sehr wenigen, sogenannten „Brights“ genutzt werden. Gemeinsam mit der jungen Elfin Tikka versuchen Nick und Daryl den Stab vor menschlichen, sowie orkischen Gangs, korrupten Polizisten und einer elfischen Terroristin zu schützen.

Was wir hier vor uns haben ist eigentlich ein sehr archetypischer Polizeithriller, nur eben mit ein paar Fantasyelementen eingestreut. Die Orks als diskriminierte Unterschicht ist dabei das offensichtlichste Gimmick. Damit will man offensichtlich einen ähnlich sozialkritischen Ton anschlagen wie die Filme „Alienation“ und „District 9“, macht dies aber sehr oberflächlich und teilweise ungeschickt. Abgesehen von dem fantastischen Makeupeffekten (auf die komme ich später noch zurück) sind die Orks nichts anderes als die stereotypischen schwarzen Straßengangster, die man in jeden anderen Film zu sehen bekommt. Hier und da wird zwar mit ein paar Bikerklischees nachgewürzt, aber man hätte deutlich mehr daran arbeiten müssen der Orkkultur eine eigene Identität zu geben. Orks in Baggypants finde ich weder als Repräsentant der schwarzen Community, noch als Interpretation der Fantasywesen in einem modernen Setting angebracht. Und obwohl der Film von Kritikern verrissen wird, ist der Rest des Streifens eigentlich recht okay – nicht besonders gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Einfach ein 0815-Film, der wahrscheinlich schnell vergessen wird. Trotzdem ist er immer noch ein schönes Stück besser als Regisseurt David Ayers letzter Film Suicide Squad. Das Drehbuch wurde vom wunderbaren Querkopf Max Landis geschrieben. Landis ist jemand, der seine Meinung oft und ausgiebig in den Sozialen Medien von sich gibt und auch wenn ich seine Ansichten oft nicht Teile, ist er eigentlich ein unterhaltsamer und interessanter Typ, der vor allem durch seine Arbeiten an dem Skript für „Chronicle“ auf sich aufmerksam machte. Ich weiß nicht ob es Landis, Ayer oder Netflix so wollten, aber das größte Problem des Films und der Grund wieso er vom Publikum selbst keine starken Reaktionen verursacht ist sein Oberflächlichkeit. Die Actionszenen machen sind zwar oft schön inszeniert, Noomi Rapace als böse Elfe wirkt schön bedrohlich und die Buddycopelemente sind auch okay, aber es fehlt überall an Tiefgang in diesem Setting, das eigentlich so ergiebig sein sollte. Das Los Angeles des Films ist dem unseren viel zu ähnlich, dafür dass nachts Drachen über die Stadt fliegen und es mehrere unterschiedliche humanoide Spezies und Magie gibt. Ich glaube der Film wäre um einiges cooler, wenn er sich einfach einer richtigen Fantasywelt in der Richtung von Tolkiens Mittelerde bedient hätte und sie einfach in die modernes Gewand gepackt hätte, als Orks, Elfen und Co einfach in LA zu drapieren. Aber kommen wir nochmal zu dem Aspekt des Flims, der zweifelsohne Lobenswert ist. Und zwar die Makeupeffekte für die Orks. Ich hätte Joel Edgerton, der den Hauptork Nick Jackoby spielt nie erkannt. Die Masken im Film wirken unglaublich realistisch. Wieder einmal ein sehr guter Job von Alec Gillis und Tom Woodruffs Studio ADI, die ich schon in mehreren meiner Reviews wie Pumpkinhead, Starship Troopers, Monster Squad und Tremors für ihre Arbeit lobte. Mich würde es nicht überraschen, wenn Bright den Oscar für bestes Make Up abstauben würde. Um so ironischer ist, dass in den Credits des Films anscheinend 60 Mitarbeiter von Studio ADI, die an den Orkmakeup arbeiteten, vergessen wurden.

Mein Fazit: 5 von 10 Fogtooth Clanmembers

Kein schlechter Film, kein guter Film. Nichts beeindruckendes, aber auch nichts was einen verärgern würde. „Bright“ nutzt verdammt gute Makeupeffekte um realistische Orks zu zeigen, denen es jedoch leider an einer guten Hintergrundgeschichte oder einem ausgeklügelten Setting fehlt um ihr Potential auszuschöpfen. Neben einigen schön inszenierten Momenten hat der Film leider nichts zu bieten und ist darum einfach nur Durchschnittskost.

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