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Mai 06

„CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR“ Review

Nachdem 2016 schon Batman und Superman ihren Showdown hatten, kommt nun die nächste Superheldenprügelei in die Kinos! Marvel lässt Captain America gegen Iron Man antreten. Und als ob das noch nicht genug wäre, werden die restlichen Helden sich dem einen oder anderen in diesen Kampf anschließen. Ein „Bürgerkrieg“ unter den bunt kostümierten Superhelden bricht aus. Wie es dazu kommt werde ich euch nun erst mal so spoilerfrei wie möglich erklären:

Captain america Civil WarMachen wir uns nichts vor, in den Abenteuern der Avengers ist bisher einiges zu Bruch gegangen und man wäre naiv anzunehmen, dass dabei nicht er eine oder andere unbeteiligte den Löffel abgegeben hat. Nachdem nun Captain America mit seinem neuen Avengersteam den Hydraterroristen Crossbones bei einer seiner miesen Machenschaften aufhalten wollten, kommt es erneut zu einem Unglück, dass das Leben unschuldiger forderte. Tony Stark aka Iron Man und der Verteidigungsminister der USA knallen den Avengers daraufhin die „Sokovia Accords“ auf den Tisch. Ein von den Vereinten Nationen ausgearbeitetes Dokument, dass die bisher privat agierenden Avengers zu Regierungsagenten machen soll. Dies spaltet das Superheldenteam auf. Einerseits ist es vollkommen verständlich, dass Superwesen wie Wanda Maximoff irgend einer Kontrolle unterliegen sollten und dass die Avengers nicht einfach rumlaufen und nach Lust und Laune alle Leute verprügeln dürfen, die sie für böse halten. Andererseits muss man aber auch sehen, dass jede Regierung gewisse Ziele verfolgt und die Avengers dann nur eine weitere Waffe in deren Arsenal wäre. Die Superhelden könnten nicht mehr da helfen, wo sie es für nötig halten würden und könnten eventuell auch für zwielichtige Zwecke missbraucht werden. Die Frage ist also für das Etablishment oder gegen das Etablishment? Kontrolle oder Freiheit? #TeamIronMan oder #TeamCap? Diese Dabatte wird insbesondere für Captain America um einiges persönlicher, als sein alter Kumpel Bucky Barnes, wieder auf der Bildfläche erscheint. Als Opfer einer Gehirnwäsche verübte der als „Winter Soldier“ bekannte Bucky unzählige Attentate, und sein neuester Auftritt macht ihn zum Staatsfeind Nummer 1. Dadurch, dass Cap und sein Team Bucky vor den Behörden schützen wollen, geraten sie genau wie der Winter Soldier ins Fadenkreuz der Vereinten Nationen – und damit auch in das von Tony Stark und den Unterzeichnern der Sokovia Accords.

Bei den vielen Helden im neuesten Captain America Film, stellt sich einem erstmal die Frage: „Wieso wird der Streifen nicht gleich als Avengers tituliert?“. Der Hauptgrund liegt wohl darin, dass die Geschichte um den Winter Soldier Bucky Barnes weitererzählt wird. Das ist der emotionale, springende Punkt des Films. Trotzdem ist es unglaublich, wie viele bereits bekannte und auch neue Figuren hier nicht nur auftauchen, sondern auch ihren Teil zur Handlung beitragen. Das große Ensemble um die Fraktionen Cap und Iron Man wird um einiges besser gehandhabt als z.B. in „Age of Ultron“. Man hat zu keinem Zeitpunkt, dass der Film zu vollgestopft ist, oder dass eine Figur zu kurz kommt. Das Regieduo der Russo Brüder, die bereits den letzten Captain America Film inszenierten, werden wohl von ihrer jahrelangen Erfahrung im Sitcombereich zehren, um so viele Charaktere so gut zu jonglieren. Interessant sind bei der Riege der Helden natürlich die Neueinsteiger Black Panther und Spider-Man. Panther, alias T’Challa ist ein bierernster und verdammt cooler Charakter. Spider-Man ist all das, was ich mir von der Neuauflage der Figur erhoffte. Tom Holland, der nun nach Andrew Garfields „Amazing Spider-Man“-Reihe den Netzschwinger spielt, ist der Hammer! Sein Kostüm ist toll, wie er kämpft, wie er schwingt, wie er Witze macht, alles grandios! So wie der X-Men Colossus in „Deadpool“ am besten verkörpert wurde, bekommen wir hier in Civil War den besten Film-Spider-Man.

Civil War Comic

Meine Leseempfehlungen

Ich erwähnte gerade Kämpfe, denn die sind ebenfalls fantastisch! Das große Battle Royale am Leipziger Flughafen, dass man ja schon ausschnittsweise im Trailer sieht, zieht alle Register (Das nächste man, wenn sich die Avengers auf einen Flughafen prügeln, würde ich ihnen den neuen in Berlin empfehlen. Dort ist es dann auch schon egal ob etwas kaputt geht.). 12 Superhelden prallen da aufeinander und es ist genau so spektakulär wie man es sich vorstellt. Jeder Held bekommt eine Chance seine Kräfte zur Schau zu stellen, einen coolen Spruch zu bringen und generell den anderen ordentlich in den Hintern zu treten. Aber glaubt nicht, dass dies das Finale des Films ist, denn da geht es um einiges härter und emotionaler zu. Und gerade, das Emotionale macht diesen Film aus. Man versteht nämlich beide Seiten. Die Argumente von beiden Teams sind überzeugend und die Motivationen aller Figuren sind nachvollziehbar. „Civil War“ ist eine charaktergetriebene Geschichte. Ohne das Filmuniversum von Marvel, dass in den letzten 8 Jahren so viele Figuren und Szenarien etablierte, wäre dieser Streifen so nicht möglich gewesen. Wir kennen die Avengers und ihre Kumpels – hier wird ihnen einfach ein Konflikt vor die Nase gesetzt, eine Konsequenz aus ihren bisherigen Auftritten. Den Rest erledigen die Figuren untereinander. Aber es gibt auch ein paar kleine Abstriche. Ein Film dieser Größenordnung, mit so vielen Schauplatzwechseln und Helden, kann nicht den gleichen Fokus auf die Story legen wie der Vorgänger „The Winter Soldier“. Manchmal ist es schon etwas wirr, wenn von London auf New York und dann wieder auf Wien, Bukarest, Leipzig und so weiter gehüpft wird. Auch der von Daniel Brühl gespielte Helmut Zemo, der als Bösewicht irgendwo im Kampf zwischen Captain America und Iron Man auch eine Rolle spielt, ist zwar okay, haut mich aber (noch) nicht richtig von den Socken. Aber was solls, denn hier haben wir den großen Superheldenshowdown, den wir wollten! Ein rundes, bis ins Detail gut ausgearbeitetes Marvel-Event. Die Russo-Brüder zeigen, wie man auch mit einem großen Ensemble einen Charakterorientierten, emotionalen, witzigen, spannenden und spektakulären Superheldenfilm drehen kann. Hut ab, so kann es weiter gehen!

Mein Fazit: 8 von 10 unauffälligen Fluchtfahrzeugen von Volkswagen

Captain America: Civil War“ ist der zweitbeste Avengers-Film und der zweitbeste Captain America Film. Er mag für Neueinsteiger in die Marvelfilmwelt zwar sehr unübersichtlich sein, aber für alle, die das Marvel Cinematic Universe nun schon seit beginn verfolgen, ist es ein wahres Fest. Was die Russo Brüder ablieferten ist das „Staffelfinale“, das „Age of Ultron“ eben nicht war. Und sie gaben uns außerdem einen ordentlichen Konflikt zwischen Superhelden, bei dem DC mit ihren „Batman v Superman“ versagten. Alles in allem bin ich als Comicfan froh in dieser Zeit zu leben. Denn bis vor wenigen Jahren hätte ich eine Verfilmung des Comicevents „Civil War“ nicht für möglich gehalten. Und nun haben wir diesen Film, der seine Vorlage in einigen Belangen sogar überflügelt. Wow…

PS: Jetzt bleibt nur noch eine Frage zu klären. Bin ich auf der Seite von Cap oder Iron Man? Ich trug mein Captain America-Shirt im Kino und  beim schreiben dieser Review habe ich mein Winter Soldier Shirt an. Das sollte als Zeichen meiner Zugehörigkeit wohl reichen ;)

2 Pings

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