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Feb 18

„CLOVERFIELD“ (2008) Review

Da vor kurzem der dritte Film des „Cloverfield“-Franchises auf Netflix erschien habe ich mir gedacht zu dem Film zurück zu gehen, mit dem alles angefangen hat. 2008 machte J.J.Abrams Produktionsfirma Bad Robot einen großen Rummel um ihren neuen Film. Alles was man sah waren ein paar verwackelte Kameraaufnahmen und den Kopf der Freiheitsstatue, der durch die Straßen Manhattens geschleudert wird. Abrams liebt es seine Produktionen als Geheimnisse zu verpacken und Cloverfield ist das beste Beispiel dafür. Aber seien wir nicht ganz so kryptisch wie J. J. Und befassen uns kurz mit der Story des Films:

cloverfield-2008Der Film beginnt damit, dass einem Texteinblendungen klar machen, dass man ein sichergestelltes Videoband ansieht, dass als Top Secret eingestuft wurde. Diese Camcorderaufnahmen zeigen dann zuerst den gemeinsamen morgen von Rob und Beth, die offensichtlich eine romantische Nacht verbracht haben. Nach einem Schnitt sieht man durch das Auge des Camcorders Robs Bruder Jason und dessen Freundin Lily, die sich darüber unterhalten eine Abschiedsparty für Rob zu veranstalten – offensichtlich wird hier die Ursprüngliche Aufnahme von Rob und Beth auf dem Camcorder überspielt. Auf der angekündigten Party schiebt Jason, der alles festhalten sollte seine Kameramannbürde auf Hud, einem etwas leichtgläubigen und nervösen Kumpel ab. Kurz nachdem dieser etwas partyspaß und liebesdrama gefilmt hat, bebt jedoch die Erde. Und als die Partygäse das Gebäude verlassen finden sie sich in der oben erwähnten Szene in der der Kopf der Freiheitsstatue eindrucksvoll ins New Yorker Nachtleben geworfen wird. Dem Kreis der Partygäste wird schnell klar, dass ein gigantisches Ungetüm in der Stadt wütet und versucht diesem zu entkommen. Hud legt die Kamera jedoch nicht zur Seite und filmt ihre Flucht durch die Häuserschluchten Manhattens.

Von allen dieser „Found-Footage“-Filme ist mir Cloverfield mit der liebste. Das hat einige Gründe: Erstens ist er mit seinen 85 Minuten sehr kurz und zudem ist das gezeigte auch sehr kurzweilig, weil es auch nur die Geschehnisse eines Abends umfasst und sich alles in konstanter Bewegung befindet. Ein Film wie „Paranormal Activity“ hat zwar eine ähnlich kurze Laufzeit, wirkt aber deutlich langatmiger und durch die ständig gleichen Aufnahmen auch um einiges langweilger. „Cloverfield“ ist unterdessen um einiges cleverer seiner Geschichte mehr Hintergrund und seinen Figuren mehr substanz zu verleihen. Durch das „überspielen“ der ursprünglichen Aufnahmen wird einem die Romanze zwischen Rob und Beth erklärt, wodurch man sich unglaubwürdige Szenen spart in denen jemand vor der Kamera ihre Liebesgeschichte erklären müssen. Der nächste gute Trick von Cloverfield ist, dass Rob offensichtlich die Hauptfigur der Geschichte ist, er jedoch nicht derjenige ist, der die Kamera hält. Rob ist es, der die Gruppe anführt und dessen Motivationen die Geschichte vorrantreiben. Hud der Kameramann ist Robs etwas unbeholfener Freund, dem man das „ich muss das alles Filmen“ viel mehr abnimmt. Im Film wird auch das eine oder andere mal die Kamera aktiv genutzt – zum Beispiel, wenn sich die Figuren das gefilmte ansehen um nochmal zu sehen, was da eben für eine Monstrosität zwischen den Wolkenkratzern durchgewandert ist. Meiner Meinung nach nutzt kaum ein anderer Film das „Found Footage“-Format so durchdacht und unterhaltsam. Mit einem Budget von gerade mal 25 Millionen Dollar schaffte „Cloverfield“ es einen beeindruckender und durch das „mittendrin“-Gefühl beängstigender Riesenmonsterfilm zu sein – und meiner Meinung nach einer der besten amerikanischen Streifen in diesem Genre. Auch wenn er nicht die tiefe eines Godzillas oder Shin-Godzillas hat und nicht mit so viel Action wie manch anderer Film mit gigantischen Monstern aufwarten kann, ist Cloverfilm ein cooler Streifen für zwischendurch. Das Drehbuch schrieb der Buffy-Veteran Drew Goddard, der danach dann Streifen wie „The Cabin in the Woods“ und „Der Marsianer“ schrieb und der Showrunner der Daredevil Serie auf Netflix ist. Regie führte Matt Reeves, der im Anschluss das grandiose Remake „Let Me In“ drehte und einer der wichtigsten Fadenzieher der neuen „Planet der Affen“-Trilogie ist. Hinter dem Film stecken also einige Leute mit Talent und abgesehen davon, dass der Streifen das „Cloverfield“-Franchise stemmte, erhielten die Karrieren von Goddard und Reeves einen verdienten boost.

Mein Fazit: 8 von 10 Slusho!-Shirts

Alles in Allem ist „Cloverfield“ einfach ein starker Film, der sein Found Footage Gimmick sehr effektiv und durchdacht einsetzt. Natürlich hat er auch diese „Warum filmt der Kerl das alles?“-Momente und dem einen oder anderen kann bei den stark verwackelten, hektischen Szenen des Films etwas schwindelig werden – doch dies sind nur kleine Problemchen in einem ansonsten echt gut gemachten Filmchen.