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Mrz 06

“CRAWL” (2019) Review

Es passiert mir immer wieder: Da nehme ich mir entschlossen vor einen Film im Kino anzusehen, aber dann komme ich irgendwie nicht dazu und muss auf den Homevideorelease warten. Genau so erging es mir mit dem Alligator-Schocker „CRAWL“. Da dieser jedoch jetzt Bestandteil meiner Filmsammlung ist, kann ich euch nun auch mitteilen, ob er vielleicht auch für euch die Anschaffung wert ist. Zuerst bringen wir aber mal die Handlung auf den Tisch:

crawl-review-2019Haley ist zwar seit Jahren mit ihrem Vater zerstritten, aber trotzdem macht sie sich sorgen um ihn. Ein Hurrikan naht heran und anscheinend wurde ihr alter Herr nicht aus ihrer ehemaligen Heimatstadt in Florida evakuiert. Trotz der Straßensperren und den schon jetzt apokalyptischen Verhältnissen macht sie sich auf den Weg und findet auch flux den Familienhund Sugar. Ihr Vater ist im Haus jedoch nicht zu finden – es stellt sich heraus, dass er unter dem Haus ist. Dort steigt wegen des Sturms jedoch bedrohlich schnell das Wasser und drückt damit auch Alligatoren herein. Die verfressenen Wasserechsen machen sich in und um das Haus breit und Haley muss irgendwie sich selbst, als auch ihren verletzten Vater und den putzigen Hund Sugar aus dieser Situation retten.

„Crawl“ wurde von Regisseur Alexandre Aja gedreht, der durch die Remakes von „The Hills have Eyes“ und „Piranha“ bekannt wurde. Der etwas originellere „Crawl“ fühlte ich mich etwas an den Haifilm „The Shallows“ mit Blake Lively erinnert. In beiden muss sich eine junge Heldin mit starken Überlebenswillen vor dem im stetig steigenden Wasser lauernden Tod bewahren. Die Alligatoren im Film waren ein etwas zweischneidiges Schwert. Die computeranimierten Reptilien mögen zwar photorealistisch sein, aber über allen hängt dieser sterile Hauch des Synthetischen kombiniert mit einer Überinszenierung der Tiere. Der Film tappt in die gleiche Falle wie viele neuere Filme, die real wirkende Tiere mit CGI-Effekten auf den Bildschirm zaubern können (wie z.B. „The Shallows“). Die Alligatoren fauchen, brüllen und zappeln unentwegt umher – die veralteten, statischen Effekte mit Puppen und so kommen da ironischer Weise näher an das verhalten der echten Tiere heran, die nun mal eher auf der lauer liegen und sich meist nur dann bewegen, wenn sie blitzschnell zuschlagen. Die überdrehten Alligatoren schmälern zwar etwas mein Sehvergnügen als Tier-Nerd, aber sie stellen trotzdem durchweg eine Bedrohung im Film dar. Dies würde sogar noch besser funktionieren, wenn die von Kaya Scodelario gespielte Hauptfigur Haley nicht so unkaputtbar wäre. Auch dies hätte das Abenteuer durchweg glaubhafter und spannender gemacht, wenn Haleys zahlreiche Blessuren, die sie im Film sammelt mehr Auswirkungen hätten. Wie gesagt, sind dies alles Dinge, die den Film etwas schaden, jedoch nicht schlecht machen. Ich hatte meinen Spaß mit „Crawl“, da er einem stets rätseln lässt wie Haley die nächste aussichtslose Situation meistert oder wie sie ihren Verletzten Paps vor den Kiefern der nimmersatten Alligatoren beschützt. Das Wasser steigt und die Figuren sind somit im Haus eingeschlossen, die Klaustrophobie kombiniert mit der tickend Uhr sind eine gute Kombi. Allerdings ist das Herz des Films der Hund Sugar – ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei solchen Filmen bange ich immer am meisten um den Doggo, und der Terriermischling Sugar erfüllt diese Rolle grandios.

 

Mein Fazit: Einen Gator-Daumen hoch!daumen-hoch

„Crawl“ ist nicht der große Wurf und die Neuerfindung des Rades – Krokofilme wie „Rogue“ oder der erste „Alligator“ rangieren da höher auf meiner Liste. Doch auch wenn „Crawl“ in die gleichen Fallen wie viele modernere Tierhorrorfilme tappt, ist er dennoch einfach unterhaltsam und spannend gedreht. Der unbeirrbare Überlebenswille von Haley, der süße Doggo Sugar und die mit hungrigen Reptilien gefüllte Prämisse machen eben doch was her. Fans von Tierhorrorfilmen sollten also nicht enttäuscht werden.