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Mrz 05

„DAS RELIKT“ (1997) Review

Es ist nun bereits das 3e mal, dass ich hier auf meiner Seite über diesen Streifen Schreibe. Damals, 2011, als diese Seite ins Internet hineingeboren wurde schrieb ich sogar meinen ersten richtigen Artikel über „Das Relikt“, in dem ich kurz meinte, der Film ist gut, das Buch ist besser – zieht euch den Scheiss rein. Dann später habe ich das Monster der Story gezeichnet, wobei ich mich an die Beschreibung aus dem Roman hielt. Wie ihr seht bin ich ein kleiner Fan von „Das Relikt“, aber die Verfilmung habe ich schon seit mindestens 7 Jahren nicht mehr gesehen. Darum habe ich diesen Streifen auch als erstes aus der Kiste gekramt, als ich mir vornahm dieses Frühjahr über 90er Jahre Horrorfilme zu schreiben. Okay, genug Vorgeplänkel, kommen wir zur Handlung des Films:

das-relikt-1997Lt. Vincent D’Agosta ermittelt wegen eines grausamen Massenmordes. Im Hafen von Chicago läuft ein Frachtschiff aus Brasilien ein, dessen komplette Mannschaft enthauptet wurde. Kurz darauf geschieht ein ähnlicher Mord an einem Wachmann im städtischen Field Museum of Natural History. Dort arbeitet auch Dr. Margo Green, eine Evolutionsbiologin, dessen Arbeit von neuen Spendengeldern abhängt. Sie, und das ganze Museum ist von einer bevorstehenden Gala abhängig. Doch wegen des grausamen Mordes ringt D’Agosta damit das Museum bis auf weiteres geschlossen zu halten, bis der Mörder gefunden ist. Doch der Druck vom Museum, seinen Vorgesetzten und dem Bürgermeister wächst und obwohl er gar kein gutes Gefühl dabei ist, lässt er die Gala stattfinden. Wenn sie jedoch gewusst hätten, was sich an Bord des Schiffes aus Brasilien gekommen ist und sich nun in den verwinkelten Gängen und Kellergewölben des Museums versteckt, hätte wohl niemand so auf diese Gala gepocht.

1994 erschien der Roman „Relic – Museum der Angst“ vom Autorenduo Douglas Preston und Lincoln Child. Der Roman hat den selben bodenständigen Sience-Fiction-Vibe wie Michael Chrichtons Werke. Dies ist der Grund wieso ich den Roman mag – alles was in die Richtung von Jurassic Park geht verschlinge ich so wie es ein hungriger T.rex mit einen Anwalt machen würde – und darum glaube ich wurde auch eine Verfilmung des Materials in die Wege geleitet. Schließlich war „Jurassic Park“ der Blockbuster der 90er. Regie übernahm Peter Hyams, der für Sience-Fiction-Filme wie „Timecop“, „Outland“ und „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen“ bekannt war. Hyams war hauptsächlich dadurch hin und weg von dem Projekt, weil die Handlung des Romans „Relic“ im American Museum of Natural History (kurz AMNH) in New York spielt. Er selbst ist nämlich in der unmittelbaren Nachbarschaft dieses Museums aufgewachsen und hat viel Zeit darin verbracht. Leider, leider wollte das AMNH hier nicht mitspielen, anscheinend weil man besorgt war, dass durch einen derartigen Horrorfilm keine Kinder mehr ihr Museum besuchen wollen würden. Die Handlung musste also in das ebenfalls riesige Field Museum in Chicago verlegt werden. Und das ist nur eine der vielen Änderungen, die bei der Adaption des Romans durchgeführt wurden. Zwei der Hauptfiguren, FBI-Agent Pendergast und Polizist D’Agosta wurden zu einem Charakter verschmolzen und andere zentrale Figuren wie der schmierige Reporter Smithback wurden völlig gestrichen. Das der Film nicht mit dem Roman mithalten kann ist klar, welche Verfilmung vermag das schon, trotzdem habe ich einen speziellen Platz im Herzen für den Film „Relikt“. Hyams wollte ein besonderes Spiel von Licht und Schatten in seinem Film haben. Das Ergebnis war ein besonders düsterer Film mit starken hell-dunkel-Kontrasten. Ich habe gehört, dass es dadurch Probleme bei den VHS- und DVD-Veröffentlichungen gab, die viel zu dunkel ausfielen und man so oft kaum sehen kann was im Film geschieht. Dies wurde jedoch beim Bluray-Release gelöst und man kann die ursprüngliche Version des Regisseurs wieder erleben. Dies Ermöglicht auch einen etwas genaueren Blick auf das Monster des Films: Den Kothoga. Wie in Jurassic Park hat sich Special Effekt Zauberer Stan Winston mit seinem Team um Design und praktische Umsetzung des Monsters gekümmert. Eine animatronische Variante, ein Anzug mit einem Schauspieler darin, ein komplexes System um den Kopf und das Gesicht des Monsters zu steuern – alles was sich ein Fan von Winstons Arbeit und Monsterfilmen im allgemeinen Wünschen könnte. Die Computereffekte, die eingesetzt wurden wenn der Kothoga z.B. springt oder ähnliche athletische Bewegungen vorllbringt entsprechen dem Standard der Zeit. Einiges sieht wegen dem oft sehr dunklen Bildes auch heute noch verdammt überzeugend aus, aber vorallem im Finale des Films sieht man den CGI-Effekten an, dass sie anno 1997 gerendert wurden. „Das Relikt“ versucht einen Monsterfilm auf die gleiche „glaubhafte“ weise aufzuziehen wie „Jurassic Park“ oder „Der Weiße Hai“, wirft aber etwas mehr düsteren und klaustrophobischen Horror ala „Alien“ in den Mix. Leider reicht das Endprodukt an keine der drei oben genannten Einflüsse heran. Hyams schafft es nicht eine derart nervenzerreißende Spannung wie Spielberg oder Scott aufzubauen. Ein Grund dafür mag vielleicht sein, dass der Kothoga sich zu sprunghaft durch das Museum bewegt. In einer Szene tötet er jemanden im einen Ende des gigantischen Museums und in der nächsten springt er am anderen Ende des Museum umher. Klar, es ist beängstigend, wenn das Monster praktisch überall auftauchen könnte, aber irgendwie verliert man dadurch den realistischen Touch und der Effekt der drohenden Nähe des Monsters wird dadurch etwas verwässert. Nichts desto trotz ist „Das Relikt“ ein grundsolider Monsterfilm, den ich nur jeden Freund des Genres ans Herz legen kann und er ist zweifelsohne der beste “Nachts im Museum”-Film.

 

Mein Fazit: 7,5 von 10 Speckkäfern

Ähnlich wie mein letzter Ausflug in die Horrorfilmlandschaft der 90ger, „Event Horizon“ ist „Das Relikt“ an den Kinokassen gescheitert. Zu Unrecht wie ich finde. Zwar erfindet der Film das Rad nicht neu, und reicht nicht an die großen Klassiker heran, aber er ist ein starker Streifen. Und er war einer der letzten seiner Art. Harte Monsterstreifen voller Blut und Enthauptungen und einem trotzdem relativ hohen Budget sieht man heutzutage sehr selten – vor allem wenn sie nicht Teil eines bereits etablierten Franchises sind. „Das Relikt“ war ein B-Movie, der mit der Qualität und dem Brillantschliff eines Blockbusters gedreht wurde. Ein Konzept das finanzielle Perlen wie eben „Der Weiße Hai“ hervorbringen kann, aber leider auch oft genug zum kostenintensiven Flopp fürs Studio wird.

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  2. „MIMIC“ (1997) Review » Degl-Toons

    […] einer der Versuche eine B-Movie-Handlung mit A-Movie Standards zu drehen. 1997 sah „Mimic“, „Das Relikt“ und „Event Horizon“ floppen und dies mag wohl der Grund sein, wieso es immer weniger Filme […]

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