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Jul 03

“DIE MUMIE” (1999) Review

Seit dem ersten Mumienfilm von 1932 gab es dutzende Streifen über Mumien, aber der Film, der den meisten als erstes Einfällt ist der Actionsfilm mit Brendan Fraser in der Hauptrolle, der 1999 erschien und dessen Fortsetzungen. Darum werde ich anlässlich meines Mumienmarathons, mir nun die Mumientrilogie meiner Generation vorknöpfen. Fangen wir also mit dem ersten Teil an und prüfen wir, ob der Film tatsächlich ein moderner Klassiker ist, oder ob wir nur von unserer Nostalgie geblendet werden.

die-mumie-1999Rick O’Connell ist ein Abenteuerer, den es in den 20ern in eine sagenumwobene Ruinenstadt in der ägyptischen Wüste verschlagen hat. Dort findet ist er Teil eines Gefechtes zwischen der französischen Fremdenlegion und eines berittenen Wüstenvolks. Es sieht schlecht für ihn aus, aber Rick kommt gerade so mit dem Leben davon. 3 Jahre später trifft Rick auf den langfingrigen, Taugenichts von einem Archäologen Jonathan Carnahan und dessen ebenfalls stark an Ägyptologie interessierte Schwester Evelyn. Evelyn und Jonathan möchten die legendäre Stadt Hamunaptra finden und wie es der Zufall will war eben dies die Stadt in der Rick vor Jahren als scheinbar einziger Überlebender fliehen konnte und da Rick in Evelyns Schuld steht will er sie und Jonathan dort hin führen. Hamunaptra soll voller Schätze sein und angeblich magische Artefakte wie das Buch der Toten verbergen, doch es liegt auch ein Fluch auf dieser Stadt der Toten. Der Hohepriester Imhotep wurde von tausenden von Jahren lebendig beigesetzt und die Chancen stehen leider sehr hoch, dass die Truppe neugieriger Schatzjäger ihn versehentlich aus seinem Schlaf erweckt.

Diesen Film haben wir hauptsächlich Stephen Sommers zu verdanken, der das Drehbuch schrieb, es bei den Studiochefs von Universal Pictures durchboxte und sogar die Regie übernahm. Es war seine Idee aus dem ehemaligen Horrorfranchise einen Abenteuerfilm zu machen. Durch das Setting in den 20ern und einen größeren Fokus auf Action und Humor hatte „Die Mumie“ mehr mit eine lustigeren Indiana Jones als mit Karloffs Original oder z.B. den beiden Hammerfilmen die ich neulich reviewed habe, zu tun. Ich glaube am besten könnte man den Streifen mit „Der Fluch der Karibik“ vergleichen. Doch der Mix funktioniert! Der Film wurde zum Überraschungserfolg des Kinosommers 99. „Die Mumie“ lässt sich am besten als unbeschwerlichen und unbedarften Popcornstreifen beschreiben. Das beste am Streifen ist meiner Meinung nach die Figur des Jonathan, der mehr Ganove als Archäologe ist und obwohl er als Comic Relief Charakter fungiert trotzdem nicht nervig ist und obwohl er generell als Nichtsnutz dargestellt wird immer wieder den Helden nützlich ist. Brendan Fraser habe ich irgendwie nie den Actionhelden abgekauft. Ich sehe ihn irgendwie immer in erster Linie als Comedyschauspieler – von dem her ist er in diesem Genremix aus Horror, Abenteuer und Humor gut aufgehoben. Ich glaub kein anderer hätte so bescheuert aber trotzdem badass dieser gröhlenden Mumie stellen können. Da es sich bei „Die Mumie“ um einen Streifen der späten Neunziger handelt ist er natürlich voller halbgarer CGI-Effekte. Es gibt einige Szenen, die echt verdammt gute Effekte vorweisen können – die Imhotep im halbverwesten Zustand sieht immer noch klasse aus, aber sehr viele der Computertricks sind schlecht gealtert. Das Gesicht im Sandsturm war vor 20 Jahren vielleicht atemberaubend, aber heutzutage kann man damit niemanden mehr beeindrucken. Schade eigentlich, denn ansonsten ist der Streifen ein extrem kurzweiliges Spektakel, bei dem man nicht unbedingt viel mitdenken muss, dass aber durchaus unterhaltsam ist.

Mein Fazit: 6,5 von 10 menschenfressenden Skarabäen

Stephen Sommers hat es damals echt geschafft und einem der Universal Monster wieder erfolgreich Leben eingehaucht. Bis heute wird „Die Mumie“ von 1999 der breiten Masse als DER Mumienfilm betrachtet und das zurecht. Der Streifen ist kein zeitloser Klassiker aber eben effektgeladenes Actionfeuerwerk für verregnete Samstagnachmittage.

2 Pings

  1. „DIE MUMIE: DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS“ Review » Degl-Toons

    […] in einem Bild. Die letzte wichtige Figur ist Jonathan Carnahan, Evelyns Bruder. Ich lobte vor allem im ersten Film wie er als Comic Relief Figur genutzt wurde, die nicht nervig, sondern nützlich für die Handlung […]

  2. „DIE MUMIE“ (1932) Review » Degl-Toons

    […] gibt es zwar einige, aber generell gab es bisher 3 nennenswerte Reihen. Die bereits erwähnten Fantasy-Actionfilmtrilogie mit Brendan Fraser, die in den späten 50ern gestartete Reihe der britischen Hammer-Studios und die Originalreihe von […]

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