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Jul 11

„DIE MUMIE: DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS“ Review

Kommen wir zum letzten Mumienfilm mit Brendan Fraser und damit auch zum Finale unseres Mumienmarathons, der uns durch acht Dekaden von bandagierten Bösewichten führte. Oh ja, ich habe es genossen die ganzen alten Streifen anzuschauen, aber ich bin jetzt auch wirklich froh mich wieder anderen Streifen widmen zu können. Ich habe bereits einen Stapel von Filmen, die ich euch empfehlen oder abraten möchten. Aber widmen wir uns nun der Handlung von „Das Grabmal des Drachenkaisers“, einen Film, den ich euch wohl eher abraten werde:

mumie-3Wir schreiben das Jahr 1946. Alex, der Sohn der O’Connells ist inzwischen zum jungen Mann herangewachsen und ist selbst Teil einer Expedition, die in China das Grab des Drachenkaisers Han finden möchte. Und tatsächlich entdeckt der angehende Archäologe die von tausenden Terrakottakriegern bewachte Grabanlage des tyrannischen Herrschers. Was Alex nicht weiß, ist dass der Kaiser und seine Armee verflucht wurden auf ewig in Form von Terrakottastatuen zu verweilen und das dieses Grab seit Jahrhunderten bewacht wird. Unterdessen wird Rick und Evelyn O’Connell von der amerikanischen Regierung der gefährliche Auftrag angeboten, ein sagenumwobenen Juwel zurück nach China zu bringen. Obwohl sich das Ehepaar geschworen hat, sich nicht mehr in derartige Abenteuer zu stürzen, juckt es beiden spürbar in den Fingern und sie stimmen zu. So werden auch sie Teil eines Komplotts, einer geheimnisvollen chinesischen Gruppierung, die den Drachenkaiser wieder erwecken möchte.

 

 

Nachdem „Die Mumie kehrt zurück“ ein großer Erfolg war und auch das Spin-Off „The Scorpion King“ sich gut an den Kinokassen machte, entschloss sich Universal, dass Stephen Sommers der Papa des Franchises nun die restlichen Universal Monster wieder salonfähig machen sollte. Darauf hin entstand der nicht sonderlich gute Film „Van Helsing“ mit Hugh Jackman in der Hauptrolle, für den Sommers als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur arbeitete. Obwohl der Film auch ordentlich Kohle machte, waren weder Kritiker noch Publikum begeistert. Da Sommers so eine zeit lang anderweitig beschäftigt war und Universal nicht wirklich einen Plan hatte wie es mit ihren Filmmonstern weiter gehen sollte dauerte es bis 2008 bis eine weitere Fortsetzung um Brendan Frasers Rick O’Connell und somit der dritte Teil der Mumienreihe in die Kinos kam. Diesmal zog sich Sommers jedoch zurück und wollte nur noch produzieren. Das Drehbuch wurde von anderen geschrieben und auf dem Regiestuhl nahm Rob Cohen platz, der bis dato Filme wie „Dragonheart“, The Fast and the Furious“ und „xXx – Triple X“ inszenierte. Es gibt einige Dinge, die im dritten Mumienfilm bei weitem nicht mehr so gut funktionierten wie in den zwei Vorgängern. Worüber ich irgendwie nicht hinwegsehen kann, ist die Zeitspanne die im Film zwischen den Abenteuren verging und in der Realität. Nur zur Erinnerung, die Filmtrilogie erschien in einem Zeitraum von 9 Jahren und in den Filmen sind (wenn man den Vorspann von Rick O’Connell im ersten Film mitzählt) 23 Jahre vergangen. Rick O’Connell altert also extrem langsam, da er in „Das Grabmal des Drachenkaisers“ in seinen 50gern sein sollte, aber noch genau so jung und vital wirkt wie sein Sohn, der zwischen den Filmen vom Lausbub zum Actionhelden heranwuchs und nun von einem Schauspieler gespielt wird, der gerade mal 13 Jahre jünger ist als Brendan Fraser. Sorry, aber das hat mich den ganzen Film über gestört. Rachel Weisz, die in den ersten beiden Filmen die weibliche Hauptrolle übernahm wurde für den dritten Teil von Maria Bello ersetzt, was einem als Zuschauer noch zusätzlich vor den Kopf stößt. Die Handlung in ein anderes Land zu verlagern und einen neuen Bösewicht in Form des Drachenkaisers zu etablieren war eigentlich keine schlechte Idee um etwas frischen Wind in die Reihe zu bringen, aber leider haperte es hier auch hinten und vorne. Jet Li als Antagonist mag keine schlechte Wahl sein, aber seine Figur ist bei weitem nicht so interessant und charismatisch wie Arnold Vosloos Imhotep. Imhotep war getrieben von Machtgier und Rache und seiner verbotenen Liebe zur verlobten des Pharaos – während der Drachenkaiser Han einfach nur die Weltherrschaft will. Es ist auch noch hinderlich, dass Jet Li geschlagene 30 cm kleiner als Brendan Fraser ist, wodurch jede Actionszene nur ein wild zwischen echten Schauspielern und Stuntdoubles hin- und hergeschnitten wird. Dadurch gibt es keine gute Kampfszene zwischen den beiden im Film und man sieht sie eigentlich nie gleichzeitig in einem Bild.

mumie-trilogie

Die DVD-Box der Reihe. Ich kann sie zu 2/3 empfehlen.

Die letzte wichtige Figur ist Jonathan Carnahan, Evelyns Bruder. Ich lobte vor allem im ersten Film wie er als Comic Relief Figur genutzt wurde, die nicht nervig, sondern nützlich für die Handlung und auch die anderen Figuren ist. Dieses Lob kann ich hier keines Weges aussprechen. Ich weiß nicht wieso Jonathan mit in den Kampf gegen die Mumie zieht, da sein einziger Beitrag ist, dass er ununterbrochen wiederholt, dass er Mumien hasst. Jonathan war von Anfang an als Witzfigur konzipiert, aber er funktionierte im Rahmen der Handlung der ersten beiden Filme. Hier ist er schlicht und einfach unnütz und liefert nur immer wieder den selben, lahmen Gag ab. Die Handlung des Films ist ebenfalls eine Katastrophe und Aneinanderreihung von Plotholes. Plötzlich tauchen Yetis auf und schließen sich dem Kampf an, die verwundeten Helden schaffen es schneller sich aus einer Lawine zu befreien und einen Berg zu besteigen, als der unsterbliche Bösewicht, der die Elemente beherrscht und im Finale schließt sich ein Kampfflugzeug der Schlacht an, von den man nicht weiß woher es kommt oder wer es fliegt, etc, etc, etc. Die ersten beiden Filme werden auch keinen Preis für das beste Drehbuch und die beeindruckendste Handlung bekommen, aber sie waren zumindest in sich schlüssig. Beim Grabmal des Drachenkaisers schafft man es aber nicht mal die recht einfache Schnitzeljagd-Handlung gut zu erzählen. Das meiste was geschieht ist entweder dämlich oder ergibt einfach keinen Sinn. Nach dem langsamen qualitativen Abstieg von Teil 1 zu 2 legte der dritte Film der Mumienreihe eine komplette Bruchlandung hin. Und das zeigte sich auch an den Kinokassen, denn mit „Das Grabmal des Drachenkaisers“ nahm Universal deutlich weniger Geld ein als mit den anderen Filmen der Reihe. Und erschwerend kam auch noch hinzu, dass zur gleichen Zeit Christopher Nolans „The Dark Knight“ ins Kino kam und abräumte, was es nur so zum abräumen gab. Das Schicksal von Sommers Mumienfilmen war damit besiegelt.

 

Mein Fazit: 3,5 von 10 Eimern voller Yakkotze

„Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ kann ich sehr gut mit einem Wort beschreiben: Müssig. Action, Handlung, Protagonisten, Antagonisten – in jeder Facette ist dieser Film deutlich schlechter als seine Vorgänger. Trotdem glaube ich, dass Universal vielleicht besser gefahren wäre wenn sie auf diese Mumienfilme aufgebaut hätte um ihr neues Filmuniversum zu starten. Ich hätte es mit einem Remake von „Der Schrecken des Amazonas“ oder einen neuen „Wolfman“ versucht, der in den 50ern spielt und dort dann zum Ende die O’Connels aufkreuzen lassen um die Filmreihen zu verbinden. Aber Universal und das Publikum weiß einfach nicht was gut ist und was sie wollen. Wolfman von 2010 war meiner Meinung nach ein starker Film und das beste Remake eines Universal Horrorfilms in näherer Vergangenheit. Es heißt nun jedoch gespannt sein. Das Mumienremake von 2017 ist stark gefloppt und es bleibt abzuwarten wie Universal nun mit ihren „Dark Universe“ weiter vorgehen wird.

 

Hier nochmal alle Mumienfilme im Überblick:

Die Mumie (1932)

Die Rache der Pharaonen

Das Grab der blutigen Mumie

Die Mumie (1999)

Die Mumie kehrt zurück

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