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Jun 17

“DIE RACHE DER PHARAONEN” (1959) Review

Anlässlich des erneuten Remakes von „The Mummy“ kämpfe ich mich weiter durch die Filmgeschichte der bandagierten, untoten Ägyptern. Nachdem Universals erste Mumie von 1932 eigentlich ein Erfolg war dauerte es trotzdem einige Zeit bis sie sich erneut mit dem Material beschäftigten. 8 Jahre später, also 1940 folgte jedoch ein Reboot der Reihe. Die Mumie war nun nicht mehr Inhotep, sondern Kahris, der jedoch auch wie im Original eine Reinkarnation seiner damaligen Liebschaft sucht. Kahris entspricht dabei mehr der stereotypischen Mumie, eingepackt in Bandagen und Stumm, die wie ein Zombie umherwandelt. Universal drehte 4 Filme um Kahris, in denen er stets der Handlanger eines bösen Priesters war und einen Film in dem die Mumie auf das Komikerduo Abbot und Costello traf. Um diese Filme geht es heute jedoch nicht direkt. Eigentlich möchte ich über das Remake der Hammerstudios mit Christopher Lee und Peter Cushing reden, das 1959 erschien – dabei handelt es sich jedoch um ein Remake, des Mumienreboots aus den 40ern. Jeder jammert über die vielen Remakes heutzutage, aber wenn man sich ansieht, dass Universal innerhalb von 8 Jahren ein Reboot ihrer eigenen Reihe gedreht hat und dass nur 4 Jahre nach dem letzten Universalfilm 1955 ein Reboot durch Hammer entstand finde ich die aktuelle Rate der Mumienremakes recht zahm. Okay, genug davon. Sehen wir uns die Story des Hammerfilms „Die Rache der Pharaonen“ an:

die-rache-der-pharaonenMein Liebling Peter Cushing spielt Peter Banning, einen Ägyptologen, der zusammen mit seinen ebenfalls in diesem Jargon tätigen Vater und Onkel endlich das Grab der ägyptischen Prinzessin Ananka finden. Während Peter mit einem gebrochenen Bein im Zelt warten muss erkunden sein Vater Stephen und Onkel Joseph das Grabmal, obwohl sie aufs schärfste von einem Ägypter namens Mehemet Bay dafür verurteilt werden. Stephen macht eine ungewöhnliche Entdeckung, die so erschreckend ist, dass er einen Nervenzusammenbruch erleidet. Erst 3 Jahre später hat sich Stephen so weit von dem Schock erhohlt, dass er sich wieder an Einzelheiten erinnern kann. Er lässt seinen Sohn zu sich in die Nervenheilanstalt rufen und erzählt ihn davon, dass er versehentlich die Leiche des Hohepriesters Kahris wiederbelebte, der wegen seiner Frevel lebendig mumifiziert wurde und auf ewig über die Totenruhe der Prinzessin wachen muss. Nun soll Kahris hinter ihm her sein. Und tatsächlich taucht der wandelnde Leichnam auf und übt blutige Rache an allen, die das Grab seiner Prinzessin entweihten.

Genau wie Universal startete Hammer seine Horrorreihe mit Frankenstein und Dracula und etablierte als drittes die Mumie. Hammer setzte jedoch bei allen drei Produktionen auf den Regisseur Terence Fischer und das Schauspielerduo Lee und Cushing. Es ist immer eine Freude zu sehen wie Peter Cushing von Christopher Lee gewürgt wird. Die beiden haben so viele Horrorfilme gemeinsam gedreht und so oft sieht man, wie Lee seine Hände um Cushings Hals legt, dass es schon fast ihr Markenzeichen sein könnte. Lee als Monster und in einigen Flashbackszenen auch als der ursprüngliche Priester Kahris und Cushing als hinkender Ägyptologe sind natürlich wie immer fantastisch und der beste Teil des Films. Hammer war schlau, nicht die sehr Imhotepgeschichte neu aufzulegen, die wie ich neulich schon erwähnte sehr ähnlich zu Dracula ist. Kahris Story hebt sich eher von den anderen Monstern ab, doch leider muss ich sagen, dass wie auch bei den Universalfilmen der Mumienstreifen nicht mit Dracula und Frankenstein mithalten kann. Oh, schlecht ist der Streifen bei weitem nicht. Ich mag die Rückblendenszenen in denen Peter Cushings Figur die Legende von Kahris und Ananka erzählt. Und es ist richtig cool, wie Lee durch Gitterstangen, Türen und Fenster bricht, die Leute erwürgt und unverwundbar wie Michael Myers oder Jason Vorhees ist. Die Szene in der Kahris gegen Peter kämpft ist eine ihrer actionreichsten Kinoauseinandersetzungen. Aber es ist eben so, dass Lees und Cushings Figuren schlichtweg nicht so tiefgründig, beängstigend oder intressant sind oder eine vergleichbare Dynamik haben wie die des Dr. Frankenstein und seiner Kreatur oder Van Helsing und Dracula. Ich weiß, ich reite viel auf diesen Vergleich herum, aber das ist eben die (zugegebener maßen hohe) Messlatte. Andererseit muss ich jedoch sagen, dass das dann auch schon der größte Kritikpunkt an „Die Rache der Pharaonen“ ist, den ich bringen kann. Ja, Dracula und Frankenstein sind besser, aber trotzdem rockt Hammers Mumie und gefällt mir besser als der erste Film mit Boris Karloff!

 

Mein Fazit: 7 von 10 abgetrennten Zungen

Es scheint so als wäre der wahre Fluch der Mumie, dass die Filme mit ihr immer im Schatten von Dracula und Frankenstein stehen. Nichts desto trotz ist „Die Rache der Pharaonen“ ein gelungener Neuaufguss des Materials. Terence Fischer lässt zelebriert die für seine Filme bekannte Gothicatmosphäre. Es ist ein Must-Watch für alle Fans von Mumienfilmen und auch für alle Fans von Christopher Lee und Peter Cushing.

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  1. „DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE“ (1971) Review » Degl-Toons

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