«

»

Nov 07

„DOCTOR STRANGE“ Review

Die unaufhaltsame Marvel Filmmaschinierie hat den nächsten Helden aus der Klamottenkiste gekramt. Im 14ten Film des Marvelstudios gibt es die Geschichte der mystischen Comicfigur Doctor Strange, verkörpert durch Benedict Cumberbatch. Als großer Fan der Marvelcomics und -filme, sowie dem Besitzer der höchsten Wangenknochen der Welt, musste ich mich nicht zweimal bitten lassen hier ins Kino zu stolpern. Doch wer ist Doctor Strange überhaupt? Werfen wir einen klitzekleinen Blick auf die Handlung:

doctor-strange-titleDoktor Stephen Strange ist der beste Neurochirurg weit und breit. Eine Koryphäe seines Faches, doch auch ein egozentrisches Schwein. Trotz seines Charmes kann Strange nicht darüber hinwegtäuschen wie eingebildet und arrogant er doch ist. Eines Tages baut er jedoch einen folgenschweren Autounfall. Seine kostbaren Hände tragen einen irreparablen Nervenschaden davon, die seiner Chirurgenkarriere ein vorzeitiges Ende beschert und Strange so seines Lebensinhalts beraubt. Nachdem er alles ausprobierte, was die westliche Medizin zu bieten hat, gibt er seinen letzen Penny aus um im tiefsten Nepal einen Heiler zu besuchen. Dieser Entpuppt sich als Uralte Magierin, genannt „Die Älteste“, die um sich einen Zirkel aus Schülern versammelt hat um unsere Welt vor spirituellen Gefahren zu schützen. Strange schließt sich nach anfänglicher Skepsis ihnen an – zu beginn nur um seine Hände wieder zu heilen, später erkennt er jedoch, dass die Zauberei seine wahre Berufung ist. Gerade rechtzeitig, denn Kaecilius, ein ehemaliger Schüler der Ältesten ist gerade dabei riesigen Ärger zu machen.

Doctor Strange ist wie Iron Man, nur mit Magie anstelle von Technik. Damit bin ich mit meiner Review fertig. Danke für die Aufmerksamkeit… Okay, okay, vielleicht habe ich noch etwas mehr zum Film zu sagen, aber die Iron Man Parabel ist sehr zutreffend. Erstmal ist Doctor Strange eine reine Origingeschichte. Abgesehen von der obligatorischen Szene nach dem Abspann, die mit einem kommenden Marvelfilm anknüpft, wird sich hier ausschließlich darauf konzentriert wie Stephen Strange vom Arzt zum Zauberer wird und versucht ein großes Unheil abzuwenden. Dabei macht der Regisseur Scott Derrickson (Sinister) ein paar kleine Fehler. Erstens finde ich, dass Stranges Romanze so kurz kommt, dass man sie sich auch komplett hätte sparen können. Zweitens ist es schwer nachzuvollziehen wie viel Zeit im Film vergeht. Es ist sehr schwammig gehalten wie lange Stephen trainiert und studiert um seine Fähigkeiten auszubauen. Man hat nicht wirklich das Gefühl, dass er wirklich lange und hart arbeitet um sich seine Magie zu verdienen. Und drittens fand ich es etwas schade, dass im Film so viel physisch gekämpft wird. Ich liebe ne anständige Klopperei in einem Film und mir war von Anfang an klar, dass es eine Menge Actionszenen geben wird. Doch das magische Setting des Films hätte so viel mehr Möglichkeiten geboten, als die magischen Waffen und Kung-Fu-Tritte, die hier größtenteils ausgetauscht werden. Ich weiß, ich weiß, meine Kritik hört sich bisher recht harsch an, aber das rührt vor allem daher, dass Doctor Strange viel Potential hätte aus gewohnten Mustern auszubrechen. Doch Marvel und Disney haben sich jedoch für den sicheren Weg entschieden. Das macht der Streifen zwar gut, aber dadurch sticht er nur selten aus der Masse hervor. Einer der Momente in dem der Film wirklich zeigt was er kann, ist das Finale. Ich möchte nicht verraten was passiert, doch die clevere Art wie Strange die Probleme hier angeht sind fabelhaft und spiegeln wieder, was die Figur auch in den Comics so interessant macht. Man hätte deutlich öfters in die psychadelische Schiene fahren können und die magischen Muskeln spielen lassen. Was bei weitem nicht heißt, dass der Film keine Schauwerte hat. Wenn Magie zum Einsatz kommt und damit Raum und Zeit gekrümmt und die Realität auf links gekrempelt wird, ist dies immer ein Augenschmaus, für den ich sogar gerne eine 3D-Brille aufsetzte. Generell habe ich vieles in dem Streifen geliebt. Benedict Cumbebatch spielt den Doctor klasse. Die Nebenrollen sind mit Chiwetel Ejiofor, Tilda Swinton und Mads Mikkelsen, wie von Marvel gewohnt, auch durch die Bank gut besetzt. Ich mochte die Figuren und das Design der Magie, der anderen Welten und der Kostüme (allen voran der Mantel des Schweben) sah cool aus. Es fehlt dem Film jedoch das gewisse etwas. Es fehlte einfach etwas an Mut den Streifen so verrückt und psychedelisch, wie es sich für Doctor Strange gehören würde. So ist der Film zwar gut, aber eben nicht so der Bringer wie er hätte sein können.

Mein Fazit: 6 von 10 total umständlichen Bücherregalen

Doctor Strange ist eine solide Episode des Marvel Filmuniversums. Trotz all seiner kleinen Fehler und verpassten Gelegenheiten unterhält der Film und macht Lust auf mehr Magie mit Benedict Cumberbatch. Und wenn man das, was man im Finale des Films und in der Nachcreditszene, als Richtwert heranzieht, kann Doctor Strange in seinen nächsten Filmabenteuer meine hohen Erwartungen vielleicht sogar erfüllen. Wie wäre es mit einer Verfilmung des Reihe „The Oath“? Das wäre der RICHTIG geil!