«

»

Okt 08

„DRACULA UNTOLD“ Review

Ich hab so meine kleine schwäche für die klassischen Universal-Monster. Von Frankenstein’s Monster, zum Wolfsmenschen bis hin natürlich zu Dracula. Ich habe mal in meinem DVD-Regal nachgezählt und da stehen 10 Draculafilme drinnen und locker noch mal so viele andere Vampirfilme. Von dem her bin ich mit der Materie gut vertraut und konnte nicht wiederstehen mir diesen neuen „Dracula Untold“ anzusehen, der so eine art Prequel zur Original Bram Stoker Geschichte sein soll. Also worum geht es in dem Streifen?

Dracula UntoldFürst Vlad, genannt der Pfähler, Sohn des Drachen ist als Kind in das türkische Heer eingezogen worden und zu einer Killermaschine ausgebildet worden. Nach Jahren des Krieges kehrte er zurück um Frieden nach Transsilvanien zu bringen. Er verteidigte es gegen die Türken und regiert nun mit seiner hübschen Frau und seinem Sohn an seiner Seite. Als Vlads Leute Spuren von einem getöteten türkischen Kundschafter findet, geht er dieser nach und stößt in einer dusteren Höhle im Gebirge auf eine unheimliche, gefährliche Kreatur mit übermenschlichen Kräften. Er schafft es dieser zu entkommen, aber kurz darauf stehen die Türken bei ihm auf der Matte. Die Transsilvanier sollen 1000 Jünglinge dem Sultan übergeben, die er für seine Armee haben will, inklusive Vlads eigenen Sohn. Da spielt der gute Fürst nicht so gern mit, denn er möchte nicht, dass sein Bub das gleiche erleben muss wie er. Die Türken sind darüber nicht sehr erfreut und ihre Antrwort darauf ist natürlich Krieg. Einen Krieg, den Vlad unmöglich gewinnen kann, darum sucht er die dämonische Kreatur in den Bergen auf, um von ihr die nötige Kraft zu bekommen um die Türken zurück zu drängen!

Hört sich das an, als hätte ich schon zu viel erzählt? Naja, groß gespoilert habe ich nicht, denn genausoviel erfährt man im Trailer und wirklich mehr hat der Film dann auch eigentlich nicht zu erzählen. Wer erwartet, dass man in den Film sieht, wie Dracula vom lieben Fürsten zum bösen Monster wird, der wird auf jedenfall enttäuscht. Der gute Vlad hat zwar hier und da einen kleinen düsteren Moment, aber böse wird er nie. Er bleibt immer der gute Protagonist, der mit unter einfach mal missverstanden wird. Es gab ein paar Stellen im Film, bei denen ich im Kinosessel hockte und mir dacht „Ah, jetzt! Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem er Böse wird!“ Und dann Puff, Drama weggespielt und Vladdie ist wieder der nette Vampirgraf von nebenan. Anscheinend traut man sich heutzutage kaum noch jemand einen Vampir, vorallem die Titelfigur eines Films zum Antagonisten werden zu lassen. Was soll das? Dracula ist DER böse Vampir! In den Film hätte man zeigen können wieso er so wurde, aber ne, dass hätte ja vielleicht Twilight-Fangirls verschrecken können. Aber was erwartet man schon von einem Gary Shore, einem Regiesseur, der noch nicht mal einen Wikipediaeintrag hat? Der wird vermutlich ordentlich nach der Pfeife der Anzugträger im großen Besprechungsraum des Produzenten getanzt haben. Natürlich, Dracula Untold hat ein paar nette Einstellungen und sieht vom Design her oft nicht schlecht aus, aber was uns hier vorgesetzt wurde ist im prinzip ein schlechter Superheldenfilm. Dracula bekommt seine Kräfte und entdeckt diese zuerst ein bisschen, so wie es in den Spider-Man-Filmen der Fall war – es gibt sogar eine Szene, später im Film, die Haar genau so aussieht wie eine aus „The Amazing Spider-Man 2“. Was gerade auch in der Luft hängt, ist das Gerücht, dass Universal wieder ein Filmuniversum mit ihren Monstern machen möchte, ähnlich dem, was es schon in den 40gern gab und dem was Marvel seit 2008 mit ihren Figuren rund um die Avengers macht (Das wollten sie mit dem “Wolfman” von 2010 auch schon versuchen, aber der floppte leider an den Kinokassen). Eigentlich fände ich es toll ein paar tolle Crossoverfilme in Anlehnung solcher Klassiker wie „Frankenstein meets the Wolfman“ zu sehen, aber mit Dracula Untold als Grundlage sehe ich da Schwarz. Um da noch einen Vergleich zu Superheldenfilmen aufzustellen – Als ich gestern aus dem Kino kam, meinte ich zu meinen Kumpels, dass „Dracula Untold“ für Dracula das gleiche ist wie „Man of Steel“ für Superman – also nicht besonders gut.

Mein Fazit: 4 von 10 Fledermäusen

Ich würde sagen, jeder der mit Vampirfilmen und insbesondere Draculafilmen weniger am Hut hat, kann den Streifen als netten Fantasy-Action-Streifen ansehen. Aber wir wissen alle, dass Nett die kleine Schwester von Scheiße ist. Viele Plotholes und oft dämliche Dialoge, sowie Actionszenen versauen einen den Film. Ein weiterer Pfahl ins Herz jedes klassischen Vampirfreundes ist dann auch die Epilogszene, aber ich will nicht alles vorweg nehmen.

1 Ping

  1. „DIE MUMIE“ (1932) Review » Degl-Toons

    […] schaffen, aber abgesehen von mir hasst wohl jeder den Film. 2014 versuchte man es erneut mit „Dracula Untold“, der aber wirklich kompletter Müll war. Und nun, 2017 will Universal es nochmal versuchen mit […]

Kommentare sind deaktiviert.