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Feb 28

“DRAGONBALL SUPER: BROLY” (2018) Review

Kaum eine Animeserie ist international ein so breiter Erfolg wie Akira Toriyamas Dragonball. In den Neunzigern lief die Ur-Serie Dragonball, doch erst als anfang der 2000er ENDLICH die Folgereihe Dragonball Z auf deutschen TVs flimmerte wurde die Geschichte um Son Goku auch hier zum Phänomen. Nach dem Ende von DBZ hielt der Serienschöpfer erst mal Abstand – es wurde zwar die Serie Dragonball GT produziert, diese hatte aber ohne Toriyama weder die gleiche Qualität, noch den gleichen Erfolg. Allerdings kam Toriyama 2015 wieder zu Dragonball zurück und die Serie „Dragonball Super“ entstand, die 4 Jahre nach der letzten Staffel von DBZ ansetzt und DGT vollkommen ignoriert. Was mehr oder weniger ein Nebenprodukt der Serien war, waren ein Vielzahl von Filmen die produziert wurden. Diese spielten meist in einer eigenen Kontinuität – hatten also keine Verbindung zur eigentlichen Serie. Zudem war die Qualität dieser Filme oft stark durchwachsen. Ein Fanliebling aus diesen Filmen ist jedoch Broly, ein Super Saiyajin der in insgesamt 3 Filmen eine Zentrale Rolle einnahm, jedoch nie zum RICHTIGEN Dragonball-Kanon gehörte. Damit soll nun Schluss sein, denn der Film „DRAGONBALL SUPER: BROLY“ ist nicht nur eine direkte Fortsetzung der abgeschlossenen Dragonball Super Serie, sondern integriert Broly erstmal direkt in den Dragonball-Kanon. Ich habe mir den Streifen in der englischen Synchronfassung reingezogen und nachdem wir noch etwas über die Handlung gesprochen haben, sag ich euch wie ich „DRAGONBALL SUPER: BROLY“ fand.

brolyDie Geschichte des Films beginnt Jahre bevor wir das erste mal Son Goku treffen und befasst sich erstmals mit Gokus Volk, den Saiyajins und deren Heimatplaneten Vegeta. Die Saiyajin sind ein stolzes Kriegervolk und erobern Planeten und verkaufen diese an den meistbietenden. Allerdings sind sie bereits seit geraumer Zeit unterjocht vom unglaublich mächtigen Freezer. Die Saiyajins spielen hier zwar gezwungenermaßen mit, sind aber nicht wirklich zufrieden über diesen Sachverhalt. Der König von Planeten Vegeta, der ebenfalls Vegeta heißt, ist im festen Glauben, dass sein Sohn, auch Vegeta, eines Tages zum größten Krieger seines Volkes und sogar des ganzen Universums wird. Schließlich ist er von adeligen Blut und bereits im Säuglingsalter kann sein enormes Potential festgestellt werden. Doch auch bei dem Saiyajinbaby Broly, dem Sohn eines Colonels, sind unnatürlich hohe Kraftausbrüche verzeichnet worden. König Vegeta (senior) hat hierfür jedoch keine Toleranz – sein Sohn soll der Stärkste sein, darum lässt er Broly auf einen unwirtlichen Planeten am Rande der Galaxy schicken. Brolys Vater macht sich sofort auf seinem Sohn hinterherzufliegen und schwört, wie es sich für einen Krieger gehört, ordentlich Rache. Alle Dragonball Fans wissen natürlich, dass eines Tages Freezer, in seiner Angst, dass sich ein Saiyajin in einen Super-Saiyajin verwandeln könnte, Genozid verübte und den kompletten Planeten Vegeta sprengte. Nur eine Hand voll Saiyajins überlebte dies – Darunter natürlich Son Goku, der uns allen bekannte, mürrische Vegeta und eben auch Broly und sein Vater, die immernoch Rachegelüste verspüren. Diese Vendeta möchte sich der von den toten auferstandene Freezer zu nutze machen.

Ich habe die Dragonball Super Serie nicht wirklich verfolgt. Ich bekam mit, dass Son Goku neue Super Saiyajinstufen und damit auch einige neue Haarfarben erlangte, nun eines der stärksten Wesen im Universum ist und so gegen Schurken aus anderen Universen kämpft und dass Freezer zurück unter den Lebenden und noch stärker ist – was man eben so aus den Schlagzeilen eingängier nerdiger Homepages erfährt. Dieses Vorwissen genügte eigentlich vollkommen um in „Dragonball Super: Broly“ einzusteigen. Es bleibt natürlich trotzdem ein Film für Dragonball-Fans und bietet sich für totale Neueinsteiger weniger an. Der Film nimmt an, dass dem Zuschauer Son Goku, Freezer, die Dragonballs etc ein Begriff sind, damit er sich hauptsächlich mit dem titelgebenden, im Exil lebenden Saiyajin Broly beschäftigen kann. Man bekommt einen guten Einblick in diesen eigentlich tragischen Charakter, was dem Film zu gute kommt. Wer viele Szenen mit der altbekannten Dragonball-Crew erwartet wird jedoch eher enttäuscht. Es dauert eine ganze Weile bis man zu Son Goku und Vegeta zu Gesicht bekommt und abgesehen von Bulma und ein, zwei winzigen Auftritten von anderen Dragonballkämpfern ist hier nichts geboten. Krillin taucht zum Beispiel gar nicht auf. Was man jedoch zu genüge bekommt sind Kämpfe – oder besser gesagt ein gigantischer Kampf. Der finale Fight des Films beginnt nach ungefähr 1 Stunde Laufzeit und streckt sich über gute 20 Minuten hin – und dass ohne, das aus der Serie bekannte „nur rumstehen und sich gegenseitig beim Energiesammeln anschreien“ – Nein, da geht es Schlag auf Schlag auf Schlag und zwar auf spektakuläre Weise. Rasante Kamerafahrten und blitzschnelle Schlagaustausche erinnern an die coolsten Kämpfe der Serie. Anders als so manch andere Animes die ausschließlich 3D-Animationen einsetzten, sieht „Dragonball Super: Broly“ dabei überraschend Oldschool aus. Es wird zwar hier und da mal mit dem Computer nachgeholfen, wenn der Kampf komplett chaotische Züge annimmt und sozusagen die Grenzen der menschlichen Aufnahmefähigkeit sprengen, aber ich war positiv überrascht wie viel vom Film zumindest handgezeichnet wirkt.

Mein Fazit: 7,5 von 10 grünen Pelzohren

„Dragonball Super: Broly“ recyclet Broly, der zuvor kein Teil des offiziellen Kanons war, auf sehr gute Weise und liefert direkt im Anschluss eine der extremsten Kloppereien des Dragonballfranchises. Beides macht der Streifen ziemlich gut, allerdings ist das auch so ziemlich alles was der Film macht. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass Figuren wie Piccolo, Krillin und Son Gohan richtig mitmische, aber war trotzdem sehr zufrieden mit dem aktuellsten Dragonball-Abenteuer.