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Feb 17

DREDD (2012) Review

Manche Filme gehen einfach an dir vorbei. Du bekommst nur am Rande mit, dass sie überhaupt ins Kino kommen und wenn sie dann angelaufen sind, dauert es nicht lang, bis sie wieder verschwinden. Früher wäre so ein Film in der Versenkung verschwunden, aber heutzutage, wo Filme relativ schnell auf den Homevideomarkt erscheinen und im Internet schnell eine Fanbase entstehen kann, müssen Filme, die im Kino niemand gesehen hat keine Angst mehr haben vergessen zu werden. Und ihr ahnt es sicherlich, ich werde mich nun genau so einem Film widmen! “Dredd” (oder manchmal auch “Dredd 3D”) aus dem Jahr 2012 war der zweite Versuch die Comicfigur “Judge Dredd” auf die Leinwand zu bringen. Das erste mal mimte Sylvester Stallone in den 90ern den taffen Dredd, aber sein Film legte eine Bauchlandung hin – an den Kinokassen, sowie bei den Fans. Es war an der Zeit den Gesetzeshüter erneut mit all seiner Härte und Coolness eine zweite Chance zu geben!

Dredds Welt ist Mega City One, eine gigantische Stadt die sich über die Ostküste der USA hinwegstreckt. Außerhalb der Stadt ist ein überleben kaum möglich, da nach einem Atomkrieg die Welt zum radioaktiven Ödland wurde. In Mega City One geht es aber keinesfalls utopisch zu! Überall Slumms und Verbrechen und es gibt nur eine Instanz, die dem gegenübersteht: Die Judges! Sie verkörpern Richter, Geschworener, Polizist und Henker in einer Person und sind daher in der Lage Verbrecher sofort zu verurteilen und auch zu exekutieren. Der härteste und vermutlich beste Judge ist Dredd, gespielt von Karl Urban. Die Prämisse des Films ist recht simpel: Dredd wird der Neuling Anderson zugewiesen, eine junge Frau mit medialen Fähigkeiten. Bei der Untersuchung eines Mordes in einem riesigen Wohnhochhaus namens “Peach Trees” stoßen die beiden Judges auf den Ma-Ma-Clan, eine Gang, die den gesamten Häuserblock kontrolliert und zudem für die Verbreitung einer Droge namens Slomo verantwortlich ist. Die Gangchefin Ma-Ma, gespielt von Lena Headey, die viele als Königin Cersei aus Game of Thrones kennen, lässt Peach Trees komplett abriegeln und veranlasst alle Bewohner dazu die Judges zu töten. Dredd und Anderson müssen sich also auf sich allein gestellt durch alle Etagen kämpfen um Ma-Ma die im höchsten Stock residiert zu stellen und ihrem Treiben ein Ende zu bereiten.

 

Den Charakter von Judge Dredd kann man als Mischung von Batman und Robocop beschreiben. Aus dem Grund habe ich auch damals den Darsteller Karl Urban als meine erste Wahl für die Rolle des Fledermausmannes genannt. (HIER geht’s zu meiner Top 5 der Schauspieler, die statt Ben Affleck Batman spielen sollten) Er schafft es einfach diesen knallharten Dredd überzeugend und ohne einen Hauch von Ironie zu spielen, genau so, wie Judge Dredd eben drauf sein soll! Der Mann IST DAS GESETZ und wer es bricht bekommt es mit ihm zu tun! Er ist die Personifizierung der Justiz und Badass durch und durch, was man unter anderem dadurch merkt, dass er wie seine Comicvorlage NIE seinen Helm abnimmt und der sichtbare Teil seines Gesichtes IMMER zornig aussieht. Da ist es gut, dass man als Zuschauer den Rookie Anderson als zusätzliche Bezugsperson hat. Sie ist bei weitem nicht so eiskalt wie Dredd und gibt einem einen “menschlichen” Judge mit dem man sich mehr identifizieren kann – doch das heißt nicht, dass Anderson eine schwache Frau ist, die Dredd retten und beschützen muss, nein, sie tritt auch mächtig Ärsche und ist generell ein positives Beispiel für Frauen in Actionfilmen. Dann ist da natürlich noch Ma-Ma, die von Lena Headey noch fieser und gefährlicher gespielt wird als ihre Paraderolle in Game of Thrones. Herrlich gemein und skrupellos – einer dieser Bösewichte, bei denen man es liebt sie zu hassen. Was ich neben der kompromisslosen, aber bodenständigen Action des Films noch ansprechen möchte sind die Zeitlupen! Zeitlupen sind seit Matrix und allerspätestens seit 300 nicht mehr aus Actionfilmen weg zu denken. Leider! Ich bin teilweise von diesem total überbenutzten Gimmick genervt, doch bei Dredd wurden die Zeitlupen Story relevant und innovativ benutzt. Man sieht durch die Augen der Junkies die Zeit verlangsamt ablaufen, was eine Auswirkung der Droge Slomo ist. Es sieht klasse aus und auf eine morbide Art und Weise auch irgendwie schön – ich habe auf jeden Fall selten coolere Zeitlupen gesehen.

Mein Fazit: 8 von 10 Lawgiver-Knarren

Der Film Dredd ist genau so wie seine Titelfigur: Cool, knallhart und kompromislos! Der Film behandelt eine einfache Story, die er aber grandios umsetzt ist und jedem Actionfan das gibt, was er haben will. Und zwar genau das und viel davon! Kein Film, den man mit seiner Freundin ansehen sollte, aber mit ein paar Kumpels und ein paar Bierchen könnt ihr mit diesem Geheimtipp einen bombastischen Abend genießen!

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  1. „MAD MAX: FURY ROAD“ Review » Degl-Toons

    […] simple Prämisse, schmälert das Filmvergnügen nicht, sondern trägt dazu bei, dass (ähnlich wie Dredd von 2012) der Streifen fokussiert und spannend bleibt. Die Action, die Stunts und Verfolgungsjagden sind vom […]

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