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Okt 31

“FREITAG DER 13.” (1980) Review

Wir haben Oktober, also sollte ich vielleicht eine oder zwei Reviews zu Horrorfilmen schreiben – ich weiß, komplett ungewöhnlich für mich. Aus dem Grund krame ich mal in meiner Filmkiste nach ein paar Klassikern. Als erstes Widme ich mich dem Original von „Freitag der 13te“. Sehen wir uns mal die Handlung an:

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Freitag der 13. war in Deutschland indiziert und oft findet man höchstens geschnittene deutsche Fassungen. Darum habe ich mir einfach gleich die französische DVD gekauft, die auch die englische Originaltonspur enthält.

Seit einem ungeklärten Doppelmord ist das Sommerlager am Crystal Lake geschlossen. Nun aber, über zwanzig Jahre später wollen ein paar Jugendliche das Camp wieder auf Vordermann bringen. Doch ein mysteriöser, gesichtsloser Killer lauert im Wald, der eindeutig etwas gegen das Reopening hat und die Teenies einem nach dem anderen brutal ermordet.

Der erste „Freitag der 13te“ hat nun knapp 4 Dekaden auf den Buckel. Normalerweise ist es ja nicht meine Art das Ende von Filmen vorweg zu nehmen, aber es ist schwierig über den ersten „Freitag der 13te“ zu sprechen ohne darauf einzugehen und außerdem hat dieser Slasher schon knappe 4 Dekaden auf den Buckel. Für alle, die den Film also noch nicht gesehen haben und ungespoilert an „Freitag der 13te“ rangehen wollen sage ich schon mal vorab, dass neben den blutigen Effekten, das Ende definitiv das Highlight des Films ist und dass er ansonsten ein sehr rudimentärer, weil früher Vertreter des Slasher-Genres ist – nicht direkt ein Meisterwerk aber bei weitem nicht so übel, wie es einem die Kritiker damals glauben machen wollten. Für Leute, die gerne Slasherfilme sehen, ist der erste Freitag der 13te jedoch Pflichtprogramm. Ab den nächsten Absatz erwarten euch dann eventuelle Spoiler.

„Freitag der 13te“ war eine klare Reaktion auf den Überraschungshit „Halloween“ von John Carpenter. Für den Film wurden Elemente aus diesen Streifen, aber auch aus Alfred Hitchcocks Klassiker „PSYCHO“ vermischt. Und obwohl er beiden Vorlagen nicht zu 100% das Wasser reichen kann ist es trotzdem ein sehenswerter Film. Worunter der Film, so glaube ich, am meisten leidet ist auch gleichzeitig das, was den Film und dessen Twist eigentlich besonders macht. Inwischen sollte ja jeder irgendwo spitz bekommen haben, dass es nicht Jason Vorhees, der hier die Morde ausübt, sondern dessen Mutter – Jason wird erst in den Fortsetzungen zum Gesicht der Reihe. Im Film wird Pamela Vorhees, Jasons Mum, in den Wahnsinn getrieben durch den Ertrinkungstod ihres Sohnes und nimmt Rache an den Campaufsehern des Crystal Lakes, die sich lieber miteinander vergnügten, als auf Jason aufzupassen. Auch noch Jahrzehnte später verfällt Ms. Vorhees in Rage wenn jemand das Camp wieder aufmachen möchte. Im Film wird jedoch Ms. Vorhees nicht als Killer gezeigt. Die Morde sieht man entweder durch ihre Augen in der Ego-Perspektive, oder man sieht nur ihre Hand. Dass das arme Mütterchen der brutale Killer ist, ist ein eigentlich cooler Twist, der wie eine umgedrehte Variante des Twists aus „PSYCHO“ ist.Was den Film jedoch etwas herunterzieht ist, dass er eine relativ dünne Handlung hat, die zwischen ein paar Tötungsszenen gespannt wurde. Diese „Kills“ wurden spektakulär vom Gore-Meister Tom Savini umgesetzt. Dieser war unter anderem für die Effekte des Zombieklassikers „Dawn of the Dead“ zuständig und ist wohl am besten bekannt ist für seine Rolle als „Sex Maschine“ in „From Dusk till Dawn“. Auf ihre blutige weise sind die Kills natürlich unterhaltsam, aber ohne den Killer direkt zu sehen, wie es in einem Halloween oder in den kommenden Freitag der 13ten Filmen der Fall ist, hat man nicht den gleichen, makaberen Spaß an den Slasherszenen. Wenn dann ab Freitag der 13te Teil 2 Jason Vorhees das Töten übernimmt, nehmen sich die Filme weniger ernst und da die Gewalt auch überzeichneter ist, ist es eher leichter zu verdauende Kost, als z.B. die Szene in diesen Film, in dem der junge Kevin Bacon einen Pfeil durch den Hals gerammt bekommt.

 

Mein Fazit: 6,5 von 10 Äxten im Kopf

Mit seinen ausgezeichneten Gore-Effekten, dem unerwarteten Ende, einem sympatischen Final-Girl und dem nicht von der Hand zu weisenden Low-Budget-Charme gilt der erste Freitag der 13te nicht zu unrecht als einer der wichtigsten Horrorfilme der frühen 80ger. Allerdings kann er in Sachen Spannung nicht ganz mit seinen Vorbildern Halloween und Psycho mithalten. Auch den makaberen Spaß an den „Kills“ wie man ihn vielleicht in späteren Filmen des Genres sieht, kommt noch nicht ganz rüber. Trotzdem, wie gesagt, ein cooler Film.