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Mrz 01

“FULLMETAL ALCHEMIST” (2018) Review

Attack on Titan, Ghost in the Shell, Death Note und nun Fullmetal Alchemist. Es scheint ein aktueller Trend zu sein Animes und Mangas als Realfilm zu adaptieren. Meistens, bzw. immer sind Fans der Originalwerke jedoch vom Endprodukt enttäuscht weil eigentlich komplexe Handlungen mit tiefgründigen Themen zu dummen actionorientierten Blockbustern verwurstet werden. Doch kann da die neueste Verfilmung diesen Fluch brechen? Ich liebe Fullmetal Alchemist, die Serien sind locker in meiner persönlichen Anime-Top-5 und die Mangareihe nimmt bei mif ein volles Regal ein, darum war ich hoch gespannt was diese japanische Verfilmung zu bieten hat. Kommen wir zur Handlung:

fullmetal-alchemist-2018Die Brüder Elrik, Edward kurz Ed und Alphonse, genannt Al, erlitten als Kinder einige Schicksalsschläge. Zuerst verließ sie ihr Vater und einige Zeit darauf verstarb ihre Mutter. Darauf hin trafen die noch sehr jungen Geschwister eine folgenschwere Entscheidung. Sie wollen mittels Alchemie ihre Mutter wieder zum Leben erwecken. Generell ist diese Idee in der Welt von Fullmetal Alchemist gar nicht sooo abwegig, denn hier wird die mystische Alchemie als praktikable Wissenschaft angewandt. So ist es kein Problem zum Beispiel aus einem Stück Metall eine Statue zu erschaffen, insofern man die richtige Formel kennt und diese Anwenden kann. Allerdings unterliegt dieser Alchemie ein strenges Regelwerk – allen voran das Gesetz des äquivalenten Tausches: Wenn man etwas mit Alchemie erschaffen bzw. transmutieren will, muss dafür etwas gleichwertiges geopfert werden. Aus dem Stück Metall lässt sich also eine Statue erschaffen, aber diese wird aus dem gleichen Metall sein und die gleiche Masse des Metallstücks besitzen. Blei in Gold verwandeln ist jedoch unmöglich. Und einen Menschen mit Alchemie zu erschaffen, wie es die Elrik Brüder vor hatten wäre zwar theoretisch möglich, allerdings liegt darauf ein schweres Tabu. Ihre Bemühungen einen Menschen zu transmutieren endeten damit, dass Edward ein Bein und einen Arm verlor und Alphonse kompletter Körper aufgelöst wurde. Inzwischen sind einige Jahre vergangen – Ed hat metallerne Protesen, genannt Auto-Mail und Als Seele ist an eine leere Rüstung gebunden. Besonders Ed bürdet sich die Schuld dem Zustand seines Bruder auf. Darum hat er seine Fähigkeiten als Alchemist in die Dienste des Militärs gestellt und sucht nach dem legendären Stein der Weisen, mit dem sie, so hoffen sie zumindest, ihre richtigen Körper wiederbekommen können.

 

Bevor wir genauer auf die aktuelle Realverfilmung eingehen, möchte ich kurz die Veröffentlichungsgeschichte von Fullmetal Alchemist (kurz FMA) erklären: Geschrieben und gezeichnet wurde FMA von Hiromu Arakawa, einer weiblichen Mangaka, die jedoch einen männlichen Künstlernamen wählte um in der Männerdomäne der Mangazeichner eine Chance zu haben. FMA erschien ab 2001 in einem monatlichen Mangamagazin und ab 2003 erschien die erste Animeadaption des Stoffes. Die Zeichentrickserie überholte jedoch bald die Mangaserie, entwickelte eine Eigendynamik und fing an eine unabhängige Geschichte zu erzählen. Im Jahre 2009 startete dann die zweite Animeadaption des Mangas namens „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“, die dann in 64 Episoden originalgetreu die Handlung des Mangas erzählte. Der Manga und beide Serien sind fantastisch. Die Originalstory ist der Oberhammer, aber die abweichende Handlungfma-manga des ersten Animes ist fast genau so gut – etwas, was man kaum für möglich halten sollte. FMA schafft es wie kaum eine andere Reihe Humor und Dramatik, Slapstick, Action und tiefgründige Themen unter einen Hut zu bekommen. In einer Szene kann man herzhaft über Ed lachen, der sich übertrieben darüber aufregt von jemanden als „klein“ bezeichnet worden zu sein und nur eine Minute später werden unsere Helden mit traumatischen Ereignissen konfrontiert, die auch dem Zuschauer sehr zu Herzen gehen. Dieser Balanceakt ist ein der Kernelement der Serie. Man durchlebt mit den Elrikbrüdern jegliche Emotion zu der man fähig ist, wodurch einem die beiden Buben ans Herz wachsen und man einen tiefen Bezug zu ihnen und ihren Abenteuern entwickelt. Zudem spricht FMA viele ernsthafte Themen an: Es wird eine Militärdiktatur von beiden Seiten beleuchtet, es wird Krieg, Genozid und Rassismus thematisiert und es geht um existenzielle Fragen wie was einen Menschen ausmacht, wie viel Wert ein Menschenleben hat und zu guter Letzt geht es auch um Familie und Bruderschaft. Kurz gesagt: FMA ist der SHIT!

Was mich nun zur Realverfilmung und der Frage bringt ob diese mit derart hohen Standards mithalten kann. Die Antwort ist: Nicht wirklich. Doch ich hatte trotzdem eine einigermaßen gute Zeit mit dem Streifen. Das interessante an der FMA-Realverfilmung ist, dass man fast alle ikonischen Momente des Animes so originalgetreu wie möglich nachgedreht hat. Dies ist jedoch ironischerweise auch das größte Problem des Films! Um all diese grandiosen Szenen in den Film zu packen wurde die Story an allen Ecken und Enden gekürzt. Mehrere Storylines des Animes werden im Schnelldurchgang durchgezogen. Ohne längere Zeit mit den Nebencharakteren der einzelnen Storylines zu verbringen, bildet man auch keine emotionale Bindung zu diesen und den dramatischen Momenten des Streifens wird die Wirksamkeit entzogen. Der Film versucht einfach viel zu viel in seine 2 ¼ Stunden Spielzeit zu quetschen. Stellt euch vor man würde nochmal eine Dragonball-Realverfilmung wagen und in einem Film alles von Son Gokus ersten Treffen mit Bulma bis zu dem Kampf gegen Cell reinpacken. Es wäre deutlich besser gewesen, wenn man sich einfach auf die Origingeschichte und 1 – 2 der früheren Storys konzentriert hätte. Nichts desto trotz ist der FMA-Film nicht kompletter Rotz wie beispielsweise die Death Note Verfilmung. Der Look entspricht 1:1 dem Anime und die Besetzung fängt die Persönlichkeit der Figuren perfekt ein. Der Streifen beweist zumindest hier, dass etwas Herz in ihm steckt.

Mein Fazit: 6 von 10 leeren Rüstungen

Dies ist ein Film, den ich eher als eine Best-of-FMA-Clipshow empfinde. Das was man sieht ist verdammt cool, aber es wird einem immer nur die Eskalation einer Geschichte präsentiert, ohne den nötigen Aufbau dazu. Darum kann ich den Film auch Neulingen, die noch nie den Anime gesehen oder den Manga gelesen haben nicht empfehlen, sonder nur alten Fans der Reihe, die ihre Lieblingsmomente einfach mal als Realfilm sehen wollten. Der komplette Streifen ist purer Fanservice ohne den Tiefgang oder die dramatische Bandbreite des Ursprungswerks. Mein Tipp, für alle, die irgendwie Interesse an diesen Film auf Netflix haben: Der Streamingdienst hat auch beide Animeserien in seinem Angebot. Generell ist „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“ vielleicht die bessere der beiden Zeichentrickserien, aber die ersten paar Folgen der FMA-Serie von 2003 bilden meiner Meinung nach den besten Einstieg in das Franchise.

Hier der Trailer für die Serie von 2003:

Und hier der Trailer für FMA:Brotherhood, der Serie von 2009:

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