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Jul 01

„GAMERA 2 – ADVENT OF LEGION“ (1996) Review

Gerade mal ein Jahr nach dem erfolgreichen Reboot der Reihe kam 1996 der zweite Teil der Gamera-Heisei-Trilogie in die japanischen Kinos. In Japan trug der Film den Untertitel “Advent of Legion” und der weltweite Release wurde “Attack of Legion” bzw. “Attack of the Legion” genannt, ich finde “Advent” also “Aufkommen” bzw “heranrücken” irgendwie cooler, also bleibe ich bei der japanischen Variante. Da ich bereits in meiner Review zum ersten Teil „Gamera – Guardian of the Universe“ vieles zu den Hintergründen der kompletten Trilogie geschildert habe, können wir ohne weitere Vorreden zur Handlung übergehen:

gamera-advent-of-legion-bluray

Die Cover in der Trilogiebox die ich mir gekauft habe sind leider etwas irreführend, da sie alle Bilder aus dem dritten Film zeigen.

Auf der Insel Hokkaido schlägt ein Meteorit ein. Dies wird zumindest vermutet, aber man findet keine Überreste des interstellaren Geschosses. Allerdings sind merkwürdige Nordlichter im Gebiet des angeblichen Einschlags zu sehen. Da wir aber einen japanischen Monsterfilm ansehen, ist es für den Zuschauer keinesfalls überraschend, dass es sich bei dem Meteoriten um ein Monster gehandelt hat… oder besser gesagt eine Legion von Monstern. Diese insektenähnlichen Kreaturen haben einen ausgefallenen Appetit und breiten sich im Verborgenen immer weiter aus. In der Metropole Sapporo wird ihre Existenz der Allgemeinheit bekannt, als sie in den U-Bahn-Tunneln eine Kolonie errichten und dort die Wurzeln einer gigantischen Alienpflanze pflegen. Ein klarer Fall, für den gepanzerten Beschützer der Erde, Gamera, der auftaucht um den außerirdischen Ungeziefer und deren Unkraut das Handwerk zu legen. Aber die schiere Überzahl der Legion ist selbst für Gamera überwältigend und die Biester haben auch noch eine Königin!

 

gamera-2

Der Anzug für die Legion Königin wurde von der gleichen Firma gebastelt, die auch das Monster Biollante aus “Godzilla der Urgigant” von 1989 bauten.

Gamera 2 schlägt etwas andere Töne an als der erste Teil. Die Geschichte wird viel mehr durch die Augen des Militärs erzählt und dessen Begegnungen mit den mannsgroßen Insektenwesen der Legion haben teilweise Horror- aber auch Katastrophenfilmzüge. Die Hauptfiguren im Film, wie Miki Mizuno als Hidori und der von Toshiyuki Nagashima gespielte Colonel erfüllen zwar ihre Pflichtanteil an der Handlung, sind aber nicht so interessant wie Osako und Asagi aus dem ersten Film, die hier zwar auch wieder auftauchen, aber in deutlich kleineren Rollen. Osako kann man hier sogar eher als Cameoauftritt betrachten. Trotzdem gefällt mir, wie die Charaktere aus dem ersten Film in die Handlung verwoben werden. Aber reden wir lieber über die Monster. Gamera hat ein kleines Upgrade erhalten und sieht um einiges cooler aus – zwar ist sein Look noch nicht ganz so badass wie er im folgenden, dritten Teil der Reihe sein wird, aber ich glaube dieses Design gefällt mir für die Riesenschildkröte am besten. Ein paar Ecken und Kanten mehr, aber immer noch irgendwie liebenswürdig. Gameras Gegner, Legion, also die Königin der Legion ist ebenfalls eines meiner absoluten Lieblings-Kaiju-Designs. Das Ding sieht komplett verrückt aus – vor allem, wenn man bedenkt, dass da zwei Leute in dem Kostüm stecken! Auch die Biologie, der Legionskreaturen ist sehr interessant und kreativ. Gamera und Legion liefern sich sehr beeindruckende Kämpfe, deren Effekte nochmal eine Schippe rauflegen. Was die Miniaturen, die Computereffekte und die Kostüme anbelangt, sieht man hier mit das beste, was japanische Monsterfilme zu bieten haben! In diesen, zweiten Film der Reihe merkt man bereits gewisse Trends, die sich im Finale der Saga fortsetzen werden. Etwas, das mir wieder auffällt ist, dass sich Regisseur Shusuke Kaneko wohl immer mehr von Animes beeinflussen ließ – Gerade was die Kämpfe und Gameras Kräfte angeht, werden hier einige Animetypische Elemente eingebaut. Und irgendwie passt dies zu Gamera und trägt dazu bei die Reihe mehr von Godzilla zu differenzieren.

Mein Fazit: 8 von 10 zerstören Lagerräumen voller verschütteten Bier

Für viele Kaiju-Fans ist „Advent of Legion“ der schwächste Teil der Gamera-Trilogie. Dieser Film macht einige Kleinigkeiten anders als Teil 1 und 3 – Hauptsächlich, dass die Geschichte um Asagi etwas in den Hintergrund rückt, doch ich finde diesen Teil trotzdem genau so gut wie die anderen beiden. Ich schwanke oft mal, welchen ich von den dreien ich am meisten mag, aber da ich die beiden Monsterdesigns und die Kämpfe so cool finde, ertappe ich mich dabei diesen Teil am häufigsten in den Blurayplayer zu legen. Übrigens lässt sich dieser Film, so wie der erste auch gratis auf Netzkino ansehen.