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Jul 11

„GAMERA 3 – REVENGE OF IRIS“ (1999) Review

Beschäftigen wir uns nun mit dem dritten und finalen Teil der 90er Jahre Gamera-Trilogie. Für „Revenge of Iris“ ließen sich Regisseur Shusuke Kaneko und sein Team etwas länger Zeit als mit Teil 2 und veröffentlichten ihn 1999, womit sie genau den Zeitraum überbrückten in dem keine japanischen Godzillafilme gezeigt wurden. Kommen wir, wie immer zu einer kleinen Handlungszusammenfassung:

gamera-revenge-of-iris-blurayIm Kampf gegen die zahlreich auftauchenden Gyaos muss Gamera immer rücksichtsloser Kämpfen. Da kann Shibuja schon mal in Flammen aufgehen und dutzende Menschen sterben, wenn dabei die rapide wachsenden Gyaos getötet werden. Die Menschen selbst sehen das jedoch anders und Gameras hart erkämpfte Reputation als Beschützer schwindet zusehens. Die junge Ayana ist schon seit geraumer Zeit der Meinung, dass Gamera ein bösartiges Monster sei. Bei Gameras ersten Auftritt 1995 starben Ayanas Eltern und ihr Kätchen Iris, als die Riesenschildkröte durch Tokyo stapfte und einige Häuser umwarf. Seit dem schwört sie Rache. Inzwischen lebt die verwaiste Ayana auf dem Land bei ihren verwandten unweit eines alten Tempels. In der Höhle hinter dem Tempel stößt Ayana auf ein steinernes Ei aus dem eine seltsame Lebensform schlüpft. Das Wesen, dass wohl der Dämon ist, den der besagte Tempel einsperren sollte, wird von Ayana „Iris“, nach ihrer verstorbenen Katze, genannt und über eine spirituelle Verbindung nährt sich Iris von Ayanas Rachegelüsten.

gamera-3„Revenge of Iris“ gilt als der beste Film der Trilogie. Direkt widersprechen will ich da nicht, aber meine Meinung ist eher, dass alle drei Streifen gleich gut sind – auf ihre eigene Art eben. „Gamera – Guardian of the Universe“ war ein klassischer Kaijustreifen, der genau in das Klima passte, dass durch die Godzillafilme der Achtziger und Neunziger geschaffen wurde und für frischen Wind sorgte. „Gamera 2 – Advent of Legion“ spielte etwas mehr mit Katastrophenfilmelementen und kann eher als die Nebenstory der Trilogie betrachtet werden. „Gamera 3 – Revenge of Iris“ schlägt einen starken Bogen zum ersten Teil der Reihe, wird aber wesentlich düsterer und erzeugt durch seine teilweise überzeichneten Charaktere und stilisierte Bilder ein Animefeeling. Ich finde es stark, dass die meisten Figuren aus Gamera 1 hier wieder eine größere Rolle einnehmen. Vor allem Asagi, die im ersten Teil eine spirituelle Verbindung zu Gamera hatte und der nun mit Ayana ein düsteres Spiegelbild ihrer vorgesetzt wird, ist grandios anzusehen. Es gibt wenige Kaijufilme, die so gerissen die Geschichte ihrer menschlichen Figuren mit denen der riesigen Monster verknüpfen. Und wenn wir schon bei den Monstern sind – ui ui ui, hier wird einem wirklich was geboten. Ich habe gesagt, dass mir die Designs aus Gamera 2 ein winziges bisschen mehr zusagen, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Gamera nie krasser ausgesehen hat als in „Revenge of Iris“ Die Schildkröte ist nach ihrer glubschäugigen Teenagerphase nun monströs und ein vollkommener Badass. Gegenspielerin Iris ist hingegen eine grazile und bizarre Gestalt – sowohl furchteinflößend als auch elegant. Effektetechnisch ist der Film auf den allerhöchsten Stand, den ein Monsterstreifen in dem Typen in Gummikostümen, die Modellstädte zerkloppen nur haben kann. Es gibt kaum einen anderen Film, in dem Genre, in dem die Monster und Miniaturen so verdammt überzeugend wirken. Vor allem das Finale sieht einfach nur spektakulär aus. Einziges Manko sind die Computereffekte, die hier erheblich mehr zum Einsatz kommen als in den bisherigen Filmen und eben deutlich das Alter und Budgets von „Revenge of Iris“ erkennen lassen. Der etwas exzessive Einsatz von CGI, vorallem was Iris angeht kratzen etwas an dem sonst so genialen Look des Films. Nichts desto trotz ein geiler Streifen!

Mein Fazit: 8 von 10 antiken Dolchen aus Plastik

Von einer Hand voll schlecht gealterten CGI-Effekten und der einen oder anderen übertriebenen Figur abgesehen endet die Gameratrilogie auf einem Höhepunkt. „Revenge of Iris“ liefert ein packendes Finale zur Reihe und ich kann nur immer wieder sagen, das Shusuke Kaneko ein gottverdammtes Genie ist, wenn es um solche Monsterfilme geht. Nur ein paar Jahre nachdem er mit Gamera abgeschlossen hat, durfte Kaneko auch Regie bei einem Godzillafilm führen und sein „Godzilla, Mothra and King Gidorah: Giant Monsters All-Out Attack“ (oder kurz „GMK“, wie er von Fans genannt wird) ist einer meiner Lieblingsfilme der Godzilla-Reihe. Generell hoffe ich, dass er eines Tages nochmal einen Kaiju-Eiga dreht, einen Godzillafilm, etwas völlig eigenes, oder vielleicht sogar eine Fortsetzung seines Magnum Opus, der Gamera-Trilogie.