«

»

Mai 25

„GET OUT“ Review

 

Es gibt nur wenige Filme, die bei den Kritikern so gut ankommen wie derzeit „Get Out“. Während „Get Out“ in Amerika bereits seit Januar gefeiert wird, lief der Streifen bei uns erst im Mai an. Also endlich auch für mich die Gelegenheit ins Kino zu laufen um zu begutachten was hinter dem Überraschungserfolg steckt. Zuerst, wie immer ein Blick auf die Handlung und danach kann ich euch dann ob das viele Lob der Kritiker auch verdient ist.

get-out-coverChris ist nervös. Er wird das erste mal die Eltern seiner Freundin Rose treffen und sie sogar einige Tage lang in ihrem Haus besuchen. Wieso Chris nervös ist? Als Afroamerikaner hat er schon die eine oder andere Erfahrung mit Rassismus gemacht und weiß nicht wie die reiche, weiße Familie von Rose auf ihn reagieren wird. Doch Chris wird sofort herzlich von seinen Schwiegereltern in Spe empfangen. Trotzdem hat er immer noch ein mulmiges Gefühl bei der Sache. Rose Eltern wirken schon fast zu nett und irgendetwas scheint mit den beiden afroamerikanischen Angestellten der Familie auch nicht zu stimmen. Ob dies alles mit den Hypnosepraktiken von Rose’ Mutter zu tun hat?

Bei Get Out handelt es sich um einen Film aus dem Hause der Blumhouse Produktions wie „Insidious“, „Sinister“ und „The Purge“. Sprich, der Film spielt hauptsächlich in einer Lokation, das Budget ist relativ gering und es wird eine Horror-Thriller-Richtung eingeschlagen. Doch was „Get Out“ abhebt ist, dass der Film von Jordan Peele geschrieben und inszeniert wurde. Peele ist eigentlich teil eines amerikanischen Komikerduos und mit „Get Out“ hat er sein Regiedebut gefeiert. Wie auch bei seiner humoristischen Arbeit, hat Peele in seinen ersten Film Rassismus thematisiert. Peele gibt hier einen starken sozialen Kommentar ab und zeigt sowohl einerseits die klassischen Konfornationenen, mit denen es Afroamerikaner Tagein Tagaus zu tun bekommen, als auch eine auf satireische Weise eine andere Seite des Problems, die ich aber nicht vorwegnehmen will. Dies ist auch der der interessanteste Aspekt des Films. Zudem kann „Get Out“ auch mit seiner spannenden, mysteriösen Atmosphäre überzeugen. Peele schafft es eine unangenehme Stimmung über die gesamte Laufzeit zu halten, für die auch Hauptdarsteller Daniel Kaluuya mitverantwortlich ist. Ich hoffe den Kerl bald in mehr Filmen zu sehen, da er wirklich grundsolide den Film trägt und voll überzeugt. Wenn ich Kritik an „Get Out“ anbringen darf, dann muss ich etwas am Aufbau des Films nörgeln, denn ich finde die zweite Hälfte zieht sich etwas, während man den finalen Akt deutlich besser ausbauen hätte können. Ich muss euch aber trotzdem auch davor bewahren mit falschen Erwartungen ins Kino zu stolpern. Anders als die meisten Blumhouse Filme und auch konträr zum Marketing des Films finde ich, dass Get Out kein reiner Horrorfilm ist. Mysteriy-Thriller wird es wohl eher treffen. Zudem finde ich den Hype um den Film etwas übertrieben. Ich meine, zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Review schreibe thront „Get Out“ auf Rottentomatoes als bestbewertetster Horrorfilm und ist in der Liste der besten Filme aller Zeiten auf Platz 4! Sorry, Get Out ist zwar gut und sehenswert, allein schon wegen seines sozialen Kommentars und der Satire, doch das Lob ist schon auf lächerliche Art übertrieben. Ach ja, schaut den Trailer auf eigene Gefahr, ich persönlich finde, er verrät zu viel vom Film.

Mein Fazit: 6 von 10 Ledersessel

„Get Out“ ist ein starker Thriller, vorallem wenn man bedenkt, dass es sich um einen Debutfilm handelt. Der Streifen hat gute Schauspieler, er ist durchwegs Spannend und sein Thema verleiht ihm Relevanz. Doch so gut „Get Out“ ist, wir haben es nicht mit dem zeitlosen Klassiker und Meisterwerk zu tun, wie es einem manche glauben lassen wollen.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>