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Dez 15

“GHOST IN THE SHELL” (1995) Review

Wisst ihr was Cyberpunk ist? Für mich ist „Ghost in the Shell“ die Definition dieses Begriffs. Und angesichts der kommenden Realverfilmung wird es Zeit, dass ich einmal über das Original von 1995 rede.

ghost-in-the-shellIn einer nicht all zu fernen Zukunft ist alles und jeder miteinander vernetzt. Fast jeder hat irgendwelche High-Tech-Implantate und manche sind fast komplett synthetisch. Wie Major Motoko Kusanagi von der Polizeispezialeinheit Sektion 9. Diese beschäftigt sich mit Cyberkriminalität wie das Hacken von Hirnen und damit verbundenen Spionage. Ein besonders hinterhältiger Krimineller ist der sogenannte „Puppetmaster“, der Menschen vollkommen umprogrammiert um seine Ziele zu erreichen. Major Kusanagi und ihre Kollegen von Sektion 9 sind ihm auf der Spur, doch Kusanagi plagen sorgen. Ist sie, als fast vollkommen künstlicher Mensch nicht besonders anfällig für den Puppetmaster? Und noch schlimmer: Was zeichnet sie überhaupt noch als Mensch aus? Das einzige wirklich menschliche an ihr ist ihr „Ghost“ – ihr Bewusstsein und ihre Persönlichkeit.

Das erste mal, dass ich etwas von diesem Film sah, war in dem Musikvideo von „King of my Castle“. Schon damals war ich vollkommen fasziniert, wusste aber nicht woher die Ausschnitte stammen. Irgendwann lief dann mal spät nachts auf Arte dieser Anime und ich schob sofort eine Videokassette in Recorder um den Streifen auszunehmen. „Ghost in the Shell“ gilt zurecht als einer der besten Animes – allerdings ist es ein sehr anspruchsvoller Film, den man nicht einfach mal nebenbei ansieht. Obwohl ich den Film wirklich bewundere, muss ich mich immer wieder selbst dazu überwinden ihn anzusehen – eben, weil er so schwere Kost ist. Aber fangen wir doch einfach beim offensichtlichen an: Ghost in the Shell sieht verblüffend aus. Er war zu seiner Zeit der teuerste Animationsfilm, was man in jeder Sekunde merkt. Ob nun die ruhigeren Bilder der Stadt oder die spektakulären Actionszenen. Die Kinematografie ist wunderschön und schafft die ikonischen Szenen für die der Film so bekannt ist. Das was den Film ausmacht ist jedoch sein philosophischer Ansatz. Was macht uns zum Menschen? Und wo zieht man die Grenze zwischen Mensch und Maschine, wenn diese immer mehr verschwimmt? Eine ähnliche Thematik, der sich auch Blade Runner verschrieben hat – Ghost in the Shell ist jedoch ein etwas intensiveres Filmerlebnis, teilweise sogar auf verstörende weise. Wie schon gesagt: Schwere Kost. Aber eben auch verdammt gute Kost.

9 von 10 thermooptische Tarnungen

Ein paar von euch werden sich den Trailer anschauen, bemerken dass man darin nackte Brüste sieht und den Streifen als japanischen Schmutzfilmchen abstreichen, doch lasst mich euch versichern, der Streifen ist verdammt anspruchsvoll! Was Animefilme angeht, ist „Ghost in the Shell“ ein Meilenstein. Wer sich für Science-Fiction im allgemeinen und Cyberpunk im speziellen interessiert MUSS einmal diesen Film angesehen haben. Die Animationen sind eine Augenweide, die Action ist klasse inszeniert und das alles wird von dem philosophischen Kern des Films in den Schatten gestellt.

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