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Jun 09

“GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS” (2019) Review

Es ist so weit, der von mir am meisten erwartete Film dieses Jahres läuft in den Kinos! Mit „King of the Monsters“ haben wir es nach „Godzilla“ von 2014 und „Kong: Skull Island“ mit dem insgesamt dritten Film aus Legendary Pictures „Monsterverse“ zu tun. Für mich als alten Monster-Fan wäre ein Erfolg dieses Filmuniversums natürlich der Himmel auf Erden, aber das heißt nicht, dass ich nicht kritisch mit diesen Streifen umgehe. Vor allem Godzilla 2014 habe ich in dessen Review, sowie im Vergleich mit dem japanischen Film „Shin Godzilla“ hart ran genommen. Doch genügend mit dem Vorgeplänkel, kommen wir zur Handlung des neuen Films:

godzilla-2-king-of-the-monsters5 Jahre nachdem die Welt durch den Kampf zwischen Godzilla und den beiden MUTOS in San Francisco von der Existenz gigantischer Monster erfuhr, ist die Organisation Monarch immer noch Erklärungen schuldig wie viele dieser Monster, genannt Titanen, sich noch auf dem Globus verstecken. Monarch und deren leitender Wissenschaftler Dr. Serizawa sehen jedoch eine Verantwortung darin, die Titanen zu schützen – insbesondere die, die anscheinend Gutmütig gegenüber der Menscheit sind. Unterdessen wird die Wissenschaftlerin Dr. Emma Russel sammt ihrer Tochter Maddison und dem sogenannten „Orca“ von Öko-Terroristen entführt. Der Orca ermöglicht eine rudimentäre Kommunikation mit den Titanen, die ermöglicht sie beispielsweise zu beruhigen oder anzulocken. Da mit diesen Gerät globales Chaos ausgelöst werden könnte, holt Serizawa Emma Russels Ex-Mann Mark zurück an Bord um seine Familie, so wie den Orca aufzuspüren. Doch die Terroristen beginnen bereits ihr Werk und Wecken die Titanen aus ihren Winterschlaf – darunter auch den monströsen, dreiköpfigen Drachen „Monster Zero“. Das einzige, was eine Chance hätte den goldenen Drachen die Stirn zu bieten ist Godzilla, doch auch andere Titanen mischen sich in den Kampf um die Dominanz unter den Monstern ein.

Ich fand den neuen amerikanischen Godzillafilm spitze. Die Action ist spektakulär und es gibt zahllose, einfach fantasisch aussehende Szenen im Film. Vor allem natürlich die Auftritte der Monster, die reichlich und gut verteilt im Film auftauchen. Rodan hat seit seinem ersten Auftritt 1956 nicht mehr so gut ausgesehen. Ghidorahs Look wurde perfekt modernisiert. Mit Mothras Design habe ich ein paar kleinere Probleme – sie sieht mir etwas zu monströs aus. Schließlich ist sie sonst immer ein plüschiges Schmusemonster. Den eher an eine Wespe erinnernde Körperbau fand ich zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sie erstmal in Action sieht funktioniert die die hier etwas kantigere Mottengottheit. Auch Godzilla sah selten so gut aus. Der Oberlurch hat ein subtiles, aber grandioses Update gegenüber seines 2014er Auftritts erhalten: Rückenzacken, Füße und Schrei wurden mehr an die klassische Variante Godzillas angepasst. Kleine Änderungen, die für Fans aber eine Große bedeutung haben. Regisseur und Drehbuchautor Michael Dougherty, dessen Weihnachts-Horrorkomödie „Krampus“ ich bereits schon sehr gut fand, ist seit eben auch seit kleinauf Godzillafan und dies merkt man den Streifen wirklich an. Erhaben, erheben sich die gigantischen Kreaturen aus Meer, Eis und Lava. Wenn die Titanen aneinander geraten wird dies oftmals aus menschlicher Perspektive gezeigt, die wie sowohl das Ausmaß als auch das Chaos spürbar macht. Hauptsächlich zu beginn wird hier auf einen „mittendrin-effekt“ gesetzt, der etwas shakycam mit raschen Zooms auf die Monster mischt – in etwa wie die Raumschlachten der Serien Firefly und Battlestar Galactica. Im Laufe des Films wird dieses Gimmick jedoch immer weniger eingesetzt und dafür sieht man die Monsterschlachten immer mehr in der Totalen. Und obwohl die eindeutigen Stars die Kaijus sind, sind die menschlichen Figuren zu keiner Zeit irrelevant. Die Story des menschlichen Casts ist stets gut verwoben in die der Monster. Da Dougherty eher auf ein relativ großes Ensemble setzte und es auch noch einige Monster im Film zu sehen gibt, sollte man hier jedoch keine tiefen Charakterstudien erwarten, auch wenn mir vor allem Ken Watanabes Serizawa und Millie Bobby Brown als Madison sehr gut gefallen haben. Zumeist sieht man Serizawa, Mark und eine Hand voll weiterer Nebenfiguren wie sie vor Bildschirmen stehend Exposition abliefern oder ihre nächsten Schritte planen. Hier zeigt sich für viele der Zuschauer die größte Schwäche des Films: Mark weiß meist als erster und einziger was zu tun ist, zwei der Monarch-Mitarbeiter werfen ihre zumal überflüssigen Gags mit in die Diskussion ein und wir schwenken zur nächsten Monsterszene. Anscheinend gibt es sehr viele Leute, die hier unzufrieden sind. Ich hingegen sah hier eigentlich kaum ein Problem. Szenen in denen Wissenschaftler über das Verhalten der Monster Mutmaßen und Schlussfolgern sehe ich eher als notwendige Erweiterung der Monsterhandlung um hier nicht den Faden zu verlieren. Die so oft kritisierte „menschliche Handlung“ im Film fand ich vergleichbar mit Filmen wie Pacific Rim und Kong: Skull Island – durch meine Affinität zu Godzilla kam ich mir bei King of the Monsters deutlich besser abgeholt vor! Es gibt so viele Eastereggs und Fanservice. Von Maserkanonen bis zum Oxygen-Zerstörer und vorallem der Integration der klassischen Godzilla- und Mothra-Themes war der Angriff auf meine Nostalgie sehr erfolgreich. Vor allem der Soundtrack von Bear Mccreary muss ich hier nochmal gesondert Loben. Die in neues Gewand gepackten Originalkompositonen von Akira Ifukube haben mir stets eine Gänsehaut verpasst und auch die neuen Themes für Rodan und Ghidorah aka Monster Zero haben wunderbar ins Bild gepasst. Vor allen in den Monsterkämpfen in denen dann die Songs gemeinsam mit den Monstern um die Vorherrschaft konkurrierten war astrein inszeniert. Genau so das Cover des Blue Oyster Cult Songs „Godzilla“, gesungen von System of a Down-Sänger Serj Tankian, dass man während der Credits hört. Eine Sache im Film muss ich jedoch ganz klar kritisieren. Der Streifen hat eine sehr ungeschickte „Pro-Atom“-Botschaft. Im Laufe des Films wird Strahlung mal positiv bezeichnet und in einem Schlüsselmoment des Films eine Atombombe für einen positiven Zweck eingesetzt. Und dies beißt sich meiner Meinung nach stark mit den eigentlichen Idealen hinter dem Godzilla-Franchise. Diesen tollpatschige Umgang mit dem Atom habe ich bereits in meinem „Godzilla 2014 vs Shin-Godzilla“-Artikel kritisiert, denn jeder der amerikanischen Godzillafilme ist schon auf die eine oder andere weise in dieses Fettnäpfchen getreten. Und trotz dieses Maleurs fand ich den Streifen doch sehr unterhaltsam. Ich habe mal gesagt, dass „Shin Godzilla“ von 2016 „Godzilla für Erwachsene“ sei – „Godzilla II: King of the Monsters“ ist Godzilla für das innere Kind.

 

Mein Fazit: 8 von 10 unter München schlafenden Kaijus

Wem wird dieser Film gefallen? Wohl vor allem Godzillajüngern, die sich gerne mal eine von Fanservice nur so triefende Blockbustervariante der ganz alten und etwas kitschigen Godzillastreifen aus den 60ern ansehen wollen. Was die meiste Kritik an dem Film angeht, finde ich, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Während Filme wie „Meisterdetektiv Pikachu“ und „Captain Marvel“ als Popkornkino gefeiert werden, muss Godzilla anscheinend höheren Maßstäben gerecht werden. Letztend endes ist dies jedoch einfach Geschmackssache – Kaijufilme waren ja schon immer eher Nischenprogramm und selbst innerhalb des Genres gehen die Vorlieben der Fans oft weit auseinander. Was jedoch keiner abstreiten wird ist die absolut astreine Inszenierung der Monster, den genialen Soundtrack und den fantastischen Look des Films – jemand, der dies genügend zu schätzen weiß, wird auch wenn er die menschlichen Figuren oder die Handlung banane finden würde, trotzdem seinen Spaß mit „King of the Monsters“ haben. Ich für meinen Teil habe genau den Film bekommen, den ich mir von dieser westlichen Variante Godzillas gewünscht habe.