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Jan 16

“GODZILLA: THE PLANET EATER” (2019) Review

Es ist so weit, die Godzilla-Anime-Trilogie findet ihr Ende. Bereits im November 2018 in den japanischen Kinos lief „The Planet Eater“ an und seit dem 09.01.19 ist er weltweit über Netflix verfügbar. Scheinbar still und heimlich schlich sich der Film auf die Streamingplattform und bekam als einziger in der Reihe keinen deutschen Untertitel, so dass wir hierzulande nach „Planet der Monster“ und „Eine Stadt am Rande der Schlacht“ „The Planet Eater“ erhalten. Komisch. Aber das Marketing dieser Animereihe war durch die Bank etwas seltsam. Wie dem auch sei, wie dieser Film und die komplette Trilogie bei mir abschneidet erfahrt ihr nach meiner obligatorischen Plotzusammenfassung:

godzilla-planet-eaterNach der großen Schlacht am Ende des letzten Films ist Mechagodzilla City vollkommen zerstört und in dessen Ruinen steht der immer noch unbesiegte Godzilla, der jedoch in eine Ruhephase verfällt um sich zu erholen. Während die Bilusaludos, die Alienrasse, die mithilfe des Nanometalls und Mechagodzilla gemeinsam mit den Menschen Godzilla besiegen wollten nun stinksauer sind, da Haruo nicht nach ihrer Pfeife tanzte, treiben die Exif-Aliens immer mehr der verbliebenen Menschen in ihren Kult. Was die Menschen und auch Haruo, der sich inzwischen sehr gut mit den Eingeborenen versteht, nicht wissen, ist dass der Gott der Exif ein planetenfressendes, außerdimensionales Wesen namens ist. Gemeint ist natürlich Ghidorah!

Generell finde ich ist “THE PLANET EATER” ein interessanter Film, dessen Ansätze Godzillas Erzrivalen Ghidorah neu zu erfinden ziemlich cool sind. Man fühlt sich etwas an Marvels Superschurken Galactus oder an die eine oder andere Star Trek-Story erinnert. Es gab schon so viele unterschiedliche Ursprungsgeschichten für den goldenen Drachen, aber die eines interdimensionalen Monsters ist neu, unverbraucht und stimmig zum Setting der Animereihe. Da stört es mich auch wenig, dass Ghidorah “nur” aus drei unendlich lange Hälsen, ohne sichtbaren Körper, besteht. Auch Haruos Werdegang wird schlüssig beendet – auch wenn es bei der Umsetzung des romantischen Nebenplots stark hapert. Wie auch bei den vorherigen Filmen hätte ich mir mehr Monsteraction gewünscht. Der Kampf zwischen Godzilla und den goldenen Weltraumnudeln ist sehr statisch. So etwas wie einen traditionellen Monsterkampf gibt sucht man vergebens. Godzilla per se ist in diesem Film wieder sehr untätig und bewegt sich nur minimal vom Fleck. Ghidorah hingegen liefert, besonders wenn er sich erstmals den Weg in unsere Dimension schlängelt, einige coole Momente, aber ich hätte nicht nein zu etwas mehr davon gesagt. Diesen Film einzeln, wie auch die Trilogie im ganzen zu bewerten ist schwierig. Generell glaube ich, dass in “THE PLANET EATER” die interessantesten Konzepte präsentiert werden und dieser Film einige der bildgewaltigsten Szenen enthält. Kein Wunder, es ist ja auch das Finale der Trilogie. Allerdings steht dieses Finale auf wackeligen Beinen. Die Pläne der Exif, die hier zentrales Thema sind, wurden in den vorherigen Filmen kaum berührt. Die Handlung des zweiten Films, der vieles aus dem ersten Teil wiederholte wirkt so noch mehr deplaziert. Der erste Film schien wie ein viel zu lang gezogener erster Act einer Handlung. Der zweite schien auch immer noch damit beschäftigt zu sein eine Grundlage für die Handlung zu schaffen und Teil 3 wirkt nun wie ein vorgezogenes Finale, dass jedoch gestreckt wirkt, als könne man dies auch in 40 Minuten erzählen. Diese Reihe leidet wahrlich daran, dass sie zuerst als Serie gedacht war und nun auf Biegen und Brechen in dieses Filmformat gesteckt wurde. Eine Serie mit mehr Folgen hätte die ganzen Figuren, Harous Wandel und die einzelnen Pläne der Aliens besser beleuchten können. Vielleicht hätte man alles auf eine Karte setzen sollen und aus der Handlung einen, etwas längeren Film schneiden können, oder man hätte die einzelnen Handlungsbögen generell anders aufgeteilt und mehr von den apokalyptischen Ereignissen erzählt bevor die Menschheit von der Erde floh.

 

Mein Fazit: 6 von 10 Kesseln mit Suppe

Eigentlich endet diese Trilogie auf einem Höhepunkt, aber es fällt mir schwer ihn zu genießen, weil hier strukturell als auch erzählerisch so viel durchwachsen ist. Vielleicht merkte dies auch Netflix nach dem Release des zweiten Films und packte „The Planet Eater“ darum so heimlich in sein Angebot. Ich kann die Reihe zwar nicht als Einstiegsfilm für Godzilla-Neulinge empfehlen, dafür missinterpretiert er die Reihe zu stark – und auch Godzilla-Puristen, werden hier eher frustriert sein als wirklich unterhalten. Wer jedoch Godzilla mag, kein Problem mit diversen Anime-Klischees hat, offen für Neuinterpretationen ist und vielleicht noch einen Faible für abgefahrene Sci-Fi-Konzepte hat, sollte diesen Filmen und vor allem dem letzten Film etwas abgewinnen können.