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Nov 07

„HALLOWEEN“ (1978) Review

Es kommen so schnell Fortsetzungen und Reboots zu alten Filmreihen heraus, dass ich gar nicht mehr nachkomme diese alle ordentlich zu würdigen! Im Oktober 2018 lief „HALLOWEEN“ an, eine direkte Fortsetzung zu „HALLOWEEN“ von 1978. Diese Fortsetzung ignoriert sämtliche andren Fortsetzungen, bereits veröffentlichen Remakes und deren Fortsetzungen. Bevor ich mich jedoch auf den neuen Film stürze, den ich mir kürzlich im Kino ansah, möchte ich zuerst über das Original reden. Beginnen wir mit der Handlung:

halloween-1978-reviewEs ist Halloween in der amerikanischen Kleinstadt Haddonfield. Die Bewohner des Ortes wissen es noch nicht, aber ein eiskalter Psychopath namens Michael Myers entkam aus seinem Sanatorium und befindet sich auf dem Weg in das verschlafene Nest. Auf Michaels Fersen befindet sich sein Psychiater, Dr. Loomis, der das Schlimmste befürchtet. Er behandelt Michael bereits seit seiner Kindheit in der er bereits mörderischen Tendenzen zeigte. Unterdessen bereitet sich die, wie erwähnt ahnungslose Jugend von Haddonfield auf den Halloweenabend vor. Die junge Laurie und ihre Freundinnen werden den Abend mit Babysitten verbringen, wobei Laurie als einzige den Job ernst nimmt. Alle sind aber in Gefahr, wenn Michael Myers ankommt.

Es gab vor Halloween zwar bereits Slasher-Filme wie „Black Christmas“ und nicht zu vergessen der Wegbereiter für derartigen Horror „Psycho“ von Alfred Hitchcock, aber es war John Carpenters „Halloween“, der die Formel als Horror-Subgenre zementierte und dafür sorgen sollte, dass eben diese die 80er dominierte. Passend dazu wurde in der Hauptrolle Jamie Lee Curtis gecastet, die sogar die Tochter von Janet Leigh ist, also der Dame, die in „Psycho“ in der Dusche erstochen wurde. Gefilmt wurde Halloween im Frühling 1978, um von der ebenfalls zu dieser Jahreszeit tief stehenden Sonne zu profitieren. Einige Bäume mussten dafür jedoch angemalt werden und gefallenes Laub wurde zusammengekehrt und für ein paar Szenen wiederverwendet. Das sind eben Dinge, mit denen man zurecht kommen muss, wenn man nur etwas über 300.000 Dollar als Budget hat. Auch die Geschichte hinter Michael Myers Maske ist inzwischen weitgehend bekannt: Eine Captain Kirk Latexmaske für nicht mal 5$ aus dem Supermarkt, die weiß angesprüht wurde. Unter der Maske steckte übrigens John Carpenters Studienkumpel Nick Castle, der selbst Filmemacher ist und bei Streifen wie „The Last Starfighter“, „Dennis“ und „Auf Kriegsfuß mit Mayor Payne“ Regie führte. Aber genug der Trivia, reden wir über die Qualitäten des Streifens: Drehbuch und Produktion teilte sich Carpenter mit Debra Hill, die noch einige Klassiker wie „Die Klapperschlange“ und „The Fog“ zusammen arbeiteten. Die Story ist straight forward, lässt sich aber etwas Zeit um voll in die Eisen zu steigen. Wie üblich bei seinen Filmen ist Carpenter jemand, der an allen Ecken und Enden eines Films die Finger im Spiel hat. Für mich ist das gruseligste am Film der Soundtrack von Carpenter. Und das meine ich im positiven Sinn. Das Halloween-Theme sorgt sofort für Gänsehaut und gehört wohl zu den einprägsamsten Filmmelodien. Der Horror von „Halloween“ ist leider inzwischen etwas verloren gegangen. Dadurch, dass es so viele Trittbrettfahrer in den 80s und 90s gab, die ständig versuchten in Sachen Grusel und Gore einen drauf zu setzten, wirkt „Halloween“ heutzutage vergleichsweise zahm. Allerdings schafft der Streifen ordentlich Spannung aufzubauen indem Micheal Myers als allgegenwärtiger Stalker unterwegs ist bis er dann rabiat zuschlägt. Auch die Liebe zu Details im Hintergrund, wie Michael der in einem Auto vorbeifährt während Loomis und der Polizeisheriff sich im Vordergrund unterhalten ist erwähnenswert. An sich ist John Carpenters erster großer Hit „Halloween“ ein sehr gut gemachter Slasherfilm und ein Meilenstein der Horrorfilmgeschichte. Ich bin ja eher ein Fan von Carpenters folgenden Filmen „The Fog“, „Die Klapperschlange“ und natürlich „The Thing“, da mir deren Thematik einfach mehr zusagt, aber man kann die Relevanz und die Qualität von „Halloween“ nicht von der Hand weisen.

 

Mein Fazit: 7,5 von 10 Fahrstunden für Sanatoriumspatienten

Was Halloween hatte auf das Horrorgenre einen ähnlich großen Einfluss wie es später Filme wie „Blair Witch Project“ und „Saw“ – wobei der von Halloween ausgelöste Trend deutlich amüsanter war, als die ganzen Torture- und Found-Footage-Streifen die den eben genannten Filmen folgten. Womit ich sagen will, dass mir Halloweens Auswirkungen auf die Filmlandschaft besser gefallen. Halloween ist ein Film der langsam aber stetig Spannung aufbaut. Teilweise dadurch, dass einem als Zuschauer stetig gezeigt wird, wie die unwissenden Teenager Michael buchstäblich ins Messer laufen aber auch, dadurch wie omnipräsent und unverwundbar der Killer dargestellt wird.