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Mrz 28

„HARBINGER DOWN“ Review

Harbinger Down ReviewMein Wühlen durch aktuelle Monsterfilme ist noch nicht beendet. Vor kurzem erschien endlich „Harbinger Down“ auf dem deutschen Markt. Ein Film, auf den ich schon lange warte, denn ich bin ein großer Fan der äußerst sympathischen Macher des Streifens.Wer das ist und welche tragische Geschichte hinter der Entstehung des Films steckt, erzähle ich euch gleich nachdem geklärt ist, worum es in Harbinger Down überhaupt geht.

Die Harbinger ist ein Krabbenfänger der auf der Beringsee herumkreuzt. Mit an Bord sind auch ein paar Walforscher, die sich mit der Klimaerwärmung befassen. Doch die Jungs und Mädels vom Kutter fischen noch etwas ganz anderes aus dem eisigen Meer, als nur ein paar olle Krustentiere. Ein abgestürzter sowjetischer Satellit, eingefroren im Eis, an Bord ein toter Kosmonaut. Bei einem derartigen Film ist das natürlich nicht alles. Die Kosmonautenleiche ist mit rätselhaften Microorganismen übersät, die sich bald als Fieslinge entpuppen, die Menschen infizieren und zu Monstern werden lassen. Die Besatzung der Harbinger muss nun um ihr überleben kämpfen und einen Weg finden, den Rest der Welt vor der Verbreitung der Monster zu schützen.

Es war einmal der Film „The Thing“ von 2011. Die talentierten und erfahrenen Effektspezialisten Alec Gillis und Tom Woodruff Jr sollten die ambitionierten Monstereffekte für den Streifen liefern. Und das taten sie auch. Doof nur, dass die Produzenten meinten, dass man die praktischen Effekte mit vielen Computereffekten übermalen und ersetzten sollte. Ein undankbares Schicksal, dass den beiden und ihrer Firma Amalgamated Dynamics des öfteren traf. Des öfteren wurde ihnen von Hollywoodproduzenten in die Suppe gespuckt und darum wollten sich Gillis und Woodruff unabhänging machen.

Sie planten ihren eigenen Monsterfilm zu drehen, mitfinanziert durch Kickstarter. Auf dem Papier hat sich das echt cool angehört. Ich bin Fan von Amalgamated Dynamics und ihren beiden Gründern, deshalb habe ich die Produktion ihres eigenen Filmes Harbinger Down intensiv verfolgt und ungeduldig auf dessen Release gewartet. Am Ende wurde ich leider enttäuscht. So gut die Monster von Gillis aussehen mögen, als Regisseur und Drehbuchautor ist er nicht ganz so talentiert. Manchmal sollte der Schuster eben bei seinen Leisten bleiben. Der ganze Film wirkt eher wie ein teurer Fanfilm als eine richtig ernstzunehmende Produktion. Es ist zwar cool, dass fast jede Szene mit Anspielungen auf Horrorklassiker wie „Alien“ oder „Der weiße Hai“ vollgestopft ist, doch leider macht das eben noch keinen klasse Streifen aus. Die Schauspieler sind abgesehen vom großen Lance Henrikson (Pumpkinhead, Terminator, Stung) keine Überflieger, richtig Spannung mag nicht wirklich aufkommen und sogar die Monstereffekte sind bei weitem nicht so überzeugend, wie ich es von Amalgamated Dynamics erwarten würde. Nervig ist, dass das Bild immer „zittert“ wenn irgend ein Monster im Bild ist. Das funktioniert leider nicht wirklich um zu kaschieren, dass hier nicht die beste Arbeit von Gillis und Woodruff zu sehen ist. In dieser persönlichen Hommage an „Das Ding aus einer anderen Welt“ steckt zwar viel Herzblut, aber ähnlichen Liebesbriefen an Carpenters Meisterwerk wie „Blutgletscher“ kann er einfach nicht das Wasser reichen.

 

Mein Fazit: 4,5 von 10 Wasserbären

Der erhoffte „instand Classic“ blieb mit „Harbinger Down“ leider aus. Als netter Fanfilm funktioniert der Streifen, für mehr genügt es jedoch nicht. Ich hoffe, dass dieser erneute Rückschlag die Karriere der beiden Monstermacher nicht wieder ausbremst. Die beiden sollen bitte weiter praktische Effekte machen und Filme drehen. Das nächste Mal wäre es aber klasse, wenn sie etwas Hilfe von außen annehmen würden.