«

»

Feb 26

„JOHN WICK: CHAPTER 2“ Review

Also, Keanu Reeves kehrt als John Wick zurück um Ärsche zu treten. Wieso nicht? Ich habe den ersten Film zwar  schon mal gesehen, aber um ehrlich zu sein sind meine Erinnerungen daran etwas angestaubt. Leider habe ich es nicht geschafft eine Review darüber zu schreiben, was ich bestimmt demnächst nachholen werde. Aber nun beschäftigen wir uns mal mit der aktuellen Fortsetzung und ob diese sehenswert ist. Wie immer zuerst etwas zur Handlung:

Nach den Ereignissen des ersten Films ist John Wick mit seinem Rachefeldzug noch nicht ganz fertig und prügelt und schießt sich darum anfangs noch durch die russische Mafia. John hat aber kein Interesse daran seinen Job als Killer wieder aufzunehmen. Eigentlich will er nur ein ruhigeres Leben zusammen mit seinem neuen Hund genießen. Doch in der Welt der Assassinen hat sich schnell herumgesprochen, dass John seinen schwarzen Anzug wieder angelegt hat, was dazu führt, dass ein alter Bekannter vor Johns Tür steht. Dieser Bekannte ist ein Mafioso und ein hohes Tier im internationalen Auftragskillerbusiness, bei dem John Wick durch einen Blutschwur in der Schuld steht. Wider Willen wird er also noch einmal aus dem Ruhestand zurückgerufen und muss jemanden Töten … sowie dessen Helfer und Helfershelfer und noch ein paar andere.

Wer hier eine clevere Geschichte erwartet, großes Drama oder irgendetwas der gleichen wird enttäuscht sein, denn John Wick Chapter 2 ist, genau wie der erste Teil minimalistisches Actionkino. Der Film lebt davon, dass man Keanu Reeves dabei zusieht wie er als komplettes Badass und fast perfekte Tötungsmaschine einen namenlosen Bösewicht nach dem anderen platt macht. Und das ist definitiv die Stärke von John Wick Chapter 2. Die Kampfkoreografien sind cool, die Kameraführung ist, anders als bei vielen anderen modernen Actionfilmen nicht nur zielloses herumgeschüttel, sondern durchaus beachtlich und es macht einfach Spaß Keanu Reeves in dieser Rolle zu zusehen. Ein Grund dafür sind die beiden Männer hinter der John Wick Reihe, Chad Stahelski und David Leitch. Beide sind als Produzenten und Regisseure bei beiden Filmen involviert und ich denke ihr werdet nicht überrascht sein, dass die beiden aus dem Stuntgeschäft kommen. Alle zwei waren selbst Jahre lang Stuntmen und Stunt Coordinators. Aus diesem Hintergrund resultiert der präzise und effektive Kampfstil von John Wick und die damit verbundene, wirklich sehenswerte Stuntarbeit. Doch wenn wir ehrlich sind hat der Film abgesehen davon kaum etwas zu bieten. Ich glaube mich zu erinnern, dass John Wicks Motivationen im ersten Teil etwas nachvollziehbarer waren – was nicht heißen soll, dass die Fortsetzung irgendwie übel ist. Nein, der Film macht Spaß, aber ich finde, dass die Reihe etwas zu überbewertet ist. Es würde mit nichten schaden, wenn die coole Action in etwas mehr Substanz eingepackt wäre. Ich muss auch ein paar Worte über die Welt sprechen in der die John Wick Filme spielen, in der scheinbar jeder zweite Bewohner von New York Gangster oder Auftragskiller ist und beinahe JEDER John Wick kennt. Außerdem schert sich niemand darum, dass John Wick mal eben im Laufe eines Abends 60 Leute über den Jordan schickt. Diese Parallelgesellschaft von Killern mit all ihren eigenen Regeln ist schon recht amüsant, doch es ist auch etwas absurd, wenn der John Wick mitten in der Stadt einen nach dem anderen über den Haufen ballert und dies, abgesehen von den direkt davon betroffenen anderen Killern und Gangsterbossen niemanden interessiert und es auch keinerlei Konsequenzen hat. Nein, der Typ läuft dann am hellichten Tag unbescholten herum und wird in jeden Raum, den er betritt mit “John Wick, schön Sie wiederzusehen” begrüßt. Aber wen versuche ich hier etwas vor zu machen, John Wick und dessen Fortsetzung über die wir hier reden sind keine Filme zum Nachdenken, sondern eher um sich mit ein paar Freunden mit ein paar Bierchen einen lustigen Abend zu machen und das schafft der Streifen alle mal.

Mein Fazit: 6 von 10 Schuldmünzen
Obwohl der erste Teil vielleicht einen kleinen Tick besser war, überzeugt John Wick Capter 2 ebenfalls. Von der Stuntarbeit könnten sich Filme wie Taken 2 oder dergleichen die eine oder andere Scheibe abschneiden. Der Streifen ist schnell, extrem actionlastig und unterhaltsam – doch man sollte trotz den vielen Lobs, dass man so im Internet hört nicht zu hohe Erwartungen hegen. Im Nachhinein erinnert mich John Wick etwas an die Transporter-Filme mit Jason Statham, nur ohne deren (gewollte) Albernheit.