«

»

Jun 27

“JURASSIC PARK III” Review

Ich wusste, irgendwann würde dieser Tag kommen. Der Tag an dem ich mir, um eben diese Review zu schreiben noch einmal Jurassic Park 3 ansehen müsste. Ich sag es frei heraus, dass JP3 Meilen von der Qualität von „Jurassic Park“ und „Vergessene Welt“ entfernt ist. Selbst der neue „Jurassic World“, über den ich kaum ein gutes Wort verlor, ist in meinen Augen noch einen Ticken besser. Aber zu erst werde ich, wie immer, etwas über die Handlung des Filmes plaudern und ihn dann Stück für Stück in der Luft zerfetzen wie ein wütender Spinosaurus ein Flugzeug!

Jurassic Park III TitleIhr kennt noch Dr. Alan Grant, den Helden aus dem ersten Film? Er ist zurück und so ziemlich das erste was er im Film macht, ist bei einer Vorlesung zu erklären, dass ihn keine Macht der Welt wieder auf diese Dinoinsel zurück bringen kann. Ungefähr 5 Minuten später überzeugt ihn dann ein nicht gedeckter Scheck genau das zu tun. Ein anscheinend reiches Ehepaar wollen ihn als Dinoexperten für einen Rundflug über die Insel dabei haben. Doch in Wirklichkeit sind die Kirbys weder reich, noch haben sie vor nur über die Insel zu fliegen. Das eigentlich geschiedene Paar vermisst ihren Sohn, der nun schon seit geschlagenen 8 Wochen auf Isla Sorna, der Insel aus dem zweiten Film verschollen ist. Grant und seinen Gehilfen Billy haben sie mehr oder weniger entführt, da sie fälschlicher Weise glaubten der Paläontologe wäre auf dieser Insel gewesen. Dort angekommen landen sie mit ihren Flugzeug und rufen mit dem Megaphon nach ihren Knaben Eric. Nur um es gleich festzuhalten wie dumm die Figuren (insbesondere der Kirbys) sind: Sie tun so als wären sie reich um Grant mit Geld auf eine Insel voller tödlicher Riesenmonster zu locken, obwohl dieser dort noch nie war, landen dort und laufen laut rufend herum. Kein Wunder, dass sofort Kumpel Spinosaurus auftaucht und das Flugzeug auseinandernimmt. Grant, Billy und die Kirbys sind jetzt auf sich selbst gestellt und müssen sich zu Fuß bis zur Küste durchkämpfen während sie unterwegs noch Eric finden wollen.

Es ist wirklich einer von denen Filmen, bei denen ich gar nicht weiß wo ich zum meckern anfangen soll. Na, wie wärs denn mit dem Regiesseur Joe Johnston, der mit „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“, „Jumanji“ schon zwei sehr an Spielberg erinnernde Filme gedreht hat. Eigentlich keine wirklich schlechte Wahl, auch wenn man bedenkt, dass er später mit „Captain America“ einen unterhaltsamen Beitrag zum Marveluniversum leistete und mit dem Remake von „The Wolfman“ auch überzeugte. Doch anders als Steven Spielberg schafft es Johnston nicht die Dinosaurier glaubhaft zu inszenieren. Der erste Angriff des Spinosaurus, der Kampf zwischen eben jenen und dem Tyrannosaurus, sowie eigentlich alle Dinos die man in der ersten Hälfte des Filme sieht, sind wirklich unter aller Sau. Und das obwohl wie davor auch Stan Winston die Saurier gebastelt hat. Der Schnitt und die Präsentation machen eben doch viel aus. Wobei die Raptoreneffekte und der letzte große Auftritt des Spino dann wieder doch gut ausgefallen sind. Das Drehbuch, das im übrigen von mehreren Oscargewinnern geschrieben wurde ist einfach nur von vorne bis hinten schwach. Die Story besteht nur aus ein paar dummen Figuren, die vom Kern der Insel Richtung Küste wandern und nebenbei vor Dinosauriern davonlaufen müssen. Die größeren Actionszenen aus Jurassic Park 3, wie die im „Vogelkäfig“ oder die „Bootsfahrt“ sind alles übriggebliebene Fetzen aus dem Jurassic Park Roman, die es bis dato einfach in keinen der anderen beiden Filme schafften. Das Cast stolpert unbeholfen ohne Spannungsaufbau und Charakterentwicklung von einer Dinoszene in die nächste, bis der Film plötzlich zu Ende ist und der Abspann rollt. Man merkt allein an der Laufzeit des Films, die eine gute halbe Stunde kürzer als bei den Vorgängern ist, dass der Film eigentlich gar keine eigene Aussagekraft, geschweige denn einer erzählenswerten Geschichte hat. Bemitleidenswert ist jedoch Sam Neill, der schon davor einfach als „der Typ aus Jurassic Park“ bekannt war. Sein Dr. Grant hat kaum was anderes zu tun als zu sagen „Gehen wir weiter“, oder „Rumschreien ist keine besonders gute Idee“, oder „Lauft!“. Es ist wirklich schade um diesen eigentlich sehr fähigen Schauspieler, denn das ist die größte Rolle seiner Karriere, die er wie im ersten Film bewiesen, verdammt gut drauf hat, doch Jurassic Park 3 sperrt ihn richtig ein und lässt die Figur nicht aufblühen – im Gegenteil, er ist völlig austauschbar und einfach nur aus Nostalgiegründen mit im Film. Wenn es etwas positives über den Film zu sagen gibt, dann sind es die Raptoren und die Flugsaurier, die jeweils ein paar coole Momente abbekommen haben, aber selbst die sind es kaum wert sich durch den kompletten Film zu quälen.


4 von 10 sprechenden Traumraptoren

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Terminator: Die Erlösung, Jurassic Park 3. Die gehören alle in die selbe Tonne von Filmen, die die Welt nicht braucht. Der Spinosaurus sollte auf gezwungene weise cooler als der T-Rex wirken, alles ist vollgestopft von schlecht gealterten CGI-Dinos, die Dialoge sind genauso dumm, wie die Figuren die sie von sich geben und der gesamte Film ist einfach nur eine große, dämliche Enttäuschung. Es hatte einen Grund, wieso 15 Jahre ins Land streichen mussten, bis ein neuer Jurassic Park Film in die Kinos kam.