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Jun 10

„JURASSIC WORLD: DAS GEFALLENE KÖNIGREICH“ (2018) Review

Es ist wieder Dino-Zeit auf meinem Blog und im Kino! Nachdem ich 2015 sehr enttäuscht von „Jurassic World“ war und mehrere Flüche auf Colin Trevorrow, dem Regisseur des „Soft-Reboots“ der Jurassic Park Reihe aussprach, hatte ich eigentlich nicht vor mir die Fortsetzung anzusehen. Ein paar Punkte überzeugten mich jedoch, dem Multi-Millionen-Dollar-Dino-Franchise nochmal eine Chance zu geben. Das erzählt ich euch aber nach dem kleinen Blick auf die Handlung von „Jurassic World: Das Gefallene Königreich“:

jurassic-world-2Nach den katastrophalen Ereignissen auf Isla Nublar vor 3 Jahren wurde Jurassic World geschlossen. Die Dinosaurier leben nun frei auf der Insel, schweben aber in immenser Gefahr. Nublar ist eine vulkanische Insel und sämtliches Leben auf dem Eiland droht von einer anstehenden Eruption vernichtet zu werden. Claire Dearing, die ehemalige Leiterin des Parks ist inzwischen zur Tierschützerin geworden und möchte die Dinosaurier auf Nublar vor einem zweiten Aussterben bewahren. Dabei will ihr Sir Lockwood, ein ehemaliger Geschäftspartner und Freund des Jurassic Park Gründers John Hammond, unterstützen. Zusammen mit Owen Grady, der helfen soll, Velociraptor Blue aufzuspühren, wird eine Rettungsmission nach Nublar gestartet. Allerdings sind auch Kräfte am Werk, die die Dinosaurier ausbeuten wollen.

Es lockten mich ein paar Faktoren wieder ins Kino: 1. führte hier nicht wieder Treverrow Regie, sondern der Spanier Juan Antonio Bayona. Bayona ist ein Schützling Guillermo del Toros, und ist wie dieser für seine Horroraffinität und kunstvollen Bilder bekannt. 2. drang an mich, dass in „Jurassic World: Das Gefallene Königreich“ (kurz JW2) deutlich mehr praktische Effekte eingesetzt wurden als in „Jurassic World“ (JW). Als Fan der alten Schule von Special Effects und animatronischen Dinos, wie sie im ersten Jurassic Park (JP) eingesetzt wurden, weckte dies ebenfalls mein Interesse. Und Punkt Nummer 3, wieso ich dem Jurassic-Franchise erneut erlegen bin ist, dass ich in meinem Japan Urlaub die Universal Studios Osaka besuchte und dort ordentlich Zeit im Jurassic Park Bereich verbrachte, was mir unglaublich Lust auf einen erneuten Besuch auf Isla Nublar machte… Naja, seien wir ehrlich: Klatsch einen paar Dinosaurier auf dein Produkt und ich spüre den unwiderstehlichen Drang es zu kaufen. Ich bin nun mal ein Sklave meiner Dinomanie! Also gab ich JW2 eine Chance und ich glaube das hat sich größtenteils gelohnt. Beginnen wir trotzdem zuerst mit dem Negativen, denn JW2 hat einige tief sitzende Probleme. Die (menschliche) Bösewichte in dem Film sind verdammt Eindimensional und wirken wie Bondbösewichte aus Roger Moore Zeiten. Auch unter den Reihen der Hauptfiguren lässt sich nur minimale Charakterentwicklung verzeichnen. Chris Pratts Figur Owen zum Beispiel ist erneut der charmante, in jeder Situation gut aussehende, Sprüche klopfende Alleskönner, also unterm Strich ein total uninteressanter Charakter. Meine (menschliche) Lieblingsfigur war die von Daniella Pineda gespielte Veterinärin Dr. Zia Rodriguez – eine der wenigen Figuren im Film, die sich mit Dinosauriern auskannte und wahre Leidenschaft für sie zeigte. Die größte Schwäche des Films ist das Drehbuch, dass von Colin Trevorrow Co-geschrieben wurde. Einiges im Film ist schlichtweg genau so dumm und unlogisch wie JW – Fleischfressende Dinosaurier sind reine Tötungsmaschinen, die zweite Insel auf der Dinosaurier leben wird scheinbar einfach vergessen und das Aufsetzen eines John Deere Kappe ist eine undurchschaubare Verkleidung. Der Vorteil gegenüber JW ist jedoch, dass JW2 eine schlichtweg unterhaltsamere Handlung hat. Die ethischen Fragen die der Film aufwirft werden zwar nur oberflächlich behandelt, staffieren den Film aber gut aus. Der größte Gewinn für JW2 ist J. A.Bayona als Regisseur. Es ist seine Inszenierung, die den Film rettet. Bayona bringt ein starkes Spiel von Licht und Schatten ein, seine Actionszenen sind voller Energie. Er kann auch mit kleinen Szenen Emotionen wecken und er versteht etwas davon Spannung aufzubauen. Es gibt ein Szene in der Mitte des Films, die einen sterbenden Dinosaurier zeigt und gleichzeitig wunderschön aber auch herzzerbrechend ist und besser als alles was in den letzten beiden Jurassic Filmen zu sehen war. Dieser Moment lässt dem Zuschauer eine kleine Verschnaufpause, bevor es wieder rasant weitergeht, denn JW2 ist abgesehen davon, dass er schön und spannend ist, auch flott erzählt, so dass in den 128 Minuten kaum Langeweile aufkommen kann. Von der ersten Hälfte des Films, die etwas an “Vergessene Welt” erinnert, bis zum mehr horrorlastigen Ende geschieht alles Schlag auf Schlag. Generell kann man mit Fug und Recht behaupten, dass dies nach JP und Vergessene Welt der beste Film der Reihe ist. Ein Aufwärtstrend ist zu verzeichnen, was mich glücklich macht.

Mein Fazit: 6,5 von 10 T.rex Bluttransfusionen

„Jurassic World: Das gefallene Königreich“ wird nicht mein Lieblingsfilm und er kann auch nicht mit den beiden ersten Filmen der Reihe mithalten, allerdings ist er nach den enttäuschenden JP3 und JW ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung und bringt auch mal etwas neues ins Franchise, was Lust auf den nächsten Teil macht. Leider wird da angeblich anstelle einer talentierten Person wieder Colin Trevorrow Regie führen.. urg. Bevor es aber so weit kommt, möchte ich euch schonmal Lust auf einen hoffentlich bald erscheinenden Artikel auf DEGL-TOONS machen. Ich versuche nämlich meine persönliche Idee, die ich für eine Jurassic World Fortsetzung hatte, nun zu Papier zu bringen! Sobald dies vollbracht ist, werde ich meine Fanfiction hier natürlich veröffentlichen und darauf warten, dass Universal bei mir anruft und mir Geld anbietet.