«

»

Apr 28

“KAMEN RIDER ZO” (1993) Review

Okay, was ist Kamen Rider? Hierzulande ist die Reihe ziemlich obskur, aber in Japan ist der Rider seit den frühen 70ern eine nicht wegzudenkende Instanz im TV. Der Motorrad fahrende Held mit der Heuschreckenmaske wurde auch, ähnlich wie die Power Rangers zu einer westlichen Serie adaptiert – man nahm wie bei den Power Rangers die Actionszenen in denen der Held maskiert ist aus der japanischen Originalserie und dreht für den Rest neues Material mit amerikanischen Schauspielern. Obwohl ich als Kiddy großer Power Rangers Fan war, habe ich dieses Quasi-Spin-off jedoch kaum angesehen, da es weder riesige Monster noch riesige Roboter zu bieten hatte – außerdem ist Kamen Rider im Original auch für ein etwas älteres Publikum konzipiert und darum mehr Gewalt zeigt, die in der europäischen Variante dann natürlich fehlte. So kommt es also, dass ich generell von Kamen Riders Existenz und Grundprämisse weiß, aber ansonsten keine Connection zu den dutzenden eigenständigen Serien und Filmen habe. Da es mich jedoch irgendwie reizte habe ich mich mal schlau gemacht, wie man am besten einen Vorgeschmack akamen-rider-zouf diesen Ozean an Content bekommen kann und das Ergebnis war der Film „Kamen Rider ZO“, der anders, als die meisten anderen Kamen Rider Filme keine Vorwissen aus irgend einer Serie benötigt, und außerdem recht einfach online zu finden ist. Aber genug Vorgeplänkel! Um was geht es in „Kamen Rider ZO“?

In einer Höhle erwacht ein junger Mann aus einer Art Koma – Er hat kaum Erinnerungen an sein vorheriges Leben, aber er weiß zwei Sachen: Er ist der Kamen Rider und er muss einen Jungen namens Hiroshi vor der gefährlichen Neo Life Form beschützen. Zur gleichen Zeit formt sich auf einem Schrottplatz eine geisterhaft schwebende Sphäre einen monstösen Körper aus herumliegenden Altmetall – dies ist die Neo Life Form, die ebenfalls sofort beginnt den kleinen Hiroshi zu suchen.

Die Story des Films hat ein sehr einfaches Set-Up, dass wohl nicht zufällig an Terminator erinnert. Doch dies macht rein gar nichts! „Kamen Rider ZO“ ist voll gepackt mit Action, erzählt seine Geschichte jedoch total geschmeidig und hat trotz der Terminator-Anleihen genügend eigene Ideen. Ich bin immer noch erstaunt, wie der Streifen dies schafft, obwohl er nur eine Laufzeit von lediglich 48 Minuten hat. Der Film wirkt jedoch viel größer zu wirken, obwohl er kein Gramm Fett an sich hat. Man muss sich natürlich bewusst sein, dass man hier eine Produktion hat, dessen Budget selbst im Vergleich zu westlichen TV-Budgets lachhaft wirkt. Doch gerade für Filme aus dieser Zeit bedeutet dies eine Vielzahl an charmanten Effekten, wie lebensgroße Puppen und auch Stop-Motion-Monster – also lauter Dinge, die bei mir sofort Monster-Endorphine ausschütten – eine gewisse Affinität für so etwas muss man natürlich mitbringen, bevor man sich in ein Franchise wie Kamen Rider stürzt. Doch wer etwas Nostalgie für Power Rangers und ähnliche Serien aus den 90ern hat, etwas mit Shonen-Animes und generell dem etwas überzeichneten japanischen Action-Kino anfangen kann, fühlt sich hier sofort zu Hause. Kung-Fu Schlagaustausche, die mit Funkenexplosionen gefüllt sind, Sprünge mit zig unnötigen Überschlägen und eine Parade an bizarren Monstrositäten. Da ist es direkt Schade, dass Kamen Rider es nie schaffte im Westen Fuß zu fassen. Die adaptierte Serie war relativ kurzlebig und “Kamen Rider ZO” kam in den USA hauptsächlich als Full-Motion-Videospiel für den SEGA CD herraus – es war also auch von vorn herrein zum Scheitern verurteilt. Tragisch, aber wie ihr an mir seht ist es nie zu spät sich in so eine japano-kitsch-Serie zu verlieben.

Mein Fazit: Zwei Tokusatsu-Daumen nach oben!daumen-hoch-doppel
Ein cooler Held, viele Kämpfe, nicht ein einziger langweiliger Moment und ein Bösewicht der wie eine Mischung zwischen Cell aus DragonBallZ und dem T1000 aus Terminator 2 aussieht – dies sind alles Elemente, die einem „Kamen Rider ZO“ um die Ohren wirft. Und da der Streifen, wie gesagt, einfach zu finden ist und lediglich ne dreiviertel Stunde dauert gibt es eigentlich keinen Grund dem Film nicht mal eine Chance zu geben – Denn wer weiß, vielleicht werdet ihr dann auch Fan?