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Nov 13

Kinoreview “James Bond 007: Skyfall”

“Bond. James Bond.” Zum 23. Mal sehen wir jetz den Geheimagenten des MI6 im Einsatz und zum 3. Mal wird er nun von Daniel Craig gespielt, der einen guten (jedoch, wie ich finde, überbewerteten) Film mit “Casino Royale” und einen recht schwachem Streifen mit “Ein Quantum Trost” abgeliefert hat. Wie ist nun sein neuester Auftritt mit “Skyfall”? Besser? Schlechter? Und wird er dem Hype und den hohen Erwartungen gerecht? Schließlich feiert man mit “Skyfall” das 50. Jubiläum der erfolgreichsten Filmreihe aller Zeiten! Ich werde es euch verraten!

Aber wie üblich plaudern wir zuerst etwas über den Plot, bei dem ich natürlich nicht mehr verrate als es auch der Trailer macht: Bond verfolgt in Istanbul einen Mann, der eine Festplatte gestohlen hat, die die wahren Identitäten aller verdeckt ermittelnder Natoagenten enthält. Und wenn ich “verfolgt” meine, dann im Bond-Stil! Das heißt auf verschiedenen fahrbaren Untersätzen durch die ganze verdammte Stadt und darüber hinaus. Er düst sogar einmal über genau die gleichen Dächer wie erst kürzlich Liam Neeson in “96 hours: Taken 2″! Schließlich finden sich Verfolger und Verfolgter auf dem Dach eines Zuges wieder. Bonds sexy Helferlein Eve hat derweil in sicherer Entfernung das Gewehr angelegt um den Datendieb zu elliminieren, doch da dieser mit Bond rauft hat sie kein freies Schussfeld. Auf drängen von MI6 Cheffin ‘M’ feuert sie trotzdem umd erwischt blöderweise Bond statt dem Banditen. Unser Lieblingsgeheimagent stürzt nach dem Treffer von dem Zug direkt in einen reissenden Fluss während, der Festplattendieb entkommen kann. Im Anschluss hört man Adele’s Bondsong “Skyfall” und sieht das wie gewohnt optisch anregende Intro, dem man seine volle Aufmerksamkeit schenken sollte, denn hier sind einige Hinweise auf die weitere Story des Films versteckt, die einem dann im späteren Verlauf des Streifens einige nette “Aha-Momente” bescheren. Eine Gewehrkugel und ein Sturz aus gut sechzig Meter in die Stromschnellen kann einen James Bond natürlich nicht umbringen, also genießt er erstmal das Leben eines für tot erklärten Agenten – Ficken und Saufen inklusive! Doch bald muss er seinem Vaterland, seinen Kollegen und seiner Vorgesetzten zur hilfe eilen, denn der Cyberterrorist, für den der Bandit am Anfang gearbeitet hat stellt enthült nun 5 Agentenidentitäten pro Woche, was logischerweise automatisch zu deren Tod führt, außerdem befindet er sich anscheinend auf einem Rachefeldzug gegen ‘M’. Bond kehrt also in dem Dienst zurück, aber seine Narben und Lenze lügen nicht. Er, so wie ‘M’ sind vom “alten Eisen” und so gut wie jeder wirft ihnen vor von gestern zu sein. Der geheimnisvolle Gegenspieler hingegen ist dem Agenten immer einen oder sogar zwei Schritte voraus und spielt mit seinem Cyberterrorismus geradezu mit dem MI6.

Der Regiesseur Sam Mendes (American Beauty, Jarhead) hat zu seinem 50. Jubiläum Bond zu einem Fossil des Spionagebetriebs gemacht. Die Methoden von ihm werden als antiquiert bezeichnet. Ähnliches sagte M bereits in “Golden Eye” zu Pierce Brosnen, nun steht sie aber selbst auch als altmodisch da. Den Film begleitet eine gewisse Umbruchsstimmung, da vieles, dass mit Casino Royale etabliert wurde hier buchstäblich zu Bruch geht. Der ganze MI6 wird umgekrempelt, was sich zum Beispiel auch im neuen Quartiermeister ‘Q’ wiederspiegelt, der nun ein junger, ruhiger Computernerd ist. Die Action in Istanbul zum Anfang ist grandios, das Intro ist wohl eines der besten seit langem. Danach pendelt sich der Film während der Schnitzeljagd nach dem Bösewicht ein und hat etwa die Qualität eines Casino Royale, doch was wirklich zu überzeugen weiß ist das letzte Drittel des Streifens. Ich möchte nicht Spoilern, darum sage ich nur, dass es ein richtiges Fest für Fans der alten Bondfilme ist und explizit ankündigt, dass sich zumindest der nächste 007 mehr an diesen orientieren wird. Aber der Stilbruch mit den beiden letzten Craig-Bonds zeigt sich nicht nur im 3. Act des Films, sondern auch schon in der Kameraarbeit und im Schnitt! Endlich sind die Actionszenen nicht mehr ein hektischen Herumgewusel, dem man nicht folgen kann (Man denke nur an die Verfolgungsjagd zu Beginn von “Ein Quantum Trost”). Den Trend hat man Gottseidank fallen gelassen und sich wieder einer mehr klassischen Kameraführung bedient, die zwar oft nahe am Geschehen ist, aber immer einen Überblick über die Ereignisse zulässt. Man merkt auch (wie in den meisten Filmen der letzten Jahre) den Einfluss von Nolan’s Batmanfilmen. Die Kamerafilter und die dreckige, düstere Seite von Bond und dessen Vergangenheit haben mich schon hin und wieder an “The Dark Knight” erinnert – allerdings im positiven Sinne wie bei “The Amazing Spiderman” und nicht im negativen wie z. B. das Remake von “Total Recall“! Man kann natürlich auch sagen, dass Nolan’s Dark Knight-Trilogie schon von vorn herein viel von James Bond hatte! Ich glaube mit Skyfall schließt sich mehr oder weniger der Kreis, oder zumindest mit dessen Fortsetzung, für die angeblich Christopher Nolan als Regisseur favoriert wird.

Mein Fazit: 8 von 10 Doppelnullagenten!

Ich kann den Film vor allem den Bondfans empfehlen, denen die letzten beiden Filme zu “UnBondig” waren. Es ist ein schöner Jubiläumsfilm, der oftmals an einige Klassiker anspielt, aber trotzdem seine moderne Note behält. Und er macht neugierig auf die Fortsetzungen die, wie MGM angekündigt hat, nun regelmäßig alle zwei Jahre kommen sollen.

 

2 Pings

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