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Jan 30

“KNIGHTS OF BADASSDOM” Review

Knights of BadassdomJeder sollte zumindest einmal in seinem Leben auf eine LARP gehen. Es gibt wenige Sachen, die so viel Spaß machen wie ein ordentliches Live Rollenspiel! Man Kleidet sich wie ein mittelalterlicher Krieger, Magier, Ork oder nach was einem der Sinn steht, versetzt sich in dessen Rolle und erlebt über ein Wochenende ein fantastisches Abenteuer, bei dem man sich höchstwahrscheinlich auch mal gegenseitig mit Schaumstoffschwertern verkloppt. Es ist ein sehr spezielles Hobby, das viel Zeit und Geld in Anspruch nimmt, aber ich zehre immer noch an den Erinnerungen der Hand voll LARPs, die ich noch während meiner Schulzeit besuchte. Es passiert nicht all zu oft,  dass so eine extrem “nerdige” Freizeitaktivität in den Fokus eines Spielfilms gesetzt wird und noch seltener, dass sie dabei gut wegkommt. Darum habe ich mich sehr auf den Film “Knights of Badassdom” gefreut, eine Horror-Komödie mit einigen sehr coolen Schauspielern, die an so einer LARP teil nehmen. Die Besetzung entstammt den geekigsten Träumen: Summer Glau aus Firefly, Peter Dinklage aus Game of Thrones, Danny Pudi aus Community und Ryan Kwanten aus True Blood geben sich ein stell dich ein! Wie gut der Film als Komödie funktioniert und ob er den Liverollenspielern gerecht wird bequasseln wir, nachdem ich euch etwas über die Handlung erzählt habe.

Joe (Kwanten) ist ein Metalsänger und Automechaniker, der von seiner erfolgsorientierten Freundin Beth verlassen wird. Der arme Kerl ist ziemlich down und darum krallen ihn sich seine beiden Kumpels Hung (Dinklage) und Eric (Steve Zahn) um ihn mit auf eine LARP zu nehmen, damit Joe etwas von seinem Kummer abgelenkt wird. Joe, der eigentlich nichts mit Liverollenspiel am Hut hat bekommt einen Crashkurs von Hung und macht wenig begeistert mit. die Figuren von Summer Glau und Danny Pudi schließen sich der Gruppe an und Eric, der seinen Stufe 26 Magier endlich auf Stufe 27 bringen will führt ein Ritual aus, dass er aus einem alten Buch hat, das er auf Ebay erstand. Natürlich ist dies ein echtes Zauberbuch und so beschwört er in bester Evil Dead-Manier unwissentlich einen Dämon. Um genauer zu sein, einen Succubus, der in Gestalt von Joes Exfreundin nun einen Larper nach den anderen umbringt. Nun liegt es an Joe, Eric, Hung und Co das reale Monster aufzuhalten.

Abgesehen vom Film „Vorbilder“ mit Stiffler und McLovin kenne ich keinen Film, der das Thema Larp so zelebriert. Und „Knights of Badassdom“ geht da gerne noch einen Schritt weiter. Man merkt in den einen oder anderen Einstellungen, dass da vermutlich echte Larper im Hintergrund als Statisten sich die Latexschwerter um die Ohren hauen und es ist sogar für eine Komödie relativ gut gelungen ein paar Aspekte eines solchen Liverollenspiels zu zeigen. Allerdings kann weder das noch die phänomenale Besetzung den Film retten. Bis zu den Zeitpunkt in dem der Dämon beschworen wird ist der Film noch recht unterhaltsam und funktioniert als Komödie, vielleicht etwas flach, aber es geht. Doch von dem Moment an verwandelt sich das Setting zusehends in einen spannungslosen Horrorfilm. Die Gags zünden immer weniger, die interessantesten Figuren sterben als erstes und das Ende ist zum fremdschämen. Mit den knappen Worten eines Kumpels: „Potential in den Sand gesetzt“. Mit dem Cast und dieser Grundprämisse hätte man einen Kultfilm, für zumindest alle Liverollenspieler, erschaffen können. Doch dafür sind die Witze zu selten gestreut und zu flach. Die immer gleich währenden Vorurteile gegen Rollenspieler werden ab einen Punkt hauptsächlich bestätigt und lasst mich erst garnicht mit den miesen Effekten anfangen. Hey, ich habe kein Problem mit billigen Trasheffekten, aber die müssen eben dem Charme des Films beitragen und dieser Film hat keinen Charme!

Mein Fazit: 4 von 10 geplatzten Nerdträumen

Es wär zu gut um wahr zu sein gewesen, wenn „Knights of Badassdom“ das halten würde was der Trailer versprach. Eine schlechte Komödie die während ihrer Spielzeit zu einem schlechten Splatterfilm wird. Nach dem Film habe ich aber gute Lust mal wieder auf eine Larp zu gehen!

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  1. “DEATHGASM” Review » Degl-Toons

    […] die Kettensägen rotieren. Anders als der, vom Plot ähnliche, aber weichgekochte und unlustige „Knights of Badassdom“ ist „Deathgasm“ ein Film, den ich nur empfehlen kann. Blutfontänen ohne Ende, sympathische […]

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