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Dez 12

“KRAMPUS” Review

Es weihnachtet sehr. Und was passt besser in die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit als ein Horror-Fantasyabenteuer? Vor allem wenn es sich bei der Titelfigur um die im Süddeutschen und Österreichischen Raum verbreitete Sagengestalt des Krampus handelt. Ich ging ins Kino um heraus zu finden ob „Krampus“ sehenswert ist, oder ob er sich mit der Rute verdroschen und in einen Sack gesteckt gehört. Als der Film vorbei war standen die Leute um mich herum auf und verkündeten lauthals was für ein „Mist“ der Film war – ich hingegen hatte ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. Wieso, fragt ihr? Das erkläre ich nach einer kurzen und spoilerfreien Handlungszusammenfassung:

Krampus TitelMax ist ein ungefähr zwölf jähriger Bub, der Weihnachten liebt. Nicht wegen der Geschenke, wie die meisten anderen, sondern weil ihm das Zusammensein mit der Familie wichtig ist, das alle nett zueinander sind und zusammenfinden. Doch Max merkt, dass dieser „Geist der Weihnacht“ immer mehr flöten geht. Seine Eltern Tom und Sarah kommen nicht mehr so gut miteinander aus und seine ältere Schwester hat inzwischen auch andere Interessen als mit ihrem Brüderchen zu spielen. Nur seine aus Deutschland bzw. Österreich kommende Großmutter scheint Weihnachten auf die gleiche Weise zelebrieren zu wollen wie Max. Doch selbst die gute Omi kann das Fest nicht mehr retten, als die „bucklige Verwandschaft“ aufkreuzt. Während Max Familie eine etwas besser verdienende aus der Vorstadt ist, sind sein Onkel und seine Tante eher aus der Unterschicht und gehören zu den klischeehaften Hummer fahrenden Waffennarren. Die quasi vorprogrammierten Spannungen führen dazu, dass die Feiertage voll im Eimer sind und Max jegliche Hoffnung auf besinnliche Weihnachten abschreibt. Doch das Vergessen der Bedeutung von Weihnachten beschwört eine alte und zornige Gestalt herauf. In der Deckung eines teuflischen Schneesturms fällt der Krampus und seine Helfer über die von der Außenwelt abgeschnittene Familie her.

Krampus kam zwar erst 2015 ins Kino, aber er fühlt sich seltsamer weise an wie ein Film aus den Achtzigern oder frühen Neunzigern. Die ersten 20 Minuten des Films simulieren perfekt den ersten Akt eines typischen Weihnachtsfamilienfilms ala „Eine schöne Bescherung“, nachdem dann der titelgebende Krampus auftritt verwandelt sich der Film in einen nicht zu brutalen Horrorfilm, der wohl am ehesten mit Joe Dantes Gremlins vergleichbar ist. Wer bei Krampus einen blutigen, modernen Horrorfilm erwartet, der gehört zu den vorhin erwähnten Leuten, die fluchend zusammen mit mir das Kino verließen. Krampus gehört aber in ein anderes Lager. Er ist eine charmante und witzige Weihnachtsgeschichte, die mit einigen gruseligen Begebenheiten und einer Hand voll liebevoll gestalteten Monster aufwarten kann. Was ich da hoch anrechne ist, das ein Großteil von Krampus und dessen Helfern mit klassischen Effekten gezaubert wurde. Der Krampus sieht fantastisch aus – Da bekommt man selbst richtig Lust sich ein ähnliches Kostüm zu basteln um am nächsten St. Nikolaustag den Kindern einen Schrecken fürs Leben einzujagen. Ich mag dieses Design mit dem buckligen Körper, der abgesehen von den riesigen geschwungenen Hörnern komplett verdeckt ist. Das ergibt eine eindrucksvolle und einprägsame Silhouette. Ich hätte mir zwar noch ein paar Szenen mehr mit Krampus selbst gewünscht, aber auch seine Helferlein waren voll in Ordnung. Die gruseligen zum Leben erwachten Spielzeuge, die Max’ Familie terrorisieren sind genau so cool, wie sie bizarr sind. Doch ich möchte da nichts vorweg nehmen. Ich fand die Schauspieler auch klasse gewählt. Allen vorran der kleine Max und die alte Tante Dorothy, gespielt von Conchita Ferrell, die die meisten wohl als „Berta“ aus „Two and a half Men“ kennen. Diese spielt auch eine nur unwesentlich andere Rolle. Aus Figuren wie Tante Dorothy entsteht auch der Hauptanteil des Humors des Films. An sich ist Krampus eine toller Festtagsfilm, auch wenn ich ein paar Abstriche machen muss, was das Ende angeht. Da hätte man etwas konsequenter sein können.

Mein Fazit: 6,5 von 10 Lebkuchenmännern

Es ist schon irgendwie ungewöhnlich einen neuen Horrorfilm zu sehen, der diesen lockeren und lustigen Stil der alten Tage nochmal aufnimmt. Horrorkomödien sind ja heut zu tage meist einfach hirnlose Parodien. Wer Filme mag wie Ghostbusters, Tremors und vor allem Gremlins wird hier auf seine Kosten kommen und wie ich mit einem fröhlichen Lächeln das Kino verlassen.

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  1. Top- und Flopfilme 2015 » Degl-Toons

    […] mit den oben genannten mithalten können, aber es verdient haben auch kurz erwähnt zu werden: Krampus, Ant-Man, Avengers: Age of Ultron, Birdman, Mission Impossible: Rogue […]

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