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Mrz 14

„MANDY“ (2018) Review

In letzter Zeit bin ich leider kaum dazu gekommen etwas für DEGL-TOONS zu produzieren. Aber keine Sorge, ich werde natürlich weiterhin Filmreviews schreiben und Podcasts aufnehmen sofern ich Zeit dafür finde. Einen Film über den ich hier unbedingt reden muss ist “MANDY” von 2018. Ich habe im Internet Leute darüber munkeln gehört, dass dieser Streifen vom kanadischen Filmemacher Panos Cosmatos als Geheimtipp gilt – und dass der Film einen Nicolas Cage zeigt, der zügellos verrückt spielt und das ist immer sehenswert! Mal sehen, ob euch meine Handlungszusammenfassung mit an Bord holt

mandy-2018-reviewDie titelgebende Mandy ist ein Heavy Metal hörende Künstlerin, die zusammen mit ihren Mann, dem Holzfäller Red Miller zurückgezogen in einer schönen Hütte im Wald lebt. Mandy ist eine stille und etwas mysteriöse Figur, die eine sehr innige und romantische Beziehung mit Red führt. Doch ihr idyllisches Leben ändert sich rapide, als ein Kultführer Jeremiha und seine irren Anhänger Mandy bei einem Spaziergang sehen. „Ich muss sie haben“ verkündet Jeremiha im Wahn und so schnappen sich die Sektenmitglieder Mandy. Red, der eigentlich auch eine friedvolle Person ist, wird durch die folgenden Ereignisse gebrochen und beginnt mit einem erbarmungslosen Rachefeldzug der ihn durch Blut, Feuer, und neonfarbene Alpträume führt.

„MANDY“ ist ein visuelles Erlebnis. Mit seiner starken und satt-farbigen Beleuchtung, den animierten Alptraumsequenzen, dem teilweise absurden Gore und dem psychadelischen Soundtrack erinnert der Streifen an Filme wie den Klassiker „Suspiria“ oder dem eher neuen „Neon Demon“. Und für Fans derartiger Filme ist „Mandy“ auf jeden Fall auch ein Pflichtfilm! Außerdem ist Mandy auch ein Fest für alle, die gerne Nicolas Cage beim Durchdrehen zusehen. Der Kerl hat einfach die Fähigkeit sehr extreme Gefühle auszudrücken – oftmals wird er in Filme gesteckt bei denen die Macher nicht wissen was sie mit Nic Cage und seinem extravaganten Schauspiel anfangen sollen. In solchen Filmen wirkt Cage oft unfreiwillig komisch – aber Panos Cosmatos hatte hier genau die richtige Rolle für Cage. Die eskalierende Vendetta des Red Miller, die irgendwo zwischen John Wick und Evil Dead 2 liegt, bietet Cage Platz, seiner ganzen schauspielerischen Bandbreite freie Bahn zu lassen. Andrea Riseborough, die Mandy spielt schafft es mit wenig mehr als ein paar Blicken sowohl eine mauerblümchenhafte Unschuld, als auch eine mysteriöse Tiefe auszustrahlen, der man abkauft, dass der (ebenfalls ausgezeichnet von Linus Roache gespielte) Sektenführer Jeremiha eine ungesunde Faszination für sie entwickelt. „Mandy“ ist Panos Cosmatos zweiter Spielfilm, aber trotzdem ist er bereits ein vollendeter Filmemacher mit einem untrüglichen Auge für wahnsinnig effektive Bilder. Vielleicht, weil er bereits bei seinem Vater, dem verstorbenen George Pan Cosmatos, der Filme wie „Rambo 2“ und „Tombstone“ drehte, das eine oder andere aufschnappte. Für mich ist “MANDY” ein Geheimtipp den ich gerne mit euch Teile und ohne groß nachdenken zu müssen einer der besten/außergewöhnlichsten Filme von 2018. Es ist ein wahres Fest, wenn man Nic Cage mal einfach die Sau raus lassen lässt und das ganze mit roter Beleuchtung und ein paar Eimern Kunstblut würzt.

Mein Fazit: 8 von 10 Chromäxten

Es mag sein, dass „MANDY“ erzählerisch keine riesige Story zu bieten hat – es geht um verrückte, gestörte Sektenanhänger und blutige Rache. Doch der Film arbeitet sehr mit dem visuellen Medium Film. Wir haben viele alptraumhafte Szenen mit überzeichneter Gewalt, getaucht in grellen Rot. „MANDY“ ist in vielen Aspekten ein extremer Film, der einen epochalen Blutrausch zeigt. Das mag nicht jedem liegen, doch Freunde von Filmen, die in Sachen Horror und Gore etwas over the top sind und Leute, die perfekt inszenierte Bildkompositionen zu schätzen wissen sind hier goldrichtig!