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Mai 20

“MEISTERDETEKTIV PIKACHU” (2019) Review

Videospielverfilmungen haben ja generell einen schlechten Ruf… ZURECHT, wie ich finde. Kaum ein Film, der auf einem Game basiert schafft es einzufangen, was die Spiele besonders machte. Und falls mal eine Umsetzung etwas besser ist, floppt er vermutlich trotzdem an den Kinokassen. Letzteres kann “Meisterdetektiv Pikachu” schon mal nicht mehr geschehen, denn rein finanziell läuft der Film gut. Aber stimmt auch die Qualität dahinter, oder ist er seelenlos, wie die Resident Evil-Streifen? Nach einer kleinen Handlungszusammenfassung sag ich es euch:

detektiv-pikachuTim Goodman ist ein junger, Erwachsener, der entfremdet von seinem Vater lebt. Allerdings lockt ihn die Nachricht von dessen Tod in die Metropole Ryme City. Hier stellt Tim fest, dass den Tod seines Vaters, der als Privatdetektiv gearbeitet hat ein Mysterium umgibt. Erstens, gibt es keine Leiche und zweitens trifft Tim auf den Pokemonpartner seines Vaters, ein Pikachu, dass er seltsamerweise versteht. Tim und das sprechende Pikachu machen sich also, gemeinsam mit der aufstrebenden Reporterin Kathryn auf um das Rätsel zu lösen und decken dabei eine Verschwörung um das legendäre Pokemon Mewto auf.

Von vielen Seiten hagelt es Lob für diesen Film! “Der Fluch, dass alle Videospielverfilmungen schlecht sind, wurde gebrochen!” Hallt das Echo durch das Internet. Ich sehe den Streifen zwar positiv, aber bei weitem nicht so überschwänglich wie manch andere. Die Handlung, das Mysterium, dass es aufzudecken gilt und die einzelnen Twist im Film, fand ich ziemlich banane. Tim und Pikachu stolpern so von Hinweis zu Hinweis und und decken Sachen auf, auf die ich viel zu oft mit Kopfschütteln reagierte. Ich möchte hier natürlich nichts vorweg nehmen, aber eine mehr bodenständigere Detektivstory hätte mir besser gefallen. Doch die Stärken des Films liegen wo anders: In den Pokemon und der Welt, die sie bevölkern. Mit Hilfe, des großartigen Künstlers R. J. Palmer, dessen Werke ich schon seit Jahren bewundere, wurden den Taschenmonstern ein sowohl realistischer, aber dennoch den Originaldesigns treuer Look verpasst. Die Kreaturen sprühen nur so vor charakter und charme, passen aber in diese Film-Noir-mässige Stadt Ryme City. Auch die vielen kleinen Details, wie die Smartphones der Figuren, dessen Design wie ein Mix aus kantigen iPhone und Nintendo Switch aussehen machen die Welt des Films um einiges plastischer. Getragen wird der Streifen natürlich von Titelfigur Pikachu, der im O-Ton von Ryan Reynolds gesprochen wird. Hierzu lässt sich eigentlich nur sagen, dass jeder, den Reynolds typischer Humor gefällt, auch hier seinen Spaß haben wird. Im Vorfeld wurde seine Performance schon mit der aus Deadpool verglichen, und dem kann ich nur zustimmen. Klar sind die Gags nicht so rabiat wie beim FSK-18 Merc with a Mouth, aber der Stil ist mehr oder weniger der selbe.

Mein Fazit: 6 von 10 Tassen Kaffee

Generell ist „Meisterdetektiv Pikachu“ kein übler Film. Der Plot ist zwar ziemlicher Nonsens und verständlicher Weise an ein jüngeres Publikum gerichtet, doch die positiven Seiten heben diese relativ gut auf. Wer Pokemon mag, oder putzige Tierchen generell, oder sich auch eine kindgerechte Version von Deadpool ansehen würde, der ist hier gut aufgehoben. Wem dies jedoch generell nicht reizt, der wird hier wohl auch keinen neuen Lieblingsfilm finden. „Meisterdetektiv Pikachu“ bricht nicht direkt den Fluch der „schlechten Videospielverfilmungen“, aber es ist ein sehr gutes Beispiel für eine Videospielverfilmung, die seine Grundlage respektiert und grandios auf das filmische Medium übersetzt. Gerne würde ich mir mehr Filme in diesen Filmuniversum ansehen – eine direkte Fortsetzung müsste jedoch nicht unbedingt sein.