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Sep 30

“METROID: SAMUS RETURNS” Review

Das letzte Jahrzehnt war hart für Metroidfans. Nachdem 2007 mit “Metroid Prime 3: Corruption” für die Wii erschien ging es Berg ab mit dem Nintendofranchise. 2010 kam “Metroid other M”, dass sehr viele Spieler enttäuschte. Es dauerte bis 2016 bis ein neuer Teil erschien – und dann war die “Mitroid Prime: Federation Force”, ein buntes Multiplayer-Spinoff, das keiner wollte. Sowohl das 25. als auch das 30. Juviläum des Franchises vergingen Sang- und Klanglos. Als Metroidfan begann man zu zweifeln ob Nintendo überhaupt noch irgend ein Interesse an der Reihe hat. Besonders für Metroudspiele mit 2D-Gameplay, von denen der letzte Ableger, “Metroid: Zero Mission” (ein Remake des ersten Spieles für den Game Boy Advance) bereits 2004 erschien, sah es düster aus und ich musste das metroidförmige Loch in meinem Herzen mit Games wie “Axiom Verge” stopfen… Aber dann, in unserer dunkelsten Stunde kam die E3 2017 und alles änderte sich. Zuerst wurde für Nintendos neue Konsole, die Switch, ein vierter Metroid Prime Teil angekündigt und als ob das nicht schon schön genug gewesen wäre legte Nintendo noch nach und kündigte mit “Metroid: Samus Returns”, ein Spiel für den 3DS an.

metroid-samus-returnsUnd – ihr habt es wahrscheinlich schon durch die Überschrift geahnt – um dieses Spiel geht es heute!

“METROID: SAMUS RETURNS” ist ein Remake von “Metroid 2: The Return of Samus”, das 1991 für den Gameboy erschien. Und ich muss sagen, dass eine überarbeitete Fassung dieses Spieles längst überfällig war. Es in allen Spielen der Reihe, die chronologisch nach Metroid 2 spielen, stark Bezug auf dessen Handlung genommen. Allerdings hatte das Gameboyspiel stark unter den Limitationen der Hardware zu leiden. So cool der Gameboy auch war, er war nicht unbedingt ein “Powerhouse”. Ich habe vor Jahren mal Metroid 2 durchgespielt, und obwohl ich sehr viel Spaß dabei hatte, kann es kaum mit modernen Standards mithalten und Leuten, die mit modernen Videospielen aufwuchsen werden von diesem Titel etwas abgeschreckt.

Für alle, die noch nie das Glück hatten einen Ableger der Metroidreihe zu spielen. Das Prinzip ist folgendermaßen. Man spielt die Weltraumkopfgeldjägerin Samus Aran, mit der man sich in einer zweidimensionalen Umgebung bewegt, meist ein weitverzweigtes Höhlensystem. Durch Upgrades, die man im Laufe des Spiels entdeckt kann man immer mehr Abschnitte des Spiels erreichen und schreitet so vorran. Das Prinzip wurde oft nachgeahmt und hat ein eigenes Genre geschaffen, dass nach der Metroid- und Castlevaniareihe, als „Metroidvania“ benannt wurde. Das Entwicklerstudio hinter Samus Returns, die Spanier von MercurySteam, haben zuerst sogar an Castlevanispielen gearbeitet, unter anderem „Castlevania: Lords of Shadows: Mirror of Fate“. In Samus Returns geht es darum, dass nach den Ereignissen des ersten Spiels Samus entsandt wird um auf dem Heimatplaneten der titelgebenden Metroids zu reisen um dort diese extrem gefährliche Spezies auszurotten. Auf dem Planeten SR388 angekommen, muss der Spieler feststellen, dass die Metroids, die ursprünglich eine quallenähnliche Erscheinung haben, in ihren Lebenszyklus mehrere Metamorphosen durchlaufen, die sie immer größer, stärker und monströser werden lassen.

metroid-samus-returns-3ds-und-spielDie veraltete Technik in Metroid 2 sorgte wohl dafür, dass “Metroid: Samus Returns” als eher loses Remake zu verstehen ist. Viele Features wurden hinzugefügt und manche Teile des Spiel stark geändert. Das Spielprinzip, die meisten Fähigkeiten von Samus, die Handlung und das grobe Layout der Welt blieben jedoch erhalten. So ist eine der besten Fähigkeiten des Originals, der Spiderball, mit dem man an fast allen Wänden hochrollen kann, immer noch enthalten und ist oft ein zentrales Element zum Erreichen von versteckten Passagen. Das Spiel erhielt einige nötige Modernisierungen, die Version auf dem Game Boy hatte weder eine Karte, noch eine Art von Teleporter – was es oft sehr umständlich machte von a nach b zu kommen und zudem dazu führte, dass man sich oft verlief, was nun kein Problem mehr sein sollte. Das alles Komplett neue Features für die Reihe sind die 4 Aeion-Fähigkeiten: Ein Scanner, mit dem man zerstörbare Blöcke entdecken kann und der einem einen Teil der Karte aufdeckt, eine Fähigkeit, die die Verteidigung erhöht, eine, die die Primärwaffe verstärkt und zum Schluss noch eine Fähigkeit, die die Zeit verlangsamt. Alle 4 finde ich gut ins Spiel implementiert. Was auch stark ist, ist die Neuerung die einen komplett freies Schießen in alle Richtungen ermöglicht, was ich zur besten Ergänzung dieses Remake küre. Ein etwas gespaltenes Verhältnis habe ich hingegen zum „Melee-Konter“. Gegner sind in Samus Returns um einiges aggressiver als in den meisten anderen Metroidspielen und starten oft einen sogennanten „Chargeangriff“ – sprich, sie stürmen geradewegs auf einen zu. Diese Angriffe kann und sollte man mit dem Melee-Konter entgegenwirken, denn ein zeitlich abgestimmter Gegenschlag macht aus den meisten Gegnern sofort Metroidfutter, auch wenn diese normalerweise dutzende Schüsse aus Samus Laserkanone einstecken können. Das hört sich zuerst actiongeladen an, aber ich finde, es hämt den Spielfluss, da man nun vor den meisten Gegnern stehenbleibt und wartet bis diese einen Chargeangriff starten um sie dann mit dem Konter klein zu kriegen. Man bewegt sich im Stop-and-Go-Verfahren durch die Tunnel. Da eigentlich jeder Gegner mit einem Chargeangriff auf Samus reagiert, ein nicht gekonterter Chargeangriff massiv schaden verursacht, und ein gekonterter Chargeangriff den Gegner sofort besiegt, macht man fast nichts anderes mehr. Der Melee-Konter wurde, für meinen Geschmack, zu arg ausgereizt. Es hätte nicht jeder Bewohner von SR388 einen Chargeangriff gebraucht und der Konter hätte nicht die Allzweckwaffe gegen alle Gegner sein müssen. Abgesehen davon ist Samus Returns großartig. Ich finde es hat eine gute Balance zwischen eigenständigen Erforschen und linearen Spielaufbau, es sieht richtig schön aus und der 3D-Effkt verleiht dem Höhlensystem von SR388 die nötige Tiefe. Der Soundtrack und die Soundeffekte sind wunderbar. Samus lässt sich fantastisch steuern. Es lässt sich schnell und genau da hinkommen wo man will, das zielen funktioniert grandios und ich glaube in keinen anderen Metroid sind mir Walljumps und der Einsatz der reihentypischen Screwattack leichter von der Hand gegangen. Eine Sache so rund wie ein Morphball.

Oh ja, ich habe über Nintendo oft geschimpft, dass sie Metroid so vernachlässigt haben, doch nun ist alles wieder gut! Wir haben einen starken neuen Handheldableger und ein Metroid Prime 4 für die Switch ist bereits am Horizont zu erkennen. Was ich mir jetzt wünschen würde, wäre ein weiteres Metroid mit eben diesen 2D-Gameplay wie es Samus Returns hat. Einen neuen Teil, eventuell endlich eine Fortsetzung zu Metroid Fusion. Doch das wichtigste ist, dass Samus nicht wieder in einen 10-jährigen Winterschlaf fällt.

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