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Okt 21

„MONSTER SQUAD“ Review

Habt ihr jemals einen Film gesehen und euch dann gewünscht, dass ihr nicht als Erwachsener, sondern bereits als Kind darüber gestolpert wärt? Genau so erging es mir als ich eines Tages „Monster Squad“ oder „Monster Busters“, wie er hierzulande genannt wird, entdeckte. Am besten erkläre ich euch kurz worum es in „Monster Squad“ von 1987 geht und wir reden danach über weitere Einzelheiten:

Monster Squad 1 Das titelgebende „Monster Squad“ besteht aus ein paar recht jungen Knaben, den Goonies nicht unähnlich. Ein paar Jungs, die auf alte Monsterfilme stehen und zusammen in ihren Baumhaus rumhängen. Sean, dem Anführer dieses Monsterclubs ist gerade ein besonders schickes Sammlerstück in die Hände gefallen: Das Tagebuch von Vampirjäger Abraham Van Helsing. Das Problem dabei ist nur, dass es komplett in deutsch verfasst ist, dass der amerikanische Knirps natürlich nicht lesen kann. Doch das wird wohl nötig sein, denn in ihrer Heimatstadt ereignen sich einige seltsame Dinge. Ein Mann möchte von der Polizei eingesperrt werden, weil er behauptet an Vollmond zum Werwolf zu werden, eine Mumie verschwindet aus dem Museum und ein gewisser Mr. Alucard nistet sich in einem alten Anwesend ein. Ja, Dracula sammelt all seine Monsterkumpels um sich. Er will ein mystisches Amulett zerstören, um die Welt in Finsternis zu tauchen. Die einzigen die ihn daran hindern können sind die Burschen vom Monster Squad.

Um nochmal auf den Vergleich von vorhin zurück zu kommen: Wenn man den Film in einem Satz beschreiben möchte, könnte man ihn einfach „Die Goonies treffen die Universal Monster“ nennen. Damit wäre ziemlich genau beschrieben wie der Film funktioniert und auch was man von dem Streifen zu erwarten hat. Das Monster Squad ist eine kleine Gruppe aus etwas stereotypen 80er Jahre Kinderhelden: Der Anführer, das dicke Kind, das coole Kind, etc. Es sind die klassischen Archetypen eines Kinderabenteuerfilms. Die Monster, die alle nach Draculas Pfeife tanzen sind mit Mumie, Frankensteins Monster, dem Kiemenmenschen und dem Wolfsmenschen ein fast vollständiges Klassentreffen der alten Universal Horrorfilme aus der schwarz-weiß-Film Ära. Und es funktioniert. Klar ist Monster Squad kein seriöser Film und kein Meilenstein des Horrogenres, aber es ist eine schön nostalgische Popcornunterhaltung für Monsterfreunde allen alters. Naja, vielleicht nicht allen alters. Der Film ist teilweise zu brutal für einen Kinderfilm und hat hier und da ein paar Anspielungen, die wohl über die Köpfe der Kids hinweg gehen. Aber genau das hätte den Film für mich als Knirps ausgemacht. Monster Squad ist kein Film, den Eltern ihren Kindern vorsetzen, sondern den Kids im Fernsehen zufällig entdecken und dann heimlich ansehen. Genau solche Kids sind das Zielpublikum des Films – oder eben erwachsene Monsterfans, die, wie ich, gerne knietief in 80ger Nostalgie waten. Bei so einem Nischenpublikum war es kein Wunder, das der Streifen im Kino komplett floppte und weites gehend in der Versenkung verschwand. Doch es ist, wie ich finde, an der Zeit dem Film den Tribut zu zollen, den er verdient. Monster Squad ist cool und witzig. Er hat viel Charme und obwohl der eine oder andere Schabernack mit den klassischen Filmmonster getrieben wird, werden diese nie zu Witzfiguren. Besonders Frankensteins Monster und Dracula wurden klasse umgesetzt. Das Team hinter den Kulissen des Films hat es übrigens auch in sich. Fred Dekker, der Mann den ich bereits für „Die Nacht der Creeps“ danke, führte Regie und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Shane Black, der auch an „Lethal Weapon“, „Kiss Kiss Bang Bang“ und „Iron Man 3“ arbeitete. Die Effekte schufen Stan Winston und seine Crew von „Pumpkinhead“ – die Special Effects im Film sind zwar nicht ihre beste Arbeit, erzeugen aber die einen oder anderen spektakulären Bilder. Ich bin ein Anhänger des kleinen Kults um diesen B-Movie, auch wenn mich stört, dass in der deutschen Synchro die Übersetzung des deutschsprachigen Tagebuches von Van Helsing etwas dämlich rüber kommt und dass das Marketing des Films eigentlich nur daraus besteht, vom “Who you gonna call”-Slogan der Ghostbusters zu profitieren. Aber scheiß drauf! Wie kann man einen Film in dem ein dickes Kind dem Wolfsmenschen voll in die Nüsse tritt nicht lieben?

 

7 von 10 geprellten Werwolfhoden

Was ist nun Monster Squad? Ein lustiger Kinderfilm, der nicht unbedingt etwas für Kinder ist, sondern vielleicht eher für uns jung gebliebene Monsterfans, die gerne Filme mit Frankenstein und Dracula ansehen. Monster Squad ist nicht besonders anspruchsvoll oder wegweisend, aber er war eine willkommene Frischzellenkur für die alten Universal Streifen. Vielleicht sollten Leute mit Kindern, die auf Monster stehen, an einem verregneten Abend einfach mal die DVD von Monster Squad unbeobachtet auf den Wohnzimmertisch liegen lassen.

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  1. „DER SCHRECKEN DES AMAZONAS“ Review » Degl-Toons

    […] wie er im Original heißt, hat eigentlich jeder schon irgendwo mal gesehen (zum Beispiel in „Monster Squad“), doch den eigentlichen Film aus dem die Figur stammt, hat heutzutage kaum jemand auf dem Radar. […]

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