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Mrz 31

“MOTHRA VS GODZILLA” (1964) Review

Kramen wir mal wieder in der Monsterfilmebox. Wie schon angekündigt wird im Mai 2019 „Godzilla: King of the Monsters“ in den Kinosälen aufschlagen, der ein quasi-Remake des Films „Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah“ von 1964 ist. Aus diesem Anlass möchte ich mich durch alle, für die im Film auftauchenden Monster relevanten Filme arbeiten. Bereits vor einiger Zeit schrieb ich über Godzillas Leinwanddebut von 1954, sowie über die Solofilme von Rodan und Mothra. Bevor jedoch gegen Ghidorah gekämpft wurde hatte Godzilla noch einige andere Filme – zum einem „Godzilla kehrt zurück“ von 1955 und Godzilla vs King Kong(aka „Die Rückkehr des King Kong“) von 1962. Da aber „Goldzilla kehrt zurück“ wohl kaum eine Rolle im neuen Film spielen wird und ich mir „Die Rückkehr des King Kong“ für dessen Remake, an dem ebenfalls bereits in Hollywood gearbeitet wird, noch aufheben möchte überspringen wir erstmal diese beiden. Bevor nämlich Mothra, Rodan und Godzilla gemeinsam gegen King Ghidorah kämpften gab es noch einen Film, in dem sich Godzilla und Mothra duellierten! Hierzulande „Godzilla und die Urweltraupen“ getauft, hieß er im Original „Mosura tai Gojira“ also quasi „Mothra vs Godzilla“ – sehen wir uns schnell die Handlung an:

mothra-vs-godzillaEin wahnsinniger Sturm tobt über den Pazifik, der Springfluten und Erdrutsche verursacht. Am morgen darauf berichten Reporter Ichiro und Fotografin Junko über die Schäden der Naturkatastrophe, die von den ansässigen Unternehmern runter gespielt werden. Der selbe Sturm hat auch ein mehr als gigantisches Ei an die japanische Küste gespült. Der geldgeile Chef von „Happy Enterprises“ wittert das dicke Geschäft und möchte um das Ei einen Themenpark bauen. Hier tauchen die beiden handgroßen Shobijin, die sich dem Reporterteam offenbaren. Das Ei gehöre ihrer Göttin Mothra und die Menschen sollen es ihr zurückgeben. Gleichzeitig hat der Sturm jedoch noch etwas anderes zurück nach Japan getrieben: Den zornigen, radioaktiven Riesendinosaurier Godzilla!

Wie schon gesagt bleiben wir der Einfachheit beim Titel “Mothra vs Godzilla”. Dieser Streifen führt den familienfreundlichen Ton von Mothras Solofilm fort. Wir haben geldgeile Geschäftsmänner die mit Mothras Ei einen fetten Umsatz machen wollen und Reporter als die menschlichen Helden. Die Monster benehmen sich schon etwas menschlicher und Godzilla hat sogar ein paar Momente in denen er sich etwas schusselig verhält. Nicht desto trotz sollte dies der letzte Film für eine lange Zeit sein, in der Godzilla ein reiner Bösewicht ist. Held des Films ist eindeutig Mothra, die sich in den Kampf stürzt um die Menschheit vor Godzilla zu beschützen. Und dass „Mothra“ im Originaltitel sogar vor Godzilla genannt wird zeigt meiner Ansicht nach, dass Godzilla erst nach und nach zu dem alles überschattenden Kaiju geworden ist. Dieser und auch die folgenden zwei Filme der Reihe werden zwar heutzutage direkt als Godzillafilme gehandelt, doch eigentlich waren sie mehr Crossoverfilme vergleichbar mit modernen Marvelstreifen wie „Captain America: Civil War“ und „Avengers: Age of Ultron“. Zwar wurde damals nicht weit in die Zukunft geplant und das Universum war nicht so ausgeklügelt, doch für Fans des Genre war das damals, als auch heute absolut genial. Die Effekte des Films haben einige Höhen und tiefen. Zwar sind die Modelle gut umgesetzt und die Angriffe des Militärs auf Godzilla sehen cool aus, aber die detailverliebten Modelle können aufgrund des Maßstabs leider nicht mit Mothras Solofilm mithalten. Auch die Larvenform von Mothra, die hier mit Handpuppen und mit Spielzeugzügen vergleichbaren Modellen dargestellt wird sieht eben wegen dem von Godzilla diktierten Größenmaßstabs, nicht ganz so gut aus. Die riesige Mottenform von Mothra hingegen wirkt hingegen lebhafter als in ihren meisten anderen Leinwandauftritten. Godzillas Erscheinung hier ist eine seiner kultigsten. Auf Grund einer irreparablen Beschädigung von Godzillas Kopf wabbelt seine Oberlippe bei jeder Bewegung rum. Das könnte man negativ anrechnen, aber irgendwie bekommt Godzilla durch die Gummilippe mehr Persönlichkeit. Etwas, was ich jedoch wirklich negativ anrechne ist, dass in den Kampfszenen in beschleunigten Tempo gezeigt werden – vermutlich, damit Mothras Flügelschläge schneller und realistischer wirken. Dies beißt sich aber mit der Technik, die Monsterszenen in Zeitlupe zu zeigen, damit alles größer und schwerer wirkt. Ein Godzilla in Zeitraffer wirkt eben nicht so gigantisch, wie er sein sollte. Auch wenn der Kampf, inszeniert von Monster-Mastermind Ishiro Honda, sehr unterhaltsam und überraschend ausgeglichen ist, ist das hin und her im Tempo etwas anstrengend. Auch das Finale des Films hätte für meinen Geschmack etwas spektakulärer sein können. Was mich jedoch immer noch packt sind die dramatischen Momente, die um Mothra und ihr Ei gestrickt wurden.

Mein Fazit: 7 von 10 hartgekochten Eiern

Man stoßt überraschend oft auf Leute, die diesen Film als ihren Liebling der Godzillareihe nennen. Ich habe nicht ganz so starke Gefühle für den Streifen. Aber natürlich mag ich „Mothra vs Godzilla“ als erster Crossover von Toho-eigenen Monstern und als Meilenstein für das Genre. Etwas mehr Bombast am Ende hätte hier vielleicht noch gut getan, aber es bleibt ein wirklich sehenswerter Streifen, mit einem fantastischen Soundtrack und glorreicher Monsteraction. Immernoch eine Sternstunde in der Gesichte beider Kaiju.