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Jun 24

Mötley Crüe & Slash Konzert in Bamberg

Ich weiß, ich weiß – in letzter Zeit hänge ich immer mit meinen Blogeinträgen und Comics hinterher – ich gestehs ja ein, aber zur Zeit hab ich viel um die Ohren, Leute! Ich grüble viel über ein oder zwei Comicideen nach, die ich wahrscheinlich eh nie ausarbeiten werde, bastle mit an dem Zelda-Fanprojekt “Timeless Haven”, geh außerdem noch hin und wieder auf ein Konzert und bügle meine Bandshirts während ich alte Horrorfilme ansehe – und anstatt jetzt nur eine Sache zu vernachlässigen um mich den anderen mehr zu widmen, vernachlässige ich einfach alles und spiele stundenlang Fallout: New Vegas :P

Da ich aber nun mal eine halbe Stunde meiner wertvollen Zeit werde ich euch einen kleinen Konzertbericht von meinem Trip nach Bamberg in die Stechert Arena zu Slash, Mötley Crüe und (Überraschung!) Kissin Dynamite geben! Ein Abend voller Dramatik und Probleme, die mit der Parkplatzlage in Bamberg begannen, denn nachdem wir (also ich und mein Kumpane Steff) den netten Parkeinweisern drei Öcken für einen Autostellplatz in die Hand drückten wurden wir recht allein gelassen – denn einen freien Parkplatz zu finden war, dank den vielen “Schlechtparkern” so gut wie unmöglich. Darauf angesprochen reagierte ein Parkeinweiser nur mit Schulterzucken und wir stellten kopfschüttelnd die Karre auf einem Feldweg. Scheiß auf die drei Euro – wir sehen jetz “Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators”! Das ist mal ein Bandname! Versucht den mal 3 x schnell hintereinander zu sagen! Egal – wir greifen uns ein kühles Blondes, schieben uns durch eine Armee von Mötley Crüe-Fans, bei denen man immer zweimal hinsehen muss, ob es sich um ein Männlein oder ein Weiblein handelt, denn in wenigen Sekunden spielen Slash featuring – moment, warum trägt der Typ keinen Zylinder? Was zur Hölle ist das für eine Band? Gut, der Sound ist nicht schlecht. Schöner traditioneller Glam Metal ala Crue und Leppart. Nach zwei Liedern stellt sich die deutsche Band als Kissin Dynamite vor – von denen ich schonmal ein, zwei Songs gehört hab, aber mir ansonsten noch recht fremd waren. Für eine nicht angekündigte Vorband machten sich die Jungs echt nicht schlecht und brachten Stimmung in den Mob!

Danach war es allerdings endlich so weit und Slash kam auf die Bühne (nein, ich werde den kompletten Namen nichtmehr ausschreiben! Da bekomm ich ja ne Sehnenscheidenentzündung, Leute!) Zum Auftritt von Slash kann man eigentlich nicht viel sagen, als dass er echt gut war! Myles singt einfach gut und Slash zupft die Klampfe immernoch suverän wie vor 30 Jahren. Highlight des Sets waren natürlich die alten Guns’n’Roses Nummern “Sweet Child’O Mine” und “Paradise City”, bei denen Myles Kennedy beweist, dass er genausoviel drauf hat wie die Diva Axl Rose. Slash, Duff und Co sollten echt eine Guns’n’Roses-Reunion mit Kennedy machen – das wär jedenfalls “Guns’n’Roses”, als dass was Axl verzapft! Hier ein kleines Video, dass anscheinend jemand gemacht hat, der unmittelbar neben mir stand!

So, Bühne frei für den Hauptact! Die Crue marschieren auf und klingen…. dumpf, matschig – ich weiß nicht, ob den Soundleuten da ein Bierchen auf ihre Knöpfen gelaufen ist, oder ob das Absicht war, aber die meisten Songs konnte man erst wirklich erkennen, als Vince Neil mit dem Gesang eingsetzt hat. Mick Mars’ Gitarrenspiel hörte sich irgendwie schwammig an und alle seine Solos klangen wie das Intro von “Kickstart my Heart”, so dass ich einige Male gedacht habe, dass mein Lieblingssong jetzt beginnt. Naja – wo der Sound etwas bröckelte zeigten die Jungs um Nikki Sixx wie man eine richtige Show aufzieht! Zum Beispiel die beiden Backroundsängerinnen/Tänzerinnen die sich passend zu den Songs räkelten und auch öfters mal am Rand das Publikum aufputschten! Tommy Lee’s Drummset stand direkt unter einem riesigen Metallring in dessen Mitte eine Leinwand mit allenmöglichen kleinen Filmchen. Irgendwie erinnerte der Ring an das Stargate ;) – es entpuppte sich aber bei Tommy’s (sehr Technolastigen) Drummsolo als Rollercoaster! Ohne Scheiß, der Ex von Pamela Anderson war zusammen mit seinem Schlagzeug an einer ständig im Looping fahrenden Achterbahn! Später hat er sogar jemanden aus dem Publikum aufgefordert sich mit in die Höllenmaschine zu setzten. Wie gesagt: Musikalisch nicht der Hit, aber ne super Show! Hier wieder ein Video von meinem “Nachbarn”!

Vor dem Drumsolo bekamen wir noch etwas zu sehen, was den Verlauf des Konzerts maßgeblich ändern sollte! Ich fang mal so an – Nikki Sixx stand am (von mir aus gesehenen) linken Rand der Bühne und war stehts bemüht seinen zahlreichen Wasserflaschen nur einen Schluck zu entlocken und den Rest in die ersten Reihen des Publikums zu entleeren! Als dann Sänger und Frontdiva Vince Neil auch mal sein Getränk in die fordesten Ränge feuerte antwortete einer der Zuschauer mit einem gegenfeuer! Einmal ein Bierchen auf den Arm bekommen lief Neil rot an, machte auf der Stelle kehrt und warf sein Mic in die Ecke und verließ wie ein trotziges Kind die Bühne – danach sah man ihn erstmal ne Zeitlang nichtmehr. Nach Drumsolo und einer “Rettet die Hai und einen Umweltdemonstranten, der in Costa Rica im Knast hockt”-Ansprache von Nikki Sixx meldete sich der Sänger aber wieder zurück und trällerte “Home Sweet Home” und (endlich) “Kickstart my Heart”. Danach war aber kompromisslos Schluss! Kein Zugabe – schade eigentlich … was aber die Leute aus der ersten Reihe wohl erfreuen würde ist, dass bei einer Zugabe Mötley Crüe dazu neigt Eimer mit roter Farbe ins Publikum zu schütten. Das blieb auch aus – obwohl die Eimer schon bereitgestellt wurden ;)

Letzten Endes war es ein gelungener Abend – abgesehen vom schwachen Sound der Crüe und der fehlenden Zugabe!