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Nov 27

„PHANTASTISCHE TIERWESEN: GRINDELWALDS VERBRECHEN“ (2018) Review

Kaum ist die digitale Tinte meiner letzten Review zum ersten Film der Harry Potter-Prequel-Reihe getrocknet, tippe ich hier schon an meiner Meinung zur Fortsetzung. Ich will hier mit euch ehrlich sein. Ich habe den aktuellen Film gesehen, bevor ich den ersten Teil gesehen hab. Und meine relativ positive Reaktion zum ersten Film steht, und das sage ich euch schon jetzt, im krassen Gegensatz zum zweiten Film, den ich nicht wirklich gut finde. Aber schauen wir erst mal auf die Geschichte des Films:

fantastic-beasts-2Wegen den Ereignissen in New York (bei denen Newt Scamander heldenhaft die Stadt und das Geheimnis der Zauberergesellschaft gerettet hat und nebenbei den gefährlichen Magier Grindelwald für die Polizei gefangennahm) wird ihm die Ausreise aus dem Vereinigten Königreich verwehrt. Allerdings hat Newts Bruder, der als Auror, also Magierpolizist arbeitet einen Deal im Ministerium geschlossen. Newt darf wieder herumreisen unter der Bedingung, dass er defacto den Auftragskiller für das Ministerium spielt und den totgeglaubten Jungmagier Credance umbringt. Newt lehnt dieses Angebot zwar entschieden ab, er wird aber trotzdem von seinem Kumpel Dumbledore dazu überredet Credance zu finden – jedoch um ihn zu beschützen. Gemeinsam mit Jacob Kowalski (der sein Gedächtnis im letzten Film verlor, es jedoch inzwischen zurückerlangte) reist Newt geheim nach Paris um Credance zu finden, sowie Queenie und Tina, die jeweiligen Loveinterests von Jacob und Newt die sich ebenfalls in der französischen Hauptstadt aufhalten. Unterdessen hat es auch der Schwerverbrecher Grindelwald geschafft aus der Haft zu entkommen und beginnt in Paris Ränke zu schmieden, die sich um Credance, Dumbledore, Newts Schulhofromanze Leta Lestrange und das Unterwerfen der menschlichen Rasse drehen.

Die Handlung dieses Films ist ein wirres Netz aus Intrigen, Seifenoperntwists und uninspirierten Eastereggs zur Harry Potter-Reihe. Mit phantastischen Tierwesen hat die Handlung nur noch am Rande zu tun. Zufällig bricht ein chinesisches Löwen-Muppet-wesen aus einem Zaubererzirkus aus, das Newt schnell in seinen Koffer steckt und später mal für eine Actionszene wieder hervorzieht – Ansonsten hat dieser Film wenig bis gar nichts mit dem Titel zu tun. Newt Scamander und seine Schar an Tierchen und Freundchen wirken hier vollkommen deplatziert. Es ist der Untertitel „Grindelwalds Verbrechen“ der den Film eher beschreibt. Die Schnitzeljagd um Credance und dessen Vergangenheit leidet daran, dass weder er noch seine Häscher interessant wirken. Die meiste Zeit des Films wird damit verbracht, dass sich die unterschiedlichen Figuren in Paris hinterherjagen und kleine Missverständnisse zu riesigen Problemen aufgeblasen werden. Wenn dann mal ein paar wichtige Figuren beieinanderstehen tauschen diese weitschweifig ihre Hintergrundgeschichten aus.

Mein Fazit: 4 von 10 magischen Faschisten

Es gibt vieles über das man in „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ meckern kann, aber der Punkt auf den es ankommt ist, dass sich dieser Film anfühlt wie all diese gescheiterten Versuche Marvels Kinouniversum zu kopieren sowie die Herz- und Hirnlosen Prequels die Hollywood in letzter Zeit so oft ausspuckt. Kaum zu glauben, dass hier wieder Harry Potter-Erfinderin J. K. Rowling das Drehbuch schrieb. Sie hat auch noch 3 weitere Fortsetzungen um Newt Scamander in Arbeit und angesichts der Qualität dieses Films bezweifle ich, dass sie hier ihr A-Material abliefern wird.