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Nov 23

„PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND“ (2016) Review

Ich bin kein Harry Potter-Fan. Zumindest bin ich keiner mehr seit dem 4ten Roman. Nach dem habe ich aufgehört die Reihe zu lesen und die Filme anzusehen. Doch trotzdem habe ich dem „neuen“ Potter-Franchise um Newt Scamander eine Chance gegeben. Also frisch ans Werk und auf zur Handlungszusammenfassung:

phantastische-tierwesen-2016Wir schreiben das Jahr 1926 als ein eigenbrötlerischer Brite versucht in New York einzureisen. In seinem Besitz befindet sich ein magischer Koffer, der einen nahezu grenzenlosen Innenraum hat. Der Brite heißt Newt Scamander und ist ein hingebungsvoller Forscher und Schützer aller möglichen magischen Tiere. Und in seinem Köfferlein schleppt er so etwas wie ein kleines Schutzreservat für die vom aussterben bedrohten Wesen herum. Newt kommt allerdings zu einem unpassenden Zeitpunkt in die Staaten, da ein gespanntes Klima in der geheimen Zauberergesellschaft des Landes herrscht. Es gibt Gruppierungen unter den normalen, nichtmagischen Menschen, hier No-Maj genannt, die die Existenz von Magiern wittern und diese als Bedrohung ansehen. Zudem trägt sich in New York gerade eine Mordreihe zu, hinter der ein unbekanntes magisches Wesen steckt. Als Newt also zuerst den No-Maj Jacob Kowalski unbeholfen die geheime Welt der Zauberer eröffnet und ihm auch noch einige seiner Tiere aus dem Koffer entkommen gerät er ins Visier der Zaubererpolizei.

Mit einem Drehbuch von Harry Potter Erfinderin J. K. Rowling und David Yates auf dem Regiestuhl, der bereits 4 der Harry Potter Filme inszenierte kann hier eigentlich kaum etwas schief laufen. „Phantastische Tierwesen“ schafft es die Zaubererwelt in ein charmantes 20er Jahre Gewandt zu stecken und ein Prequel zur Potter-Reihe zu erzählen, ohne in die selben Fallen zu tappen wie die Star Wars und Alien Filme. Durch den Wechsel von Lokation, Ära und Hauptfiguren wirkt der Film verhältnismäßig frisch und entmystifiziert die Handlung der später spielende Filme auch nicht. Eddie Redmayne spielt den exzentrischen, und menschenscheuen Newt sehr sympatisch, während der von Dan Fogler gespielte Jacob Kowalski für den Zuschauer als warmherziger Point-of-View-Charakter herhält. Verkaufspunkt für den Film sind jedoch die putzigen und mitunter kreativen Kreaturen, die sich in Newts Koffer tummeln, bzw von dort ausbüchsen. Auch wenn sich das alles recht positiv anhört, finde ich dass der Film unter den ähnlichen Problemen wie die gesamte Harry Potter Reihe leidet, wie das undurchsichtige Regelwirrwarr unter der die Zauberergesellschaft funktioniert. Auch die Implementation vom Magierbösewicht Grindelwald und dem Jungen Credence wirken ungeschickt und ziehen den Film herab – diese Figuren spielen im zweiten Teil zwar noch wichtige Rollen doch selbst in Anbetracht dessen passt diese Story einfach nicht zu der sonst so vom Potter-Plot losgelösten Newt Scamander-Geschichte. Die stärken des Films sind die Momente in denen Jakob mit großen Augen die zauberhaften Geschöpfe bewundert und Newt wie ein schüchterner Steve Irwin mit eben diesen Geschöpfen interagiert. Sobald dann aber Zauberministerien, Hexenjäger und Verschwörungen das Zentrum der Handlung einnehmen verliert der Film viel von seinem Zauber.

Mein Fazit: 6 von 10 Occamy-Eiern

Zwar schaffte „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ es auch nicht mich wieder zum Harry Potter-Fan zu machen, wie ich es mit 11 Jahren war, aber es ist trotzdem ein charmanter Streifen, mit interessanten Zauberwesen und schrulligen Hauptfiguren.