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Okt 10

“PHENOMENA“ (1985) Review

Als letztes haben wir Dario Argentos bekanntesten Film „Suspiria“ von 1977 angesehen, schauen wir also mal, was der Giallo-Meister später noch so drehte. In „Phenomena“ von 85 haben wir einige bekanntere Gesichter und eine traditionellere Erzählweise, aber noch lange keinen üblichen Hollywoodfilm! Werfen wir einen kleinen Blick auf die Handlung:

phenomena-1985-reviewIm Schweizer Hinterland treibt sich ein skrupelloser Serienkiller rum, der es auf junge Mädchen abgesehen hat. Die Polizei ist ratlos und sucht Hilfe beim Entomologen Prof McGregor, der sich in der Alpenregion zurückgezogen hat. Der an den Rollstuhl gefesselte Professor, dem eine Schimpansendame beim bewältigen von Alltagsarbeiten hilft, kann anhand des Metamorphosestadiums von Insekten, die sich auf einem Leichnam tümmeln ziemlich genau den Todeszeitpunkt errechnen. Ebenfalls insektenbegeistert ist die junge Jennifer. Sie ist die Tochter eines Filmstars und bezieht nun ein Mädcheninternat in dieser Gegend, wodurch sie sich die Gruselgeschichten ihrer Mitschülerinnen über den umherstreifenden Mädchenmörder anhören darf. Auf Grund einiger Eigenarten Jennifers, wird sie trotz ihres berühmten Papas, bald im Internat gehänselt, wodurch sie sich schnell mit dem alten Professor McGregor anfreundet… und mit einer menge Insekten.

Wie oben erwähnt haben wir hier schon ein paar Stars, darunter Jennifer Conelly, bekannt aus Filmen wie „Es war einmal in Amerika“, „A beautiful Mind“ und natürlich Jim Hensons „Labyrinth“, die in „Phenomena“ die junge Jennifer spielt. Den Professor McGregor mimt Donald Pleasence, der vor allem Fans der Halloween-Reihe ein Begriff sein sollte. Anders als bei „Suspiria“ ist auch die Narrative nicht so traumhaft und wirr, was den Film zugänglicher macht. Trotzdem hat Argento einige ziemlich verrückte Sachen in diesem Streifen gedreht. Die Handlung mag einfacher zu folgen sein, dafür besteht sie aus unterschiedlichsten Versatzstücken, die, wie aus mindestens 2 Filmen zusammengeschustert wirken. Ein rätselhafter Serienmörder, Schimpansendiener, Schlafwandel, telepathische Kontrolle von Insekten und so weiter. Gewöhnlich geht es hier also bei weitem nicht zu. Dies macht den Film natürlich irgendwie auf eine schrullige Art interessant, aber dient nicht zwingend der Glaubwürdigkeit der Handlung. Wenn dem Zuschauer die unterschiedlichsten verrückten und übernatürlichen Geschehnisse, in einem eigentlich realistischen Setting um die Ohren fliegen, stößt einem das schon mal vor den Kopf. Aber damit nicht genug, der gute Dario experimentiert zusätzlich auch noch mit dem Soundtrack, und lässt einfach mal eine Nummer von Iron Maiden oder Motörhead spielen um eine spannende Szene zu untermalen. Generell bin ich ein Fan von Maiden und Lemmy, und die Szenen strahlen einen gewissen Reiz aus, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass das alles nicht zu 100 Prozent zusammenpasst. Phenomena ist vielleicht gerade durch seine unvollkommen wirkenden Eigenheiten sehenswert.

 

Mein Fazit: 6,5 von 10 großen Sarcophaga

Ich gebe zu, vom legendären Dario Argento habe ich bisher nur „Phenomena“ und „Suspiria“ angesehen und habe darum noch eine Menge nachzuholen. Von den beiden Streifen hat mit „Suspiria“ aber eindeutig besser gefallen. Im Gegensatz zu „Phenomena“ wirkte dieser wie aus einem Guss. Trotzdem ist „Phenomena“ kein Reinfall. Die Kameraarbeit ist wiedermal experimentell und interessant, was für schöne Bilder und Szenen sorgt, die einem im Kopf bleiben. Das wusste auch Videospielschöpfer Hifumi Kono, dessen Spiel „Clock Tower“, einem der Großväter des Survival-Horror-Genres, nichts anderes ist, als ein großer Liebesbrief an Argentos „Phenomena“.