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Sep 20

“POWER RANGERS” (2017) Review

Nach Transformers, G.I. Joe, den Turtles und zuletzt Ghostbusters, war es doch nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood auf seiner Suche nach „rebootfähigen“ Material auf die Power Rangers stößt. Regelmäßige Leser meines Blogs wird es wohl nicht überraschen, dass ich als Kiddy ein riesiger Power Rangers Fan war und sogar die transformierbare Megazord-Actionfigur mein Eigen nannte. Ich verfolgte darum auch gespannt die Produktion der Blockbusteradaption des Materials, schaffte es aber wegen meiner Urlaubsreise im Frühjahr nicht den Streifen im Kino anzusehen. Nun habe ich ihn mir mal auf DVD erstanden um euch erzählen zu können, was ich vom Reboot der Power Rangers halte. Reden wir aber, wie immer, zuerst kurz über die Handlung des Films:

power-rangers-2017Jason hätte eigentlich eine blühende Zukunft als Quarterback seines Highschoolfootballteams vor sich, aber weil er eine richtige Dummheit begangen hat ihm die Polizei eine Fussfessel verpasst und er darf seine Nachmittage mit Nachsitzen statt Football verbringen. Beim Nachsitzen trifft er auf Kimberly und Billy. Billy, ein autistischer Junge überredet Jason dazu ihm bei einem „Projekt“ bei der alten Goldmine zu helfen. Wie es der Zufall will treffen dort in der Nacht Billy und Jason auch auf Kimberly und die beiden anderen Teens Trini und Zack. Sie finden seltsame, farbige Münzen und zu einen späteren Zeitpunkt auch ein verschüttetes außerirdisches Raumschiff in dem sie vom Roboter Alpha 5 und dem körperlosen Alien Zordon (Bryan Cranston) empfangen werden. Zordon klärt die Teens auf, dass die Münzen, die sie gefunden sie dazu erwählt haben Power Rangers zu sein. Jason, Billy und Co müssen die Erde vor der bösen Rita Repulsa (Elizabeth Banks) beschützen, deren Rückkehr nach 65 Millionen Jahren Abwesenheit, nun unmittelbar bevor steht.

Im Vorfeld hatte ich echt kein gutes Gefühl bei dem Film. In der Promotionphase vor dem Kinostart wurde zuerst das Cast enthüllt, mit dem ich eigentlich recht zufrieden war, doch dann kamen die ersten Bilder der Rangers in ihren Rüstungen. Ich verstehe, dass die ursprüngliche, knallbunte Spandex+Motoradhelm-Kombie für einen Blockbuster im Jahre 2017 nicht angemessen wirkt, aber diese glühenden, nach geschmolzenen Süßigkeiten aussehenden Outfits fand ich nicht sehr ansprechend. Dann kamen die ersten Bilder der Zords, der riesigen Roboter, der Power Rangers – und verdammt, ich habe das Design total bescheuert gefunden. Der Tyrannosaurus- und Pterodactylus-Zord waren okay, aber ein sechsbeiniger Triceratops und ein achtbeiniges Mastodon? WTF? Und zum Megazord vereint sah das Ding auch nicht besser aus! Nachdem ich nun den Streifen gesehen habe, muss ich sagen, dass die Zords im Film eine wesentlich bessere Figur machten als ich dachte! Und das gilt im großen und ganzen für den kompletten Streifen! Erstmal muss ich sagen, dass ich die Rangers sehr cool fand. Vor allem der autistische Billy war sehr klasse. Generell war es eine gute Idee den Rangers etwas mehr Makel als in der Ur-Serie zu geben und die Teamdynamik ist auch überzeugend. Elizabeth Banks als Rita brachte eine vollkommen durchgeknallte Rita auf die Leinwand, was viel Spaß machte und Bryan Cranston als Zordon war perfekt. Cranston sieht man generell immer gerne und er scheint eine Affinität für Riesenmonster zu haben, da er ja auch schon im Reboot von Godzilla mitspielte.

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19 Discs, 3 Staffeln, über 56 Stunden!

Das mag vielleicht auch etwas seiner Vergangenheit geschuldet sein, da Cranston tatsächlich in den ersten Staffeln der Power Rangers zwei mal die Synchronrolle für Monster sprach. Was viele nicht wissen nämlich, dass Power Rangers keine reine amerikanische Sendung war. Tatsächlich hat der Medienmogul Hiam Saban einen Deal mit der japanischen Prokutionsfirma Toei aus. Alle Szenen aus „Mighty Morphin Power Rangers“ in denen die Rangers mit ihren riesigen Robotern gegen Monster kämpfen, und die meisten Szenen in denen die Rangers ihre Kostüme tragen entstammen der japanischen Super Sentai Serie. Saban nahm diese Szenen und baute darum seine Power Rangers – diese Praktik wird übrigens bis heute, also auch mit den aktuellsten Power Rangers Staffeln so angewandt.

Aber zurück zum Film von 2017: Was offensichtlich versucht wurde, ist ein Filmfranchise aufzubauen, dass mit dem aktuellen Superheldentrend mitschwimmen kann, aber gleichzeitig wie Michael Bays Transformers- und Turtlesfilme von der Nostalgie der 80s- und 90s-Kids profitiert! Ich glaube jedoch nicht, dass Power Rangers den vermutlich hohen finanziellen Erwartungen von Saban entsprach. Der Film hat Versteht mich nicht falsch, der Film macht einige grobe Schnitzer – hier und da ergibt etwas keinen Sinn, das Design von Zords und Kostümen ist extrem gewöhnungsbedürftig und das Produktplacement ist einfach übertrieben. Aber der Film ist mutig darin, sich auf seine Figuren zu konzentrieren anstatt nur auf das Spektakel zu setzen. Die Rangers sind sympatisch und dies trägt den Film. Zudem hat man, wie ich finde, ein schönes Gleichgewicht zwischen den ernsthaften und den eher kitischig-lustigen Elementen gefunden. Ich würde mich auf jeden Fall über eine Fortsetzung freuen!

Mein Fazit: 6 von 10 Krispy Kream Läden

Man sollte meinen, dass dieser Streifen wohl am ehesten mit den modernen Transformers und Ninja Turtles Filmen vergleichbar sein sollte, dem ist aber gottseidank nicht der Fall. Power Rangers ist an sich ein unterhaltsamer Film, der sich eher auf seine Charaktere beruft und darum auch durchgehend interessant bleibt. Vielleicht fehlt es hier dem einen oder anderen etwas an Action, aber glaubt mir, die wird im Finale nachgereicht… Nur den Power Rangers Song hätte man im Film gerne länger als 15 Sekunden spielen können. Ach, schauen wir uns einfach noch mal das Intro der Serie an!

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