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Okt 26

„PREDATOR 2“ (1990) Review

Der erste Predator ist ein Klassiker, der immer mal wieder im TV läuft und den eigentlich jeder, der irgendwie auf diese Art von Film steht schon x mal gesehen hat und vermutlich sehr viele DVD-Regale ziert. „Predator 2“ hat irgendwie nicht die gleichen Qualitäten in dieser Hinsicht. Abgesehen von einer Referenz zu einem anderen Filmfranchise, welches die Zukunft der Predatorreihe nachhaltig prägen wird, wird irgendwie nie über Predator 2 gesprochen. Es war auch irgendwie schwierig an eine ungeschnittene, preisgünstige Version des Streifens heranzukommen. Da aber der neue Predator-Film in den Kinos ist, versuchen wohl viele ihre „Predator-Trilogy“-Boxen los zu werden und hier habe ich endlich zugeschlagen und das erste mal die uncut-Fassung von Predator 2 angesehen. Also, legen wir los mit der Handlungszusammenfassung:

predator-2-reviewDer Film spielt in der nahen Zukunft von 1997 (der Film erschien 1990). Los Angeles kriminalitäts- und Bandenproblem hat extreme Züge angenommen und die Stadt, die von einer enormen Hitzewelle heimgesucht wird, versinkt gerade zu in Gewalt und Chaos. Dies lockt den außerirdischen Predator an, der in genau solchen Situationen nach Trophäen jagd. Überhaupt keine Ahnung von dem unsichtbaren Alienjäger hat Polizist Mike Harrigan, gespielt von Danny Glover. Mike und sein Team kämpfen gegen die Bandenkriminalität und stolpert dabei geradezu über die Opfer des Predators, den sie zuerst für einen menschlichen Serienkiller halten.

 

Nachdem der erste Predatorfilm ein Hit war, wollte das Studio natürlich eine Fortsetzung haben. Allerdings gestaltete sich dies etwas schwieriger als gedacht. Regisseur des Erstlings, John McTiernan wollte lieber „Jagd auf Roter Oktober“ drehen und Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger war mit „Terminator 2“ beschäftigt. Villeicht hätte man etwas länger warten sollen, bis zumindest einer der beiden für den Predator Zeit gefunden hätte, aber man entschied sich, dass Stephen Hopkins Regie übernehmen sollte, der kurz „Nightmare on Elmstreet 5“ gedreht hatte. Hopkins sollte später noch „Der Geist und die Dunkelheit“ und den kompletten Flopfilm „Lost in Space“ inszinieren, doch Predator 2 war bis zu diesem Tag sein größter Gig. Und man merkt dies den Film an, da ihm eine klare Linie fehlt. Teilweise versuchte Hopkins den Stil der Robocop-Filme zu imitieren, dazu fehlt ihm aber Paul Verhoevens saitirisches Geschick. Manche Szenen wirken darum ungewollt lächerlich und auch das „futuristische“ Setting ist eigentlich belanglos. Auch in dem Versuch extravagante Nebenfiguren zu schaffen zieht Hopkins den kürzeren. Jamaikanische Vodoo-Gangs wirken eben irgendwie deplaziert. Der neue Protagonist ist Danny Glover als temperamentvoller Cop, der mehr an Riggs als an Murtaugh erinnert, wenn man seine Figur mit denen der Lethal Weapon-Reihe vergleicht. Und obwohl Glover sympathisch ist und einen guten knallharten Cop spielt, kauft man ihn den Actionhelden nicht ganz ab. An Glovers Seite möchte ich noch Bill Paxton hervorheben. Einer meiner Lieblingsschauspieler, der hier zwar neben ein paar flachen Witzen nicht viel zum Film beiträgt, abpredator-collectioner ich genieße trotzdem immer gerne seine charismatische Leinwandpräsenz. Tatsächlich ist der einzige wiederkehrende Schauspieler Kevin Peter Hall, der hier wieder im Predatorkostüm steckt. Was uns zum Predator per se führt. Der Unsichtbarkeitseffekt sieht hier um einiges besser aus als im ersten Film, weswegen ich mir dessen Einsatz mehr gewünscht hätte. Der Predator hatte eine viel prominentere Rolle in Teil 2, wodurch auch leider etwas von dessen Mysterium flöten ging. Stellenweise sind die Szenen mit dem Predator missglückt. Die Nahaufnahmen vom Gesicht des Außerirdischen sind schlecht gealtert und wenn der Predator durch eine Badezimmertür bricht und durch einen Flur läuft, fühlt sich dies irgendwie falsch an. Dafür sind jedoch die Angriffe extrem gut inszeniert. Szenen wie die, in der er in einem extravaganten Apartment eine ganze Gang auseinandernimmt, oder die, in der er einen Crimeboss enthauptet sind hier das Salz in der Suppe, während die übergreifende Handlung etwas fad ist. Das Setting des „Großstadtdschungels“ mag zwar den einen oder anderen Reiz ausüben, aber es bringt eben auch mit sich, dass die Figuren nie so isoliert und auf sich gestellt sind wie im Original. Der Kampf Mann-gegen-Monster war bei Arnie seine einzige Chance – in Predator 2 könnte Danny Glover eigentlich ständig Nachschub anfordern. Das Gefühl, dass gerade die Hauptfigur und dessen Crew die primären Jagdziele des Predators sind kommt also kaum auf, was dem Film viel Spannung kostet. Nicht unerwähnt darf jedoch eines der bekanntesten und genredefinierensten Eastereggs der Filmgeschichte bleiben: In Predator 2 sieht man, wie natürlich jeder weiß, dass der Predator des Films als Trophäe den Schädel eines Xenomorphs der Alienreihe besitzt. Dieser Gag zwischen den Filmemachern und Special-Effekt künstlern hinter Predator 2 (die eben auch an der Alien-Reihe gearbeitet haben) führte zu unzähligen Alien vs Predator Comics, Büchern, Videospielen und auch zwei Spielfilmen. Und vielleicht werde ich in nicht all zu ferner Zukunft über die beiden Filme hier auch schreiben, wobei ich dann auch tiefer auf meine Meinung zu diesen Crossover eingehen werde.

 

Mein Fazit: 6,5 von 10 Predator-Blitzableitern

Predator 2 weiß über seine Spielzeit zwar gut mit Gore und Action zu unterhalten, aber die schwankende Qualität der Umsetzung und der uninspirierte Plot des Films sind hier starke Kritikpunkte. Man muss Predator 2 zugestehen, dass der Film keinen leichten Startpunkt hatte: Sowohl Originalregisseur als auch Hauptdarsteller des ersten Teils standen nicht zur Verfügung und das Konzept des Predators, des Menschenjagdenden, außerirdischen Jägers, ist keines für das sich besonders innovative Fortsetzungen wie von selbst schreiben. Man ist in dem Fall vielleicht ähnlich stark angebunden wie die üblichen Slasher-Reihen ala „Freitag der 13te“ oder „Halloween“, bei denen man sich nicht weit von der Prämisse des Originals entfernen kann ohne die Identität der Reihe zu verlieren. Predator 2 ist also ein Film, für Leute, die das Original hauptsächlich wegen des Monsters mögen und mehr davon sehen wollen, wie der Predator jagd, kämpft und tötet – dann kann man auch Spaß mit dem Streifen haben.